Veilchen erwischen schlechten Tag gegen Bayreuth

Kein Durchkommen: Alex Ruoff (2. v.re.) und die Veilchen hatten den Bayreuthern nichts entgegenzusetzen. Bild: Sabine Klar

Die BG Göttingen hat am Sonntagnachmittag einen ganz schlechten Tag erwischt. Gegen medi bayreuth war die Mannschaft von BG-Headcoach Johan Roijakkers chancenlos und verlor deutlich 66:101 (29:60). Vor 3.146 Zuschauern in der Sparkassen-Arena hielt der easyCredit Basketball-Bundesligist aus Südniedersachsen nur in den Anfangsminuten mit den Franken mit, die sich in einen Rausch spielten und bei denen fast alles funktionierte. Schon zur Halbzeitpause lag die Roijakkers-Truppe in der Partie, die von den Freiwilligendiensten im Sport des ASC Göttingen von 1846 e.V präsentiert wurde, mit mehr als 30 Punkten zurück. Diesen Rückstand konnte die BG in der zweiten Hälfte nicht mehr aufholen. Bester Veilchen-Werfer war Scott Eatherton mit 14 Punkten. Für Bayreuth erzielte De’Mon Brooks die meisten Zähler (23).

Beide Teams brauchten ein wenig Zeit, um ins Spiel zu kommen. Nach den ersten beiden Punkten von Bayreuths Assem Marei brachte Adam Waleskowski die Veilchen, die auf Benas Veikalas (Oberschenkelprobleme) verzichten mussten, per Dreier in Führung und ließ gleich den nächsten folgen (6:4/3.). Zunächst blieb die Partie ausgeglichen, doch dann musste Roijakkers Waleskowski nach seinem zweiten Foul von Parkett nehmen (8:8/4.). Bei den Gastgebern aus Südniedersachsen gab es nun einen Bruch im Spielfluss und die fränkischen Gäste kamen ins Rollen. Auch eine Roijakkers-Auszeit konnte den Lauf nur kurz stoppen, sodass Bayreuth auf 10:20 davonzog (7.). Leon Williams brachte die Hausherren auf 13:20 heran, was medi-Headcoach Raoul Korner zu einer Auszeit bewegte (8.). Sein Team war sofort wieder in der Spur und beendete den Abschnitt auch dank sehr starker Wurfquote mit eine 2:9-Lauf (15:29).

Der Start ins zweite Viertel misslang der BG komplett. Roijakkers stoppte den 0:7-Lauf durch seine zweite Auszeit, nach der Williams einen Dreier zum 18:36 traf (12.). Aber die Veilchen waren im Vergleich zum vergangenen Wochenende kaum wiederzuerkennen. Während bei den Gästen auch gut verteidigte Würfe ihr Ziel fanden, drehten sich bei den Göttingern auch einfache Korbleger wieder heraus. In der 16. Minute verhängten die Schiedsrichter ein technisches Foul gegen Waleskowski, der zuvor schon sein drittes Foul kassiert hatte. Die Franken nutzten dies, um ihren Vorsprung weiter auszubauen (22:51). Zwar kämpften die Veilchen, doch Korner unterbrach das Aufbäumen wieder durch eine Auszeit (27:51/17.). So zog sein Team bis zur Halbzeitpause auf 29:60 davon.

Auch nach dem Seitenwechsel ließen die Bayreuther nicht nach. Zwei schnelle Dreier von Brooks und Nate Linhart zum 29:66 zeigten, dass die Gäste trotz hoher Führung die Intensität hochhielten. Die Veilchen versuchten dagegenzuhalten, aber es gelang ihnen einfach nicht viel. So wuchs der Rückstand immer weiter an (41:82/27.). Vor dem Schlussviertel schafften es die Roijakkers-Schützlinge doch noch, ein wenig heranzukommen (48:84).

Im letzten Abschnitt zeigte die BG trotz des hohen Rückstands Kampfgeist. Nach einem Dreier von Malte Schwarz zum 56:88, bei dem er gefoult wurde, verwarf der Guard den Bonus-Freiwurf. Aber Waleskowski sicherte sich den Offensiv-Rebound und traf zum 58:88 (33.). In der 38. Minute gab es für einen BG-Youngster eine Premiere: Danny Borchers erzielte seine ersten easyCredit BBL-Punkte von der Freiwurflinie zum 64:94. Zum Ende der Partie folgte noch einmal ein kleiner Bayreuther Lauf, und die Gäste verließen das Göttinger Parkett als verdienter Sieger.

Stimmen zum Spiel:

Johan Roijakkers (Headcoach BG Göttingen): „Bayreuth hat verdient gewonnen. Es war von Anfang an klar, dass sie die stärkere Mannschaft sind. Zufrieden bin ich damit, dass wir bei unserem Spiel geblieben sind. Wir haben 17 Assists gegeben. Das zeigt, dass wir nicht egoistisch geworden sind, sondern versucht haben, die Situation als Team zu lösen. Das ist wichtig für die nächsten Spiele. Wir haben jetzt eine Menge Dinge, an denen wir arbeiten können. Ich würde mich freuen, wenn ich alle diese Spieler in der kommenden Saison wieder hier haben kann, von Danny Borchers bis Alex Ruoff. Das ist einfach zu sagen, wenn man gerade gegen ALBA BERLIN gewonnen hat, darum sage ich es nach dieser Niederlage.“

Raoul Korner (Headcoach medi bayreuth): „Ich bin über die Deutlichkeit unseres Sieges überrascht. Ich bin mir nicht ganz sicher, ob wir so stark waren, oder ob wir Göttingen einfach auf dem falschen Fuß erwischt haben. Ich glaube, es war eine Kombination aus beidem. Zwei Dinge haben wir gut gemacht: Wir haben den Ball heute sehr gut bewegt und die freien Leute gefunden. Außerdem hatten wir uns vorgenommen, Alex Ruoff gut zu verteidigen. Ich bin sehr glücklich, auf diese Art und Weise gewonnen zu haben, denn Göttingen ist eine starke Mannschaft, die eine exzellente Saison spielt. Heute hatte sie einen schlechten Tag, von dem wir profitieren konnten.“

BG Göttingen – medi bayreuth 66:101 (29:60)

Die Viertel im Überblick: 15:29, 14:31, 19:24, 18:17

Zuschauer: 3.146

BG Göttingen: Williams (6 Punkte/2 Dreier), Ruoff (9/1), Spohr (2), Carter (6), Schwarz (9/3), Mönninghoff (2), Waleskowski (10/2), Sanders (6, 5 Rebounds, 6 Assists), Eatherton (14/1, 5 Rebounds), Grüttner.

medi bayreuth: Anderson (8 Punkte/2 Dreier), Linhart (14/2), Doreth (2), Seiferth (8), Lewis (20/3), Wachalski (11/1), Trieb, Brooks (23/1), Adler (3/1), Marei (12, 6 Rebounds, 4 Assists).