Alles oder nichts: BG kämpft in Ulm um Halbfinaleinzug

Hat die Seiten gewechselt: Derek Willis (links mit dem Ex-Ulmer Dwayne Evans) ging vergangene Saison noch für die Veilchen auf Korbjagd. Archivbild: Swen Pförtner

12. Dezember 2019 – Nach der herzzerreißenden Buzzer-Beater-Niederlage beim Meisterschaftsfavoriten FC Bayern München hat die BG Göttingen ihren Blick schnell wieder nach vorn gerichtet. Die volle Konzentration der Mannschaft von BG-Headcoach Johan Roijakkers galt nach einem freien Tag ab Dienstag dem MagentaSport BBL Pokal-Viertelfinale gegen ratiopharm ulm. In der ratiopharm arena kämpfen die Veilchen am Samstag, 14. Dezember, um den Einzug ins Halbfinale. „Ulm ist ein sehr tief besetztes Team“, sagt BG-Co-Trainer Hylke van der Zweep. „Sie hatten zu Saisonbeginn ein paar Schwierigkeiten, weil alles neu war: Team, Trainer, Systeme. Jetzt haben sie ihre Teamchemie gefunden und produzieren weniger Ballverluste. Darum gewinnen sie nun ihre Spiele.“

Mit zuletzt vier Siegen aus fünf Partien haben sich die Süddeutschen an die easyCredit BBL-Playoff-Plätze herangeschoben und belegen derzeit den neunten Tabellenplatz. Beeindruckend war am vergangenen Wochenende die Vorstellung von Ulms Topscorer Zoran Dragic, der beim 104:91-Sieg gegen verletzungsgeplagte Oldenburger 31 Punkte erzielte. Im Schnitt kommt der slowenische Forward auf 18,8 Zähler pro Partie (38 Prozent Dreier-Trefferquote) und holt 3,5 Rebounds. „Ihn zu stoppen ist eine Aufgabe für das gesamte Team. Ein Spieler alleine kann das nicht“, so van der Zweep.

Ebenfalls zweistellig punkten der neue US-Center Grant Jerrett (12,2), der auch bester Ulmer Rebounder ist (6,5), und Nationalspieler Andreas Obst (11,1). Die meisten Assists gibt der erst 18-jährige, französische Nachwuchsstar Killian Hayes (5,0). Zu einem Wiedersehen kommt es mit Ex-Veilchen Derek Willis, der auf rund 17 Minuten Einsatzzeit kommt (7,4 Punkte/4,1 Rebounds). Die Rotation komplettieren US-Guard Isaiah Briscoe, der für den verletzten Tyler Harvey nachverpflichtet wurde, Ulms Urgestein Per Günther (erzielte 19 Punkte gegen Oldenburg), US-Forward Seth Hinrichs sowie Gavin Schilling und Patrick Heckmann.

Ein Grund für Ulms durchwachsene Ergebnisse – im 7Days Eurocup ist das Lakovic-Team bereits ausgeschieden – sind die von van der Zweep angesprochenen Ballverluste. 16 erlauben sich Hayes und Co. pro Spiel; nur Braunschweig und Hamburg kommen in der easyCredit BBL auf mehr. In der Spitzengruppe befinden sich die Baden-Württemberger hingegen bei den Freiwürfen. Rund 19 Punkte erzielen die Ulmer durchschnittlich pro Spiel von der Freiwurflinie bei einer Quote von 81 Prozent. „Wir haben am vergangenen Wochenende gesehen, dass wir jeden schlagen können, wenn wir mit der richtigen Einstellung ins Spiel gehen. Die Herausforderung ist das jedes Mal zu schaffen“, sagt van der Zweep. „Wir müssen miteinander kommunizieren und uns gegenseitig helfen – und zwar jeder Spieler.“