BBL Pokal: Veilchen schaffen überraschenden Viertelfinaleinzug

Kapitän Michael Stockton führte sein Team mit neun Assists zum Sieg gegen Ludwigsburg. Bild: Swen Pförtner

6. Oktober 2018 – Die BG Göttingen ist im BBL Pokal ins Viertelfinale eingezogen. Am Samstagabend gewann die Mannschaft von BG-Headcoach Johan Roijakkers das Achtelfinalspiel gegen die MHP RIESEN Ludwigsburg 72:67 (32:31). Die 2.168 Zuschauer in der Göttinger Sparkassen-Arena sahen eine ausgeglichene erste Halbzeit, in der die Südniedersachsen mehr als gut mit dem schwäbischen Favoriten mithielten. Nach dem Seitenwechsel schienen die Ludwigsburger dann ihrer Favoritenrolle gerecht zu werden: die RIESEN zogen auf 15 Punkte davon. Aber die Veilchen kämpften sich – angepeitscht von ihren Fans – im letzten Viertel zurück ins Spiel, glichen aus, gingen in Führung und gaben diese bis zum Ende nicht mehr her. Bester BG-Werfer war Derek Willis mit 19 Punkten. Für Ludwigsburg traf Jordon Crawford am häufigsten (20 Zähler).

Die Veilchen bewegten sich in den ersten Minuten auf Augenhöhe mit dem schwäbischen Favoriten. Vor allem mit ihrer Verteidigung machten die Göttinger es den Gästen schwer. Nach vier Punkten in Folge von Darius Carter zum 10:6 nahm RIESEN-Headcoach John Patrick seine erste Auszeit (6.). Gleich im Anschluss baute Michael Stockton den Vorsprung auf 12:6 aus, aber die Ludwigsburger schalteten nun einen Gang höher in der Defensive und kamen im Angriff durch Adam Waleskowski zu leichten Punkten. Kelvin Martin brachte die Hausherren durch ein Drei-Punkte-Spiel (Korberfolg plus Freiwurf) in Rückstand (12:13/8.). Doch die Partie blieb weiterhin eng. Nach einem technischen Foul von Ludwigsburgs Bogdan Radosavljevic vergab Penny Williams zwar den fälligen Freiwurf, traf im Anschluss aber einen Dreier zum 19:17-Viertelendstand.

Auch im zweiten Abschnitt schenkten sich beide Teams nichts und verteidigten weiterhin intensiv. Während die BG den RIESEN den Weg in die Zone oft versperrte und diese ihr Glück von der Dreier-Linie versuchten, aber nicht trafen, übte Ludwigsburg schon in der Göttinger Hälfte Druck auf die Aufbauspieler aus, die den Ball auch verloren. Roijakkers gab seinem Team in einer Auszeit die richtigen Tipps, denn im Anschluss ließen Stockton und Mihajlo Andric den BG-Vorsprung wieder etwas größer werden (27:23/15.). Nach einem Duell unter dem Ludwigsburger Korb erhielten Carter und Radosavljevic je ein technisches Foul – für den RIESEN war es aber schon sein zweites, sodass er im weiteren Spielverlauf nicht mehr eingesetzt werden durfte (19.). Die süddeutschen Gäste beeindruckte das allerdings nicht – sie gingen durch Crawford in Front (29:31/20.). Doch die Roijakkers-Truppe holte sich die Führung durch einen Dreier von Willis zurück und ging mit einem 32:31 in die Halbzeitpause.

Nach dem Seitenwechsel mussten die Veilchen der intensiven RIESEN-Verteidigung immer mehr Tribut zollen. Während sich die Göttinger mühten, um zu Punkten zu kommen, lief es bei den Gästen im Angriff immer besser. So zog die Patrick-Truppe Stück für Stück auf zehn Zähler davon (36:46/26.). Die BG fand in der Offensive einfach kein Mittel gegen die aggressiven Schwaben und hatte auch kein Wurfglück von jenseits der 6,75-Meter-Marke. So wuchs der Rückstand weiter an und betrug vor dem Schlussviertel 15 Zähler (42:47).

Im letzten Abschnitt machten die Göttinger deutlich, dass sie die Partie noch nicht verloren gaben. Andric und Stockton erzielten zusammen elf Punkte in Folge und brachten ihr Team auf 53:57 heran (33.). Aber der überragende Crawford stoppte den Lauf der Veilchen und erzielte vier Zähler nacheinander zum 53:61 (34.). Doch die BG zeigte ihr lila Kämpferherz und arbeitete wieder sich heran. Willis traf per Dreier zum 63:63-Ausgleich, und Dennis Kramer sorgte für die erste Göttinger Führung seit der Halbzeitpause (65:63/38.). Nachdem die Schiedsrichter gegen Ex-Veilchen Waleskowski sein fünftes Foul verhängten, beschwerte dieser sich und erhielt auch noch ein technisches Foul. Willis brachte die BG durch die fälligen drei Freiwürfe 70:63 in Front. Zwar bäumten sich die RIESEN noch einmal auf, blieben aber glücklos, sodass die Göttinger den Vorsprung über die Zeit brachten.

Stimmen zum Spiel:

Johan Roijakkers (Headcoach BG Göttingen): „Wir hatten heute das Glück auf unserer Seite. Ludwigsburg spielt ohne Owen Klassen, ohne Konstantin Klein, und dann kann auch Trevor Mbakwe nicht mehr weiterspielen. Normalerweise schlagen wir eine Mannschaft wie Ludwigsburg nicht, das hat man in den ersten drei Vierteln gesehen. Aber mein Team hat nie aufgegeben, auch nicht, als wir 15 Punkte zurücklagen. Die Zuschauer waren heute super. Es waren nicht so viele wie sonst, aber es hat sich angehört, als ob die Arena ausverkauft gewesen wäre. Das hat uns einen richtigen Boost gegeben. Sonst bin ich immer derjenige, der das Geld ausgibt. Ich bin froh, dass ich heute mal Geld für den Klub eingenommen habe.“

John Patrick (Headcoach MHP RIESEN Ludwigsburg): „Es war ein verdienter Sieg für die BG Göttingen. Nach dem dritten Viertel haben wir ein bisschen relaxt, und Göttingen hat neun Punkte in drei Angriffen erzielt. Da ist das Momentum gekippt, das war wie ein Knock-out. Es ist schon enttäuschend, dass wir im dritten Viertel so gut gespielt haben und im vierten dann nicht mehr.“

BG Göttingen – MHP RIESEN Ludwigsburg 72:67 (32:31)

Zuschauer: 2.168

Die Viertel im Überblick: 19:17, 13:14, 10:26, 30:10

BG Göttingen: Coggins (n.e.), Lockhart (2 Punkte), Albrecht (n.e.), Kramer (6), Williams (7/1 Dreier), Carter (12), Andric (8/1), Mönninghoff, Stockton (16/1, 9 Assists), Willis (19/3, 8 Rebounds), Haukohl (2), Grüttner Bacoul.

MHP RIESEN Ludwigsburg: Crawford (20 Punkte/1 Dreier, 6 Assists), Best (2), McCray (7), Klein (n.e.), Radosavljevic (2), Waleskowski (6), Hill (10), von Fintel, Martin (15/2, 9 Rebounds), Mbakwe, Jallow (2), Wilder (3/1).