Berlin zeigt BG ihre Grenzen auf

Will Buford (am Ball) war in Berlin mit 8 Punkten und 5 Rebounds effektivster Veilchen-Akteur. Bild: Camera4

17. März 2018 – Die BG Göttingen hat den Favoriten nicht geärgert. Am Samstagabend verlor die Mannschaft von BG-Headcoach Johan Roijakkers beim Tabellenzweiten der easyCredit Basketball Bundesliga, ALBA BERLIN, deutlich 71:98 (34:45). Vor 10.458 Zuschauern in der Berliner Mercedes-Benz Arena hielten die Gäste aus Göttingen in den ersten Minuten des Spiels mit und schafften es, den zweiten Abschnitt relativ ausgeglichen zu gestalten. Nach dem Seitenwechsel machte sich aber der deutliche Qualitätsunterschied zwischen beiden Teams bemerkbar, sodass die Hausherren ihren Vorsprung nach 30 Minuten auf 19 Punkte ausgebaut hatten (46:65). Diesen Rückstand holten die Südniedersachsen nicht mehr auf. Bester Veilchen-Werfer war Darius Carter mit zwölf Punkten. Für die Berliner trafen Niels Giffey und Luke Sikma am häufigsten (je 16 Zähler).

Die Veilchen starteten gut in die Partie und hielten zu Beginn des ersten Viertels mit dem Favoriten mit. BG-Kapitän Michael Stockton verkürzte durch einen Dreier auf 7:8 (4.). Doch dann schafften es die Göttinger oft nur durch Fouls die Gastgeber zu stoppen. Dank einer guten Quote von der „Foullinie“ und höherer Intensität in der Verteidigung zogen die Hauptstädter dann Stück für Stück davon. Einen 0:9-Lauf schloss Sikma zum 8:17 ab (7.). Kurz vor Viertelende sorgte ein Dreier von Marius Grigonis für einen Zehn-Punkte-Rückstand der BG, die durch Leon Williams aber noch auf 17:25 herankam.

Den zweiten Abschnitt begann die BG gleich mit einem Dreier von Stephan Haukohl zum 20:25, aber die Berliner hatten die passende Antwort durch Sikma und Joshiko Saibou (20:30/13.). Nach Roijakkers’ Auszeit lief es wieder besser bei den Gästen, die ihren Rückstand in der 14. Minute durch ein Drei-Punkte-Spiel (Korberfolg plus Freiwurf) von Will Buford wieder auf 27:32 verringerten. Danach hatten Stockton und Co. sogar die Chance, noch näher heranzukommen, vergaben diese aber. Im Gegenzug baute ALBA seinen Vorsprung wieder auf zehn Zähler aus (29:39/17.). Die Veilchen versuchten dagegenzuhalten, konnten ihre physisch überlegenen Gegenspieler aber oft nur durch Fouls stoppen. So ging es mit einem 34:45-Rückstand in die Halbzeitpause.

Nach dem Seitenwechsel zeigten die Gastgeber, dass sie das treffsicherste Team von der Drei-Punkte-Linie sind. Sikma und Spencer Butterfield, den die Göttinger über weite Strecken aber sehr gut im Griff hatten, waren viermal von jenseits der 6,75-Meter-Marke erfolgreich und vergrößerten den Vorsprung auf 20 Zähler (39:59/26.). Die Veilchen kämpften weiter, schafften es aber nicht, den Rückstand vor dem Schlussviertel nennenswert zu verringern (46:65).

Auch im letzten Abschnitt zeigten die Hauptstädter ihre Überlegenheit und bauten die Führung weiter aus (51:76/34.). Die Göttinger gaben aber nicht auf, was die ausgeglichene Rebound-Statistik (34:34) zeigt. Nachdem Dominic Lockhart einen Korb trotz Fouls getroffen hatte, vergab er zwar den Bonus-Freiwurf, sicherte sich aber den Rebound und passte auf Haukohl, der ebenfalls gefoult wurde und seine beiden Freiwürfe zum 55:76 verwandelte (34.). Dennoch wuchs der Rückstand wieder an (61:90/38.), sodass Roijakkers zum Ende des Spiels auch Youngster Lenny Larysz Minuten gab. Der 20-Jährige traf zwei Dreier in Folge zum 67:90, die am verdienten Berliner Sieg aber nichts mehr änderten.

Stimmen zum Spiel:

Johan Roijakkers (Headcoach BG Göttingen): „ALBA hat das Spiel über 40 Minuten dominiert und absolut verdient gewonnen. Sie sind sehr physisch aufgetreten, und es ist eine Weile her, dass meine Spieler so eine Intensität über 40 Minuten erlebt haben. Wir haben uns darauf vorbereitet, wie aggressiv ALBA sein wird, aber auf dem Feld ist es dann doch nochmal eine andere Sache. Es ist schön, dass wir uns so viele Freiwürfe erarbeitet haben, aber um überhaupt eine Chance zu haben, müssen wir deutlich mehr davon treffen. Ich wünsche ALBA viel Glück für die Playoffs. Ich glaube, sie können dort einen guten Run machen.“

Aito Garcia Reneses (Headcoach ALBA BERLIN): „Ich bin froh, dass mein Team heute so einen guten Rhythmus hatte. Wir waren endlich wieder komplett, aber Bogdan Radosavljevic hat noch Rückstand durch seine Schulter-OP und aufgrund von Knöchelproblemen konnten wir ihn in der zweiten Halbzeit nicht mehr einsetzen. Ich hoffe aber, dass es nicht so schlimm ist. Wir sind bereit für das Spiel in München am Sonntag, aber die Bayern werden es auch sein. Natürlich ist es wichtig für mich, ob wir gewinnen oder verlieren, aber noch viel wichtiger ist es, dass wir uns kontinuierlich verbessern in Richtung Playoffs.“

ALBA BERLIN – BG Göttingen 98:71 (45:34)

Die Viertel im Überblick: 25:17, 20:17, 20:12, 33:25

Zuschauer: 10.458

BG Göttingen: Lockhart (5 Punkte, 7 Rebounds), Williams (5/1 Dreier, 5 Assists), Kramer (2), Carter (12), Rush (10), Stockton (6/1 Dreier), Loveridge (6, 7 Rebounds), Stechmann, Larysz (6/2), Haukohl (9/1), Buford (8), Grüttner (2).

ALBA BERLIN: Saibou (10 Punkte/1 Dreier), Siva (13/3, 7 Assists), Giffey (16/3), Schneider (8/2), Vargas (7/1), Grigonis (5/1), Radosavljevic (3), Butterfield (10/2), Clifford (8), Sikma (16/2, 6 Rebounds), Peno (2).