BG-Aufholjagd bleibt unbelohnt

Penny Williams (links mit Vechtas Tyrone Nash) und die Veilchen haben einen 17-Punkte-Rückstand gegen Vechta aufgeholt.  Bild: Swen Pförtner

3. März 2019 – Die BG Göttingen hat eine erneute Überraschung knapp verpasst. Am Sonntagnachmittag verlor die Mannschaft von BG-Headcoach Johan Roijakkers trotz starker Aufholjagd gegen RASTA Vechta 79:82 (39:50). Die Partie wurde präsentiert vom Projekt „Göttingen sheltert“, das von vier Göttinger Rotary Clubs, dem Rotaract Club Göttingen und dem Interact Club Göttingen organisiert wird. Vor 3.447 Zuschauern in der ausverkauften Sparkassen-Arena hielten die Veilchen am Anfang gut mit dem Favoriten mit. Im zweiten Abschnitt intensivierten die Gäste aus Vechta ihre Verteidigung und erarbeiteten sich ein Zwölf-Punkte-Polster. Im weiteren Spielverlauf wuchs der BG-Rückstand sogar bis auf 17 Zähler an, aber die Göttinger kämpften und glichen Mitte des letzten Viertels zum 71:71 aus. Beim Stand von 79:82 nahm Mihajlo Andric mit der Schlusssirene den letzten Wurf, doch der Dreier verpasste sein Ziel knapp, sodass Vechta am Ende jubelte. Bester Veilchen-Werfer war Darius Carter mit 13 Punkten. Für Vechta traf Austin Hollins am häufigsten (20 Zähler).

Die Veilchen starteten mit einem Dreier von Derek Willis und einem Alley-oop von Carter in die Partie. Einen RASTA-Dreier von T. J. Bray konterte Dominic Lockhart ebenfalls von außen zum 8:5 (2.). Doch die Hausherren verpassten es, Vechtas Fehler konsequent zu bestrafen, sodass die Nordwestdeutschen durch einen 0:5-Lauf erstmals in Front gingen (8:10/3.). Das Spiel blieb zunächst ausgeglichen. Auf einen Hollins-Dreier antwortete Stephan Haukohl zum 13:13 (5.). Im Anschluss leisteten sich die Göttinger kleine Unaufmerksamkeiten, die die Gäste ausnutzten, um sich etwas abzusetzen (13:19/7.). Nach einer Roijakkers-Auszeit lief es wieder besser für die BG, die auf 17:19 herankam (8.). Zum Ende des Abschnitts hatten die Veilchen die Chance auszugleichen, schafften dies nicht und kassierten mit der Viertelsirene das 20:25.

Im zweiten Abschnitt hatten die Göttinger große Probleme gegen die physische RASTA-Verteidigung zu Punkten zu kommen. Zudem fanden die Spieler von Vechtas Headcoach Pedro Calles immer wieder freie Schützen an der Dreier-Linie, die ihre Würfe auch trafen. Such wuchs der BG-Rückstand schnell auf 21:32 an (13.). Die Roijakkers-Truppe mühte sich, näher an den Gegner heranzukommen und verkürzte durch einen Dreier von Penny Williams auf 31:39 (16.). Näher ließen die Gäste die Veilchen in diesem Abschnitt aber nicht mehr herankommen. Zum Ende machten erneut Nachlässigkeiten die gute Phase zunichte, sodass die BG mit einem 39:50-Rückstand in die Halbzeitpause ging.

Nach dem Seitenwechsel agierte Vechta weiterhin aggressiv und machte den Veilchen das Leben schwer. In der 23. Minute traf Bray zur bis dahin höchsten RASTA-Führung (41:56). Die BG kämpfte und kam durch einen Dreier von Michael Stockton mit Ablauf der Wurfuhr auf 44:56 heran. Die Calles-Truppe ließ sich davon aber nicht beeindrucken, setzte die Hausherren unter Druck und zog auf 48:65 davon (26.). Andric ließ das Göttinger Publikum durch einen Dreier zum 56:67 jubeln und legte kurz darauf ebenfalls von jenseits der 6,75-Meter-Marke zum 59:68 nach (29.). Bei diesem Neun-Punkte-Rückstand blieb es vor dem Start des Schlussviertels (60:69).

Im letzten Abschnitt starteten die Veilchen eine Aufholjagd. BG-Youngster Lenny Larysz erzielte fünf Punkte in Folge zum 65:71 (32.). Die Sparkassen-Arena kochte nun endgültig über. Getragen von ihren frenetischen Fans besorgten Mathis Mönninghoff und Willis von der Dreier-Linie den Ausgleich für die Göttinger (71:71/35.). Einen Schreckmoment gab es kurz darauf: Nach einem unsportlichen Foul von Seth Hinrichs an Lockhart blieb der Veilchen-Guard liegen und musste ausgewechselt werden. Die beiden fälligen Freiwürfe verwandelte der für ihn eingewechselte Mönninghoff zum 73:75 (36.). Vechta erarbeitete sich leichte Vorteile, aber die Veilchen blieben dran (78:79/38.). Bei noch neun zu spielenden Sekunden zwang die gute Göttinger Verteidigung Vechta zu seinem Ballverlust, sodass sie beim Stand von 79:82 die Chance zum Ausgleich und zur Verlängerung hatten. Stockton verlor den Ball beinahe, passte ihn aber gerade noch rechtzeitig zu Andric – dessen Dreier traf mit der Sirene den Ring und prallte von dort ab. So ging Vechta als glücklicher Sieger vom Parkett.

Stimmen zum Spiel:

Johan Roijakkers (Headcoach BG Göttingen): „Vechta spielt eine großartige Saison. Es ist ganz einfach. In der ersten Halbzeit und zu Beginn der zweiten Halbzeit waren wir praktisch nicht anwesend. Wir haben nicht die Dinge gemacht, die wir machen müssen, um dieses Spiel zu gewinnen. Lenny Larysz hat das Spiel für uns gedreht. Es ist schön, dass wir noch einmal zurückgekommen sind, aber wenn man mit 17 Punkten zurückliegt, ist es schwer zu gewinnen. Am Ende hatte ich nicht genug Spieler, um das Spiel zu gewinnen.“

Pedro Calles (Headcoach RASTA Vechta): „Es ist immer sehr schön, in eine Stadt wie Göttingen zu kommen, zu einem Klub, der liebt was er tut und immer weiter daran arbeitet sich zu verbessern und weiterzuentwickeln. Es war ein schweres Spiel für uns, denn in ihrer Arena spielt die BG immer besser. Wir haben den Fehler gemacht und Mitte des dritten Viertels gedacht, dass wir das Spiel leicht gewinnen würden. Die BG hat dann ihre Aufstellung geändert, was uns in Schwierigkeiten gebracht hat. Am Ende haben wir Charakter gezeigt, was uns geholfen hat, das Spiel zu gewinnen. Es war gut, wie wir den Ball bewegt haben, was 29 Assists zeigen. Dass wir die BG zu 20 Ballverlusten gezwungen haben, hat geholfen, mehr Ballbesitze zu generieren.“

BG Göttingen – RASTA Vechta 79:82 (39:50)

Zuschauer: 3.447

Die Viertel im Überblick: 20:25, 19:25, 21:19, 19:13

BG Göttingen: Lockhart (7 Punkte/1 Dreier), Albrecht (n.e.), Kramer (n.e.), Williams (10/2), Carter (13, 6 Rebounds), Andric (6/2, 6 Rebounds), Mönninghoff (10/2), Stockton (12/1, 10 Assists), Larysz (5/1), Willis (11/3), Haukohl (4/1), Grüttner Bacoul (1).

RASTA Vechta: Carter (6 Punkte/2 Dreier), DiLeo (8/2), Bray (7/1, 9 Assists), Kessens (10), Young (5/1), Nash (11), van Slooten (n.e.), Herkenhoff, Hollins (20/2), Hinrichs (15/1, 6 Rebounds), Christen.