BG-Aufholjagd in Bamberg bleibt unbelohnt

Stephen Brown Jr. erzielte in Bamberg 14 Punkte. Bild: Daniel Loeb

13. April 2022 – Die BG Göttingen muss eine Niederlage in letzter Sekunde verkraften. Die Mannschaft von BG-Headcoach Roel Moors verlor am Mittwochabend bei Brose Bamberg mit dem letzten Wurf und einem anschließenden Freiwurf von Justin Robinson 87:88 (42:43). Die 3.134 Zuschauer in der Brose Arena sahen ein intensives Spiel, in dem sich beide Mannschaften nichts schenkten. Die Gäste aus Göttingen kämpften sich nach einem schwachen Start in die Partie und bewiesen auch im letzten Viertel Kampfgeist, als sie einen Sieben-Punkte-Rückstand in eine Drei-Punkte-Führung drehten. Doch am Ende entschied der glückliche Wurf von Robinson, der bei seinem Dreier gefoult wurde, das Duell zugunsten der fränkischen Hausherren. Bester BG-Werfer war Jeremiah Martin mit 24 Punkten. Für Bamberg traf Omar Prewitt am häufigsten (21 Zähler).

Die Veilchen, die auf Kamar Baldwin (Reha in den USA) und Jake Toolson (Gehirnerschütterung) verzichten mussten, verschliefen die Anfangsphase der Partie komplett und lagen schnell 0:10 zurück (3.). Jeff Roberson erlöste die BG-Fans nach mehr als drei Minuten mit den ersten Punkten von der Dreier-Linie zum 3:10 (4.). Doch die Franken zeigten, dass sie ihre Chance auf den Einzug in die Playoffs wahren wollten und spielten konzentriert weiter (5:16/6.). Die Göttinger fingen sich dann aber immer mehr und kamen defensiv und offensiv besser in ihren Rhythmus, während den Hausherren plötzlich nichts mehr gelang. So arbeiteten sich die Gäste Stück für Stück heran und gingen durch einen 12:0-Lauf zum ersten Mal im Spiel in Führung (17:16/10.). BG-Kapitän Akeem Vargas setzten zum Viertelende noch einen Dreier zum 20:16 drauf.

Auch im zweiten Abschnitt schafften es die Bamberger zunächst nicht, die Veilchen zu stoppen. Nate Grimes und Stephen Brown Jr. schlossen den viertelübergreifenden 19:0-Lauf zum 24:16 ab (12.). Nach einer Auszeit von Brose-Headcoach Oren Amiel war es Chris Dowe, der sein Team aufatmen ließ und einen Dreier zum 24:19 traf (13.). Doch die Göttinger spielten jetzt gut zusammen und hielten die Gastgeber zunächst auf Abstand (29:22/14.). Bei beiden Mannschaften ließen die Trefferquoten zu wünschen übrig, aber die Franken waren beim Rebound deutlich überlegen und kämpften sich so wieder heran. Akiel Mitchell gelang in der 17. Minute der 34:34-Ausgleich; kurz darauf brachte Robinson sein Team per Dreier in Front (36:39/19.). Durch einen kleinen Lauf holten sich Martin und Co. diese kurzzeitig zurück (42:41/20.), doch in die Halbzeitpause gingen die Göttinger mit einem knappen 42:43-Rückstand.

Auch nach dem Seitenwechsel blieb das Spiel spannend. Chris Sengfelder erhöhte den BG-Rückstand zunächst auf 43:47, aber die Veilchen ließen einen 6:0-Lauf zum 49:47 folgen (24.). Einen Dreier von Harald Frey zum 52:49 konterte Prewitt ebenfalls von außen zum 52:52 (26.). Die Teams lieferten sich ein intensives Duell, in dem sich keiner richtig absetzen konnte. Nach Robinsons Korb zum 55:56 traf Brown Jr. zum 57:56 (28.). Auch kurz vor Ende des Abschnitts lagen die Gäste nach einem Freiwurf von Philipp Hartwich 61:60 in Front. Doch die Bamberger schlossen das Viertel mit einem 0:5-Lauf ab und gingen mit einem kleinen Vorsprung in die letzten zehn Minuten (61:65).

Die Göttinger gaben sich aber nicht geschlagen, kämpften und holten sich die Führung durch einen 6:0-Lauf zurück (67:65/31.). Dann sah es allerdings so aus, als ob die Veilchen nach und nach die Kraft verließ. In der Verteidigung kamen sie oft einen Schritt zu spät und vergaben im Angriff viele offene Würfe. So zog Bamberg bis zur 35. Minute auf 69:77 davon. Die Gäste kämpften weiter und setzten die Franken, die immer eine Antwort zu haben schienen, unter Druck. Einen Roberson-Dreier zum 75:78 konterte Prewitt zum 75:81 und legte kurz darauf den nächsten Distanztreffer zum 77:84 nach (40.). Aber die Köpfe bleiben bei der BG oben. Brown startete die Aufholjagd durch einen Dreier zum 80:84; Grimes und Martin brachten ihr Team auf 83:84 heran. Roberson besorgte 17 Sekunden vor dem Ende die 85:84-Führung – im Gegenzug verlegte Mitchell. Sechs Sekunden vor dem Ende wurde Roberson gefoult, der beide Freiwürfe zum 87:84 traf. Doch mit dem Mut der Verzweiflung drückte Robinson im letzten Angriff von weit draußen ab – der Dreier fiel und Martin bekam ein unglückliches Foul verhängt. Der Bonus-Freiwurf zum Sieg saß, sodass die Veilchen-Aufholjagd am Ende dieses Mal nicht belohnt wurde.

Stimmen zum Spiel
Roel Moors (Headcoach BG Göttingen): „Das Ende ist natürlich sehr bitter für uns, das hätten wir anders lösen müssen. Es war ein Spiel, in dem beide Teams mit viel Energie gespielt haben, viele Runs hatten, das Momentum oft wechselte. Wir hätten dieses Spiel nie in der regulären Spielzeit verlieren dürfen, das muss man ehrlich sagen. Wir haben es durch eine falsche Entscheidung geschafft. Aber ich bin auch stolz. Wir sind zurückgekommen und haben gekämpft. Wir hätten es nur eintüten müssen, haben das aber verpasst.“

Oren Amiel (Headcoach Brose Bamberg): „Manchmal benötigt man einfach Glück. Eigentlich hatten wir das Spiel im Sack, lagen mit sechs Punkten vorne bei noch einer Minute Spielzeit. Dann haben wir falsche Entscheidungen getroffen. Das Spiel muss uns eine Warnung sein. Was uns nach wie vor fehlt, ist Konstanz. Daran müssen wir weiter arbeiten. Aber am Ende des Tages zählt nur das, was auf der Anzeigetafel steht. Und da steht, dass wir gewonnen haben. Und das dank eines Sensationswurfes von Justin Robinson. Ich freue mich für ihn, ich freue mich aber in erster Linie für die Fans, die diesen Sieg verdient haben.“

Brose Bamberg – BG Göttingen 88:87 (43:42)
Die Viertel im Überblick: 16:20, 27:22, 22:19, 23:26
Zuschauer: 3.134
BG Göttingen: Martin (24 Punkte, 6 Assists), Frey (14/3 Dreier), Roberson (14/3), Vargas (5/1), Hujic (3), Hartwich (1), Mönninghoff, Kamp (3), Brown Jr. (14/1), Grimes (9/1, 8 Rebounds), Giotis (n.e.).
Brose Bamberg: Dowe (16 Punkte/1 Dreier, 8 Rebounds, 5 Assists), Lockhart (3/1), Prewitt (21/4), Mitchell (5), Omuvwie (n.e.), Robinson (13/2), Geben (6), Ogbe (8), Sengfelder (6), Kyzlink (10).