BG beschert sich in Bayreuth selbst

Dylan Osetkowski (rechts mit Bayreuths Andreas Seiferth) und die Veilchen haben ihr zweites Spiel in Folge gewonnen. Bild: Marcus Foerster

26. Dezember 2019 – Die BG Göttingen hat in der easyCredit Basketball Bundesliga den zweiten Sieg in Folge geholt. Am zweiten Weihnachtsfeiertag gewann die Mannschaft von BG-Headcoach Johan Roijakkers bei medi bayreuth am Ende souverän 90:75 (38:38). Vor 3.400 Zuschauern in der Oberfrankenhalle spielten beide Teams zunächst auf Augenhöhe und ließen sich gegenseitig immer nur ein bisschen davonziehen, um dann durch einen kleinen Lauf wieder auszugleichen. Nach einem 62:68-Rückstand in der 34. Minute kämpften sich die Gäste aus Südniedersachsen zurück, übernahmen in der 37. Minute die Führung (74:73) und bauten diese bis zum Spielende immer weiter aus. Bester Veilchen-Werfer war an seiner alten Wirkungsstätte Kyan Anderson mit 24 Punkten. Für Bayreuth traf Bryce Alford am häufigsten (18 Zähler).

Die Veilchen, bei denen Zane Waterman und Darius Carter als siebter und achter Ausländer pausierten, starteten mit einem 5:0-Lauf in die Partie. Allerdings dauerte es nicht lange bis auch die Hausherren ins Spiel kamen und durch einen 0:7-Lauf die Führung eroberten (7:11/6.). Einen Dreier von Dominic Lockhart konterte Alford zum 10:14 (8.). Aber die Göttinger hatten einen guten Offensiv-Rhythmus und schlossen den ersten Abschnitt mit einem erneuten Lauf zum 18:14 ab.

Im zweiten Viertel baute die Roijakkers-Truppe ihren Vorsprung immer wieder etwas aus (24:19/13.), doch die Oberfranken kämpften sich wieder heran (24:23/14.). Nachdem Dennis Kramer die Göttinger 31:23 in Front gebracht hatte, traf James Robinson einen Dreier zum 31:26, doch Terry Allen und Mihajlo Andric antworteten von außen für die BG (37:28/16.). Die Gastgeber schafften es dann aber in der Verteidigung einen Gang hochzuschalten und erlaubten den Veilchen bis zur Halbzeitpause nur noch einen Zähler. Offensiv lief es deutlich besser für das Team von medi-Headcoach Raoul Korner, sodass es zum Viertelende zum 38:38 ausglich.

Auch nach dem Seitenwechsel blieb die Partie ausgeglichen. Bayreuths Nate Linhart traf einen Dreier zum 49:49, und Alford erhöhte von der Freiwurflinie auf 49:51. Doch Lockhart holte die Veilchen-Führung von jenseits der 6,75-Meter-Linie zurück (52:51/27.). Allerdings bereitete Alford den Göttingern zunehmend Probleme, sodass Bayreuth sich einen kleinen Vorsprung erarbeitete (52:56/28.). Vor dem Schlussabschnitt wuchs der BG-Rückstand durch einen Robinson-Dreier auf fünf Punkte an (54:59).

Im letzten Viertel war es weiterhin Alford, der die Veilchen auf Abstand hielt. Zwar hielt Elias Lasisi in den Anfangsminuten von jenseits der 6,75-Meter-Linie dagegen, doch der medi-Guard bauten den Vorsprung für sein Team auf 62:68 aus (34.). Aber die Göttinger spielten geduldig weiter und ließen sich nicht aus der Ruhe bringen. In dieser Phase angeführt von Allen kam die BG Stück für Stück heran. Kramer schloss den 9:2-Lauf zur ersten Veilchen-Führung seit der 27. Minute ab (71:70/36.). Die anschließende Korner-Auszeit wirkte, denn Linhart holte die Bayreuther Führung per Dreier zurück. Allerdings konterten Andric und Alex Ruoff ebenfalls von außen zum 77:73 (37.). Seiferth brachte die Gastgeber noch einmal auf 77:75 heran, doch dann ging bei den Oberfranken nichts mehr, während die BG davonzog und am Ende deutlicher gewann als es der Spielverlauf hergab.

Stimmen zum Spiel
Johan Roijakkers (Headcoach BG Göttingen): „Das Ergebnis lässt eigentlich darauf schließen, dass es ein eindeutiges Spiel war, aber es gab viele Führungswechsel bis zur Mitte des letzten Viertels. Beide Mannschaften waren gleich auf, aber am Ende war unsere Defense sehr stark, und uns gelangen die Big Plays. Es ist nie einfach gegen Raoul Korners Mannschaften zu spielen, und auch in Bayreuth hat man nie ein leichtes Spiel. Natürlich freuen wir uns sehr über den Sieg.“

Raoul Korner (Headcoach medi bayreuth): „Es hat heute die Mannschaft gewonnen, die am Ende in der Defensive das gemacht hat, was zu tun war und in der Offensive das ausgeführt hat, was man sich vorstellt. Wir haben leider weder noch gemacht. Am Ende hatte Göttingen einen 13:0-Run zum 75:90 – das ist absolut inakzeptabel. Man kann und darf in der Crunchtime nicht so auftreten, wie wir das getan haben, weder in der Offensive, noch in der Defensive. Unser Angriff sah aus wie ein aufgescheuchter Hühnerhaufen, und in der Defensive haben wir keinen einzigen Stopp mehr zusammenbekommen. Die letzten Minuten waren eine völlige Katastrophe. Es spielt dann auch keine Rolle mehr, ob man vorher solide oder wenigstens halb-solide gespielt hat. Wer so in der Crunchtime auftritt, hat den Sieg nicht verdient, und für unseren Auftritt wurden wir bestraft.“

medi bayreuth – BG Göttingen 75:90 (38:38)
Die Viertel im Überblick: 14:18, 24:20, 21:16, 16:36
Zuschauer: 3.400
BG Göttingen: Lockhart (6 Punkte/2 Dreier), Anderson (24/3, 7 Assists), Lasisi (13/3), Ruoff (6/1, 6 Rebunds), Kramer (11), Omuvwie (n.e.), Andric (7/1, 6 Rebounds), Mönninghoff, Osetkowski (7), Allen (14/3), Hundt (2), Bryant (n.e.).
medi bayreuth: Wenzl (n.e.), Robinson (14 Punkte/4 Dreier), Jones (3), Woodard (9/1), Doreth (4 Assists), Seiferth (10, 7 Rebounds), Alford (18/4), Travis (5), Pryszcz (n.e.), Linhart (16/4), Grüttner Bacoul.