BG bezwingt Würzburg

Aubrey Dawkins war in Würzburg zweitbester Veilchen-Werfer (17 Punkte). Bild: Viktor Meshko

6. Februar 2021 – Die BG Göttingen hat den nächsten wichtigen Sieg im Kampf um den Verbleib in der easyCredit Basketball Bundesliga geholt. Bei s.Oliver Würzburg gewann die Mannschaft von BG-Headcoach Roel Moors am Samstagabend 87:82 (47:42) und zog mit den Franken gleich. Zuschauer waren aufgrund der Corona-Pandemie in der s.Oliver Arena nicht zugelassen. Nach einem guten Start der Göttinger kamen die Hausherren immer besser ins Spiel und gingen kurzzeitig in Führung. Aber die Gäste aus Südniedersachsen arbeiteten gut unter den Körben und holten sich die Führung zurück. Die Göttinger zogen immer wieder davon – den größten Vorsprung stellte Rihards Lomazs mit seinem Dreier zum 71:57 her (31.). Doch die Würzburger gaben nicht auf und kämpften sich immer wieder heran. Das Moors-Team behielt allerdings die Nerven und sicherte sich den verdienten Erfolg. Bester Veilchen-Werfer war Tai Odiase mit 23 Punkten. Für Würzburg traf Alex King am häufigsten (22 Zähler).

Die Veilchen starteten mit guter Energie in die Partie und erarbeiteten sich bis Mitte des ersten Viertels einen Neun-Punkte-Vorsprung (16:7/5.). Vor allem Odiase nutzte seine Überlegenheit unter dem Korb und hatte mit zwei Drei-Punkte-Spielen (Korberfolg plus Freiwurf) großen Anteil an der BG-Führung. Nach einer Auszeit von s.Oliver-Headcoach Denis Wucherer lief es deutlich besser bei den Gastgebern, die den Rückstand nach und nach verkürzten und in der 9. Minute durch einen Dreier von Joshua Obiesie sogar 20:22 in Front gingen. Doch die Göttinger konterten, und Luke Nelson stellte durch seinen Dreier den 27:24-Viertelendstand her.

Im zweiten Abschnitt hatten es die Würzburger vor allem King zu verdanken, dass sie an der BG dranblieben. Doch die Veilchen hatten immer die passende Antwort und streuten Dreier von Nelson und Aubrey Dawkins zum richtigen Zeitpunkt ein. King verkürzte auf 34:32, Dawkins erhöhte wieder auf 39:32 (17.). Erneut war es der deutsche Liga-Veteran, der sein Team auf 39:35 heranbrachte, auch diese Mal konterten die Gäste zum 44:35 (18.). Harper Kamp sorgte durch seinen Dreier für die bis dahin höchste Göttinger Führung (47:37/19.), aber ein Würzburger 0:5-Lauf halbierte den Vorsprung zur Halbzeitpause (47:42).

Nach dem Seitenwechsel blieb die Partie spannend. King verkürzte durch drei Freiwürfe auf 49:48, doch fünf Punkte in Folge von Deishuan Booker verschafften der Moors-Truppe wieder etwas Luft (54:48/26.). Die Göttinger konnten sich darauf aber keineswegs ausruhen. Bis zur 29. Minute hielt das Wucherer-Team die Begegnung eng (58:55). Aber vor dem Schlussviertel gaben die Veilchen noch einmal Gas und zogen durch eine 10:2-Lauf auf 68:57 davon. Den Schlusspunkt des Abschnitts setzte Mathis Mönninghoff, der nach einem Einwurf von Nelson einen Dreier mit der Sirene traf.

Gleich zu Beginn des letzten Viertels war Lomazs von außen erfolgreich, doch Julian Albus ließ die Antwort ebenfalls von jenseits der 6,75-Meter-Marke folgen (71:60/32.). Die BG-Offensive geriet nun deutlich ins Stocken, weil Würzburg in der Verteidigung zulegte. Nur vier Zähler gelangen den Göttingern bis zur 36. Minute, während die Gastgeber zehn erzielten (72:67). Ein unsportliches Foul von Booker an Cameron Hunt konnten die Franken nicht ausnutzen – im Gegenzug traf Kamp mit Ablauf der 24-Sekunden-Uhr zum wichtigen 76:69 und zwang Wucherer zu einer Auszeit (38.). Beide Teams schlossen ihre folgenden Angriffe nun schnell ab, sodass für die Hausherren immer noch genug Zeit blieb, um die Partie zu drehen. King macht seiner Mannschaft durch seinen Dreier zum 81:76 Hoffnung, aber ein unnötiger Ballverlust von Hunt ließ den BG-Vorsprung 46 Sekunden vor dem Ende wieder auf acht Zähler anwachsen (84:76). Insbesondere Odiase zeigte sich in der Schlussphase nervenstark, ließ sich foulen und sicherte seinem Team den Sieg von der Freiwurflinie.

Stimmen zum Spiel
Roel Moors (Headcoach BG Göttingen): „Es war ein wichtiger Sieg für uns. Ein Auswärtssieg ist nie einfach in der easyCredit BBL. Ich glaube, wir haben es uns heute selbst ein wenig schwerer gemacht als nötig. Wir hatten die meiste Zeit die Kontrolle über das Spiel, konnten aber den Fokus und das Momentum nicht behalten. Würzburg ist ein Team mit vielen Qualitäten und ist dadurch wieder ins Spiel gekommen. Am Ende war es aber ein verdienter Sieg für uns.“

Denis Wucherer (Headcoach s.Oliver Würzburg): „Wir haben drei von vier Vierteln verloren. Das bedeutet, dass wir gegen die bessere Mannschaft verloren haben. Vor allem in der ersten Halbzeit haben in unserer Verteidigung einige Abläufe zusammen mit Perry Jones noch nicht gestimmt. Da hat vieles nicht gepasst, was wir dann in der zweiten Halbzeit etwas besser gemacht haben. Vorne haben wir viele gute Würfe einfach nicht getroffen, deswegen hat die Quote von außen heute nicht gereicht, um das Spiel zu gewinnen.“

s.Oliver Würzburg – BG Göttingen 82:87 (42:47)
Die Viertel im Überblick: 24:27, 18:20, 15:21, 25:19
BG Göttingen: Booker (10 Punkte/2 Dreier, 5 Assists), Weidemann (5/1), Nelson (11/2), Vargas (1), Onwuegbuzie (n.e.), Kramer (n.e.), Omuvwie, Lomazs (8/2), Mönninghoff (3/1), Kamp (9/1), Odiase (23, 11 Rebounds), Dawkins (17/3).
s.Oliver Würzburg: Jones (6 Punkte/1 Dreier), Ward (8), Böhmer (n.e.), Obiesie (7/1), Haßfurther (3/1), Ndi (n.e.), Albus (3/1), Koch (12, 8 Rebounds), Hunt (15/2, 5 Assists), Weitzel (3), Hoffmann (3/1), King (22/3).