BG erkämpft sich Arbeitssieg gegen Frankfurt

Veilchen-Kapitän Akeem Vargas jubelt über den Befreiungsschlag. Bild: Swen Pförtner

6. April 2022 – Die BG Göttingen hat ihre kleine Niederlagenserie beendet. Die Mannschaft von BG-Headcoach Roel Moors gewann am Mittwochabend gegen die FRAPORT SKYLINERS 76:72 (42:29). Vor 1.721 Zuschauern in der Göttinger Sparkassen-Arena zeigten die Südniedersachsen eine gute erste Halbzeit, in der Kampfgeist, Einsatz und Körpersprache stimmten. In der zweiten Hälfte machten es die Göttinger dann aber noch einmal spannend und ließen die Frankfurter immer wieder nah herankommen. Am Ende behielten die Gastgeber die Nerven und sicherten sich den 15. Saisonsieg. Bester BG-Werfer war Jeremiah Martin mit 24 Punkten. Nate Grimes gelang erneut ein Double-Double (11 Punkte, 10 Rebounds). Für Frankfurt trafen Rasheed Moore und Quantez Robertson am häufigsten (je 15 Zähler).

Bei den Veilchen fiel neben Topscorer Kamar Baldwin (Teilabriss des Brustmuskels) auch Dreier-Spezialist Jake Toolson aus, der in der Partie gegen Braunschweig von Owen Klassen mit dem Ellbogen im Gesicht getroffen worden war und sich eine Gehirnerschütterung zugezogen hatte. Einen Bestwert gab es für Harper Kamp zu feiern: Der Center überholte mit seinem 90. Einsatz in der BG-Startaufstellung Ex-Veilchen Jason Boone (89) und führt die Rangliste der meisten Starting-Five-Einsätze nun an.

Die Hausherren starteten mit deutlich mehr Energie als in den vergangenen Duellen in die Partie, brauchten aber ein wenig Zeit, um offensiv daraus zu profitieren. Nachdem Robertson die Frankfurter 2:5 in Front gebracht hatte, ließ die BG einen 8:0-Lauf zum 10:5 folgen und zwang SKYLINERS-Headcoach Luca Dalmonte zu seiner ersten Auszeit (6.). Im Anschluss hielt seine Mannschaft besser mit, schaffte es aber nicht, den Rückstand zu verkürzen (17:10/8.). Doch dann übernahm Liga-Veteran Robertson und brachte die hessischen Gäste durch einen Dreier auf 17:15 heran (9.). In die Viertelpause gingen die Göttinger mit einer 19:14-Führung.

Im zweiten Abschnitt standen die Gastgeber weiter gut in der Defensive, zwangen die Frankfurter zu Ballverlusten und gestatteten ihnen mehr als drei Minuten keinen Feldkorb. Zudem agierten die Veilchen als Team in der Offensive und bauten ihren Vorsprung auf 30:17 aus (14.). Aber die Dalmonte-Truppe kämpfte und arbeitete sich auf 32:23 heran (17.). Nach einem Dreier von Grimes zum 35:23 wechselten sich beiden Mannschaften mit dem Punkten ab (39:29/19.). Doch die Veilchen ließen sich auch von einem kurzen Zwischenspurt der Hessen nicht beeindrucken und besannen sich auf ihre Stärken. Jeff Roberson stellte per Dreier den 13-Punkte-Vorsprung zur Halbzeitpause wieder her (42:29).

Nach dem Seitenwechsel zeigten die Frankfurter, dass sie bereit waren, die Partie zu drehen. Während die Göttinger sich nun von der intensiveren Verteidigung beeindrucken ließen, schöpften die Hessen Hoffnung und arbeiteten sich durch einen 0:8-Lauf auf 42:37 heran (23.). Auch eine Moors-Auszeit konnte die SKYLINERS nicht stoppen, die durch Will Cherry kurz darauf sogar auf 42:40 verkürzten. Martin erlöste die BG-Fans mit den ersten Göttinger Zählern in diesem Abschnitt zum 44:40 (25.). Sein Team ließ die kurze Nervosität jetzt hinter sich, wurde vom Neuzugang angeführt und verschaffte sich durch seine sieben Punkte in Folge wieder etwas Luft (49:40/26.). Dalmontes folgende Auszeit zeigte Wirkung, denn seine Jungs kamen wieder auf 49:45 (28.). Doch Veilchen-Kapitän Akeem Vargas konterte den Dreier von Marcel Ponitka ebenfalls von außen zum 52:45 (29.). Vor dem Schlussviertel schrumpfte der BG-Vorsprung aber auf sechs Zähler (54:48).

In den letzten Abschnitt starteten die Hausherren mit einem 7:0-Lauf, den Harald Frey per Dreier zum 61:48 abschloss und so den Halbzeitpausen-Abstand wieder herstellte (32.). Auch die folgende Dalmonte-Auszeit wirkte, sodass Frankfurt wieder auf 61:52 verkürzte (33.). Fast drei Minuten ließen die Veilchen dann keine Punkte mehr zu, waren ihrerseits aber in der Offensive auch nicht erfolgreich. Martin beendete die Durststrecke mit zwei Freiwürfen zum 63:52, doch Lukas Wank traf postwendend von außen zum 63:55 (36.). Moors‘ Auszeit half, denn Martin baute den BG-Vorsprung im Alleingang wieder auf zehn Zähler aus (69:59/37.). Aber die SKYLINERS kämpften weiter und arbeiteten sich durch einen 2:8-Lauf auf 71:67 heran (39.). Die BG hielt dagegen, packte beim Rebound zu und ging 21 Sekunden vor dem Ende durch zwei Freiwürfe von Frey 75:67 in Front. Zwar trafen Moore und Lorenz Brenneke noch einmal, doch die Veilchen retteten ihren Vorsprung über die Zeit.

Stimmen zum Spiel
Roel Moors (Headcoach BG Göttingen): „Ich bin zufrieden, zuerst bin ich froh für meine Spieler. Das war ein Arbeitssieg gegen ein Team, das in den vergangenen Partien bis zuletzt im Spiel war. Ich erinnere mich heute an drei Sachen. Erstens: Wir haben gekämpft. Zweitens: Wir haben mentale Stärke gezeigt, als wir zweistellig geführt haben und Frankfurt sich wieder ins Spiel gekämpft hat. Da haben wir das Momentum wiedergefunden. Drittens: Das ist der Sieg. Das ist für uns im Moment das Einzige, was zählt.“

Luca Dalmonte (Headcoach FRAPORT SKYLINERS): „Göttingen ist eines der besten, vielleicht das beste Team von der Drei-Punkte-Linie. Sie nutzen ihre guten Schützen und ein Pick-and-Roll-System, um sich Vorteile zu erspielen. Wir wussten dies und wollten sie mit verschiedenen Verteidigungsaufstellungen konfrontieren, um ihren offensiven Flow zu unterbrechen. Aber am Ende war es dann das starke Eins-gegen-eins-Verhalten von Jeremiah Martin, welches uns die größten Probleme bereitet hat. Offensiv haben wir nicht den richtigen Spielfluss aufbauen können. Wir waren nicht aggressiv genug, und unser Angriffsspiel hatte nicht die richtige Balance. Wir wissen ganz genau um unsere Situation. Was wir jetzt brauchen, ist der Einsatz und der Wille von Männern. Nicht von Spielern! Von Männern! Wir brauchen jetzt eine Reaktion. Spieler müssen jetzt den Männern im Team folgen. Wir können nicht aufgeben. Wir müssen jetzt mit dem größten Respekt vor dem Trikot, das wir tragen, vor dem Klub, für den wir spielen und für das Team, das wir sind, spielen. Manchmal ist Respekt wichtiger als der Sieg oder die Niederlage.“

BG Göttingen – FRAPORT SKYLINERS 76:72 (42:29)
Die Viertel im Überblick: 19:15, 23:14, 12:19, 12:19, 22:24
Zuschauer: 1.721
BG Göttingen: Martin (24 Punkte/1 Dreier), Frey (9/1, 6 Assists), Roberson (11/3), Boakye (n.e.), Vargas (6/2), Hujic (3/1), Hartwich, Mönninghoff, Kamp (6), Brown Jr. (6), Grimes (11/1, 10 Rebounds), Giotis (n.e.).
FRAPORT SKYLINERS: Wank (5 Punkte/1 Dreier), McLean (6), Haarms (8), Schoormann (5/1), Moore (15), Brenneke (2), Robertson (15/3, 7 Rebounds, 5 Assists), Cherry (9/1, 5 Assists), Ponitka (7/1), Hecker (n.e.).