BG kämpft Ludwigsburg fast nieder

Kyan Anderson (rechts) und die Veilchen haben drei Viertel mit den RIESEN um Konstantin Konga (links) mitgehalten. Bild: Sabine Klar

26. Oktober 2019 – Die BG Göttingen hat trotz einer guten Leistung die Überraschung verpasst. Die Mannschaft von BG-Headcoach Johan Roijakkers verlor am Samstagabend gegen die favorisierten MHP RIESEN Ludwigsburg 77:83 (36:41). Das Spiel wurde präsentiert von „auswärts“ – der neuen Eventlocation im Hotel FREIZEIT IN. Vor 2.813 Zuschauern in der Sparkassen-Arena trat der easyCredit Basketball-Bundesligist aus Südniedersachsen kämpferisch auf und hielt eines der besten Drei-Punkte-Teams der Liga zur Halbzeitpause bei einer 15-prozentigen Trefferquote. Nach dem Seitenwechsel drehten die Hausherren auf und lagen zwischenzeitlich mit sieben Punkten vorn. Doch im letzten Abschnitt spielten die RIESEN ihre Qualität aus, während bei den Göttingern die Kräfte schwanden. Bester Veilchen-Werfer war Bennet Hundt mit 25 Punkten. Für Ludwigsburg traf Marcos Knight am häufigsten (19 Zähler).

Die Veilchen, bei denen Zane Waterman als siebter Ausländer aussetzte, starteten mit sehr intensiver Verteidigung in die Partie und gestatteten den schwäbischen Gästen in den ersten vier Minuten nur einen Feldkorb (8:3/4.). Das Spiel blieb von der Defensive geprägt, allerdings unterliefen den Hausherren nun unnötige Fehler, die Ludwigsburg sofort bestrafte und durch einen 0:10-Lauf 8:13 in Front ging (7.). Nach einer Roijakkers-Auszeit beendeten die Göttinger ihre Durststrecke in der Offensive und kamen durch einen Dreier von Mihajlo Andric auf 11:13 heran (7.). Im Angriff lief es nun wieder besser bei der BG, sodass sie durch zwei Dreier von Elias Lasisi und Andric zum 19:19 ausglich. Das Viertel beendeten die Schwaben mit einem 0:4-Lauf zum 19:23.

Im zweiten Abschnitt war es Hundt, der durch sein Vier-Punkte-Spiel (Dreier plus Freiwurf) zunächst dafür sorgte, dass die Veilchen an Ludwigsburg dranblieben (23:26/12.). Doch die Gastgeber hatten Probleme, RIESEN-Topscorer Khadeen Carrington unter Kontrolle zu bringen. So baute die Mannschaft von Ex-Veilchen-Trainer John Patrick ihren Vorsprung auf 23:30 aus (13.). Dank Dylan Osetkowski schafften es die Göttinger, den Rückstand im Zaum zu halten (27:32/16.). Die BG kämpfte und hechtete den freien Bällen hinterher. Das gefiel Patrick gar nicht, sodass er sein Team in einer Auszeit zusammenrief. Diese wirkte, denn die Göttinger Angriffslust wurde gestoppt. Zudem half es nicht, dass Hundt mit drei Fouls belastet lange auf der Bank saß. Neben Carrington war es auch Rückkehrer Knight, der die Schwaben trug und sein Team auf 29:41 davonziehen ließ (19.). Roijakkers stoppte den Lauf durch eine Auszeit, die ebenfalls wirkte. Vor der Halbzeitpause kämpfte sich seine Mannschaft auf 36:41 heran.

Nach dem Seitenwechsel legte Darius Carter seine Pechsträhne ab und brachte die Göttinger durch sechs Punkte auf 45:47 heran (23.). Nach einem Foul vergab der US-Center zwar den fälligen Freiwurf, doch Terry Allen sicherte den Rebound und Hundt traf zum 47:47 – mit Foul. Mit seinem Freiwurf erzielte der Aufbauspieler die erste BG-Führung seit der 5. Minute. Und der 21-Jährige legte nach: Sein Dreier zum 51:47 zwang Patrick zu einer erneuten Auszeit (24.). Aber die Veilchen trafen weiter. Allen baute den Vorsprung von jenseits der 6,75-Meter-Linie auf 54:47 aus (25.). Zum Viertelende fingen sich die Ludwigsburger wieder etwas und verkürzten durch einen 6:12-Lauf auf 60:59.

Im letzten Abschnitt ließen die Kräfte der aufopferungsvoll kämpfenden Göttinger merklich nach. Im Angriff erzielte die BG in fünf Minuten nur zwei Punkte durch Dominic Lockhart und schaffte es auch in der Verteidigung nicht mehr, die nötige Intensität aufzubringen. Folglich bauten die Ludwigsburger ihren Vorsprung Stück für Stück aus (62:72/35.). Die Hausherren versuchten noch einmal alles, und kamen in der letzten Minute durch Allen auf 77:82 heran. Sofort foulten die Göttinger, und Tanner Leissner traf 3,9 Sekunden vor dem Ende nur einen von zwei Ludwigsburger Freiwürfen. Doch die Zeit reicht für die Veilchen nicht mehr aus, um sich den Sieg zu holen.

Stimmen zum Spiel:
Johan Roijakkers (Headcoach BG Göttingen): „Ich bin erneut zufrieden mit der Leistung meiner Mannschaft. Wenn man verliert, kann man natürlich nicht mit dem Ergebnis zufrieden sein. Aber wie wir aufgetreten sind, damit bin ich zufrieden. Wir haben das Maximale und fast noch ein bisschen mehr herausgeholt. Außerdem haben uns die Zuschauer heute auch sehr geholfen.“

John Patrick (Headcoach MHP RIESEN Ludwigsburg): „Es war ein hart umkämpftes Spiel. Ich bin stolz, dass wir gewonnen haben, was nicht einfach war. Kompliment an Göttingen und Bennet Hundt, der uns auf der Point-Guard-Position dominiert hat. Wir haben Charakter gezeigt, als wir zurücklagen und uns zurückgekämpft. Konstantin Konga hat uns mit seiner Defense vor allem in der zweiten Halbzeit sehr geholfen. Ich bin glücklich, dass wir dann auch die schwierigen Würfe getroffen haben, die wir in der ersten Halbzeit nicht getroffen haben. Das war ein wichtiger Sieg.“

BG Göttingen – MHP RIESEN Ludwigsburg 77:83 (36:41)
Die Viertel im Überblick: 19:23, 17:18, 24:18, 17:24
Zuschauer: 2.813
BG Göttingen: Lockhart (10 Punkte/2 Dreier, 5 Assists), Anderson (5), Lasisi (3/1), Kramer, Omuvwie (n.e.), Carter (9), Andric (6/2), Mönninghoff (3/1), Osetkowski (6), Allen (10/2, 6 Rebounds), Hundt (25/4).
MHP RIESEN Ludwigsburg: Carrington (17 Punkte/1 Dreier), Weiler-Babb (10/1), Smith, Konga (6), Knight (19, 9 Rebounds, 5 Assists), Caisin, Hukporti, Wohlfahrt-Bottermann, Wimbush II (14/3), Leissner (9), von Fintel, Brase (8/1).