BG muss bittere Niederlage in Chemnitz hinnehmen

Die Liga-Saisonbestleistung von Kamar Baldwin (35 Punkte) reichte nicht, um Chemnitz zu besiegen. Archivbild: Swen Pförtner

12. Januar 2022 – Die BG Göttingen hat trotz einer starken Leistung den elften Saisonsieg in der easyCredit Basketball Bundesliga knapp verpasst. Die Mannschaft von BG-Headcoach Roel Moors verlor am Mittwochabend das Nachholspiel bei den NINERS Chemnitz 86:87 (51:40). In der Messe Chemnitz, in der aufgrund der Corona-Bestimmungen keine Zuschauer zugelassen waren, kamen die Gäste aus Südniedersachsen ab Mitte des ersten Abschnitts immer besser in Schwung und gaben bis zur Halbzeitpause Gas. Die sächsischen Hausherren intensivierten nach dem Seitenwechsel ihre Verteidigung, doch die BG hielt dem Druck zunächst stand. In den letzten fünf Spielminuten schwanden bei der Moors-Truppe zusehends die Kräfte, was die Chemnitzer ausnutzten, um Stück für Stück zu verkürzen. 21 Sekunden vor dem Ende brachte Niklas Wimberg die NINERS erstmals seit Ende des ersten Abschnitts wieder in Front – die Göttinger hatten darauf keine Antwort mehr. Bester BG-Werfer war Kamar Baldwin mit einer Liga-Saisonbestleistung (35 Punkte). Für Chemnitz traf Darion Atkins am häufigsten (19 Zähler).

Die Veilchen erwischten einen langsamen Start in die Partie (2:9/3.), ließen sich davon aber nicht aus der Ruhe bringen. Nach vier Punkten in Folge von Jeff Roberson und Baldwin zum 6:9 waren die Göttinger im Spiel (3.). Erneut konnte sich die BG auf ihre Treffsicherheit von außen verlassen. Roberson und Baldwin brachten ihr Team auf 12:13 heran – den Ausgleich besorgte Stephen Brown Jr. (15:15/8.). Zwar konterte Wimberg direkt, doch Baldwin ließ sieben Punkte in Folge zum 22:18 folgen (9.). Den Abschnitt beendeten beide Teams ausgeglichen (23:23).

Ins zweite Viertel starteten die Gäste mit einem Dreier von Mathis Mönninghoff, der an diesem Tag sein 300. Liga-Spiel absolvierte. Das Duell blieb zunächst eng und auf Augenhöhe, bis Moors eine Auszeit nahm (28:27/12.). Im Anschluss legten die Göttinger einen 7:0-Lauf hin, den Baldwin per Dreier zum 35:27 abschloss (14.). Die Veilchen schafften es, die Chemnitzer auf Abstand zu halten. Auf einen Dreier von Jonas Richter antwortete Jake Toolson zum 46:38 (19.). Mit der Halbzeitsirene traf der überragende Baldwin dann noch einen eiskalten Dreier zum 51:40.

Nach dem Seitenwechsel machte das Team von NINERS-Headcoach Rodrigo Pastore den Göttingern das Leben immer schwerer. Es dauerte mehr als vier Minuten, ehe Baldwin die ersten Veilchen-Punkte aus dem Feld erzielte, während sich die Chemnitzer durch einen 0:6-Lauf von Trent Lockett auf 53:48 herangekämpft hatten. Nach einer Moors-Auszeit lief es wieder besser bei seiner Mannschaft, die sich nun einen etwas größeren Vorsprung erarbeitete (63:55/28.). Zum Ende des Abschnitts traf BG-Kapitän Akeem Vargas zwei wichtige Dreier zum 66:57 und 70:58 und verschaffte den Göttingern wieder mehr Luft (29.). In den Schlussabschnitt gingen die Gäste mit einer 71:60-Führung.

Und die BG spielte weiter souverän, dank ihres nicht zu stoppenden Topscorers. Baldwin schraubte den Vorsprung in der 34. Minute mit seinem 34. und 35. Zähler auf 16 Punkte – kein anderer Spieler hat in dieser easyCredit BBL-Saison mehr Punkte in einer Partie erzielt (83:67). Aber den Göttingern war die Belastung der vergangenen Wochen vor allem mental nun deutlich anzumerken. Nachdem die NINERS auf 83:75 herangekommen waren, nahm Moors eine Auszeit. Toolson traf von außen zum 86:75 – es sollten die letzten Veilchen-Punkte in diesem Duell gewesen sein (37.). Das sonst so gute und wichtige Teamspiel funktionierte nicht mehr, auch weil Brown Jr. angeschlagen in die Partie gegangen war und seiner Mannschaft am Ende nicht mehr helfen konnte. Die Sachsen legten einen starken Schlussspurt hin und sicherten sich den knappen Erfolg.

Stimmen zum Spiel
Roel Moors (Headcoach BG Göttingen): „Wir haben heute lange Zeit das Spiel kontrolliert. Aber zugleich möchte ich sagen, dass die NINERS den Sieg dennoch verdient haben, weil sie heute 40 Minuten gespielt haben und wir nur 35. Am Ende haben wir das Spiel in der Verteidigung mit drei schlechten Defensivsequenzen verloren, wovon Chemnitz profitiert und offene Dreier versenkt hat. Auch offensiv haben wir uns in der Schlussphase schwergetan. Wir haben momentan einige personelle Probleme, unter anderem ist Stephen Brown eigentlich verletzt. Aber das soll keine Ausrede sein. Wir hätten diese Partie gewinnen können, wenn wir 40 Minuten Defensive gespielt hätten.“

Rodrigo Pastore (Headcoach NINERS Chemnitz): „Ich bin heute mit den ersten fünf Minuten sehr zufrieden und mit den letzten fünf. Dazwischen war unsere Leistung aber einfach nicht gut. Wir sind etwas glücklich noch mit dem Sieg davongekommen. Wenn wir allerdings nicht 40 Minuten durchgehend so spielen, wie wir es möchten, werden wir nicht so erfolgreich sein, wie wir es könnten. Es gilt, die guten Dinge aus den ersten und letzten Minuten mitzunehmen. Als wir mit hoher Intensität spielten, den Ball gut bewegten und füreinander kreierten. Am Ende gelang uns so ein 20:3-Lauf. Die Jungs gaben nie auf und machten einige ‚Big Plays‘, als es darauf ankam. Trent Lockett, Frantz Massenat, Darion Atkins, Minde Susinskas und Niklas Wimberg trafen extrem wichtige Würfe. Außerdem spielte Jonas Richter heute sehr stark und war vor allem defensiv herausragend. Ich freue mich für die Jungs, aber wir haben noch jede Menge Arbeit vor uns.“

NINERS Chemnitz – BG Göttingen 87:86 (40:51)
Die Viertel im Überblick: 23:23, 17:28, 20:20, 27:15
BG Göttingen: Toolson (9 Punkte/3 Dreier), Roberson (9/1), Vargas (8/2, 4 Assists), Hujic (3/1), Hartwich (2), Mönninghoff (7/1), Kamp (8), Brown Jr. (5/1, 4 Assists), Giotis (n.e.), Baldwin (35/4, 6 Rebounds).
NINERS Chemnitz: Weidemann (2), Ziegenhagen, Richter (13/1 Dreier), Wimberg (11/1), Mike (5/1), Massenat (7/1, 7 Assists), Susinskas (6/2), Washington (11/2), Atkins (19/1, 9 Rebounds), Lockett (13/1).