BG-Rumpftruppe schlägt sich tapfer gegen Bayreuth

Derek Willis (links mit Hassan Martin) erzielte gegen Bayreuth 19 Punkte. Bild: Swen Pförtner

24. November 2018 – Die BG Göttingen geht ohne Erfolgserlebnis in die Länderspielpause. Am Samstagabend verlor die Mannschaft von BG-Headcoach Johan Roijakkers ihr easyCredit Basketball Bundesliga-Heimspiel gegen medi bayreuth 80:89 (38:50). Die 3.385 Zuschauer in der Göttinger Sparkassen-Arena sahen ein stark dezimiertes Heimteam, bei dem neben Kapitän Michael Stockton (Hüftverletzung) auch Darius Carter, Stephan Haukohl, Joanic Grüttner Bacoul und Jacob Albrecht (alle Magen-Darm-Virus) ausfielen. Die verbleibenden acht Akteure schlugen sich beachtlich und gingen mit nur zwölf Zählern Rückstand in die Halbzeitpause. In der zweiten Hälfte brachten Dominic Lockhart und Co. die Gäste aus Oberfranken sogar an den Rand einer Niederlage und kamen bis auf einen Zähler heran (75:76 (35.). Am Ende reichte die Kraft aber nicht, um die selbstbewussten Bayreuther zu schlagen. Bester BG-Werfer in dem von BG-Partner Viani Alimentari präsentierten Spiel war Derek Willis mit 19 Punkten. Für Bayreuth trafen Adonis Thomas und Kassius Robertson am häufigsten (je 17 Zähler).

Die Veilchen starteten mit viel Energie in die Partie. Mathis Mönninghoff und Dominic Lockhart sorgten dafür, dass die Gastgeber aus Göttingen im Spiel blieben (8:10/5.). Die Roijakkers-Rumpftruppe schlug sich auch weiterhin tapfer und verkürzte durch einen Willis-Dreier auf 11:15 (6.). Tre Coggings erzielte seine ersten easyCredit BBL-Punkte für die Göttinger – per Dreier zum 16:20. In die Viertelpause gingen die Hausherren mit einem 16:22-Rückstand.

Im zweiten Abschnitt spielten die Gäste aus Bayreuth dann ihre Stärken aus und fanden immer wieder freie Dreier-Schützen, die ihre Würfe auch trafen. Vor allem Robertson und Thomas konnten die Veilchen in der ersten Halbzeit nicht kontrollieren. Letzterer baute mit seinem Distanztreffer zum 20:35 den Bayreuther Vorsprung auf 15 Zähler aus (14.). Die Oberfranken schafften es, diesen Abstand bis kurz vor Ende des Viertels zu halten (33:48/17.). Vor der Halbzeitpause kämpften sich die Veilchen durch ein Drei-Punkt-Spiel (Korberfolg plus Freiwurf) von Mathis Mönninghoff auf zehn Zähler heran (38:48) und gingen mit einem 38:50-Rückstand in die Kabine.

Nach dem Seitenwechsel ließen Dennis Kramer und Penny Williams die Veilchen-Fans, die ihr Team in jeder Phase bedingungslos und lautstark unterstützten, mit ihren Treffern zum 40:50 und 43:50 jubeln. Zwar setzten sich die Spieler von medi-Headcoach Raoul Korner immer wieder ein bisschen ab (51:61/24.), aber die dezimierte BG gab nicht auf und verringerte den Rückstand wieder durch einen Dreier von Mihajlo Andric (60:66/27.). Zum Viertelende ließen die Südniedersachsen sogar noch ein paar Freiwürfe liegen, kamen aber dennoch näher heran und hatten vor dem Schlussabschnitt nur noch vier Zähler Rückstand (64:68).

Im letzten Viertel sah es zunächst so aus, als ob die Bayreuther nun endgültig davonziehen würden, weil bei den Veilchen verständlicherweise die Kräfte schwanden. Nationalspieler Andreas Seiferth schloss einen 2:7-Lauf mit fünf Zählern in Folge zum 66:75 ab (33.). Doch die Roijakkers-Truppe warf alles, was sie hatte, in die Waagschale und ließ angeführt von Williams einen 9:1-Lauf zum 75:76 folgen (35.). Die Göttinger hatten in der Folge sogar ein paar Mal die Chance, in Führung zu gehen oder auszugleichen, konnten diese aber nicht nutzen. Nach Kramers Freiwurf zum 79:82 war die BG noch in Schlagdistanz (38.), aber die Bayreuther wurden nicht nervös und schafften es, ihren Vorsprung wieder auszubauen und bis zur Schlusssirene zu behalten.

Stimmen zum Spiel:

Johan Roijakkers (Headcoach BG Göttingen): „Ich bin stolz auf meine Mannschaft. Wir waren auf so viele Ausfälle nicht vorbereitet. Dass Michael Stockton verletzt ist, wussten wir, aber die anderen waren gestern alle noch beim Training dabei. Darius Carter, Joanic Grüttner Bacoul und Jacob Albrecht waren dann heute Morgen krank, bei Stephan Haukohl fing es erst heute Nachmittag an. Darum muss ich meinem Team ein großes Kompliment machen. Heute haben wir zum ersten Mal gesehen, was Penny Williams und Dominic Lockhart wirklich können. Penny ist eine Triple-Double-Maschine, die rebounden, zum Korb ziehen und nicht nur Dreier werfen kann. So müssen sie auch spielen, wenn Michael Stockton zurück ist und sich nicht nur auf ihn verlassen.“

Raoul Korner (Headcoach medi bayreuth): „Kompliment an Johan Roijakkers und sein Team. Sie haben aus dieser schwierigen Situation das Optimum herausgeholt. Als wir erfahren haben, dass Göttingen so viele kranke und verletzte Spieler hat, wusste ich, dass sie alles daran setzen würden, uns zu fordern und zu schlagen. Und das haben sie eindrucksvoll getan. Das war jetzt unser sechster Sieg in Folge. Ich will nicht darüber sprechen, dass wir schlecht oder schwach gespielt haben, sondern Göttingen das Kompliment geben. Das Spiel stand auf der Kippe, aber nach den letzten Erfolgen haben wir inzwischen das Selbstvertrauen, um solche Spiele doch zu gewinnen.“

BG Göttingen – medi bayreuth 80:89 (38:50)

Zuschauer: 3.385

Die Viertel im Überblick: 16:22, 22:28, 26:18, 16:21

BG Göttingen: Coggins (9 Punkte/2 Dreier), Lockhart (10, 8 Rebounds, 8, Assists), Kramer (10), Williams (14/1), Andric (10/2), Mönninghoff (8/1), Larysz, Willis (19/2).

medi bayreuth: Thomas (17 Punkte/3 Dreier), Robertson (17/5), Stockton (7/1), Doreth (2), Seiferth (7), Martin (10), Wachalski (n.e.), Hrovat (4), Meisner (8/2), Brooks (9, 8 Rebounds), Raivio (8/1, 4 Assists).