BG verliert Schwung und Spiel gegen Bayreuth

Luke Nelsons (links mit Bayreuths Andreas Seiferth) 20 Punkte reichten gegen Bayreuth nicht zum Sieg. Bild: Swen Pförtner

9. Mai 2021 – Die BG Göttingen hat ihren 14. Saisonsieg verpasst. Die Mannschaft von BG-Headcoach Roel Moors verlor am Sonntagnachmittag gegen medi bayreuth knapp 95:99 (56:48). Die Partie wurde präsentiert von den Kindertagesstätten des ASC 46. Zuschauer waren in der Sparkassen-Arena aufgrund der Corona-Pandemie weiterhin nicht zugelassen. Nach einem unglaublichen ersten Viertel, in dem der easyCredit Basketball-Bundesligist aus Südniedersachsen 41 Punkte erzielte und zwölf Dreier traf, intensivierten die fränkischen Gäste ihre Verteidigung, erarbeiteten sich zweite Chancen und kämpften sich bis zur Halbzeitpause auf acht Punkte heran. In der zweiten Hälfte schafften es die Göttinger nicht, ihre starke Offensive wieder ins Rollen zu bringen, was Bayreuth ausnutzte, um weiter zu verkürzen und im dritten Abschnitt die Führung zu übernehmen. Die BG gab das Spiel nicht verloren und kämpfte sich immer wieder heran, konnte die Partie am Ende aber nicht mehr zu ihren Gunsten drehen. Beste Veilchen-Werfer waren Aubrey Dawkins, der in den Schlussminuten umknickte und nicht mehr weiterspielen konnte, und Luke Nelson mit je 20 Punkten. Für Bayreuth traf erzielte Matthew Tiby ein Double-Double (23 Punkte, elf Rebounds).

Die Veilchen machten von jenseits der 6,75-Meter-Marke da weiter, wo sie gegen Bamberg aufgehört hatten und gingen durch vier Dreier in Folge 12:5 in Front (3.). Die Bayreuther blieben an der BG dran, weil sie schnell von Verteidigung auf Angriff umschalteten (12:8/4.). Doch die Göttinger zeigten sich weiter treffsicher von außen: Rihards Lomazs und Dawkins ließen die Dreier Nummer fünf, sechs und sieben zum 21:10 folgen und zwangen medi-Headcoach Raoul Korner zu seiner ersten Auszeit (5.). Doch auch diese konnte den Offensiv-Rhythmus der Veilchen nicht unterbrechen. Die Göttinger trafen weiter munter von außen. Lomazs, Nelson und Dawkins bauten den Vorsprung auf 36:21 aus (9.). Die ersten Veilchen-Punkte, die nicht von der Drei-Punkte-Linie kamen, erzielte Dennis Kramer zum 39:23 (10.). Zum Viertelende schraubte Nelson die Punkteausbeute seiner Mannschaft auf 41. Bayreuth erzielte immerhin aber auch 26 Zähler.

Im zweiten Abschnitt kam die BG-Offensive durch intensivere Bayreuther Verteidigung und Foulprobleme etwas ins Stocken. Nur drei Punkte (Dreier von Akeem Vargas) erzielten die Hausherren bis zur 15. Minute, während die fränkischen Gäste sich auf 44:35 herankämpften. Moors versuchte mit zwei Auszeiten kurz hintereinander, sein Team wieder in die Spur zu bringen, aber das funktionierte zunächst nicht, weil Osvaldas Olisevicius bei den Franken aufdrehte und seine Mannschaft auf 46:41 heranbrachte (17.). Doch dann legten auch die Göttinger eine Schippe in der Verteidigung drauf und kamen so auch im Angriff wieder besser in Schwung. Nach einem 8:2-Lauf, den Tai Odiase zum 54:43 abschloss, nahm Korner seine nächste Auszeit (18.). In die Halbzeitpause gingen die Veilchen mit einer 56:48-Führung.

Nach dem Seitenwechsel konterte Dawkins einen Dreier von Bastian Doreth zum 59:51 (21.). Aber bei der BG war jetzt nicht mehr die Leichtigkeit aus dem ersten Viertel da – die Moors-Truppe musste sich jeden Punkt hart erkämpfen. Und die Bayreuther witterten ihre Chance, verteidigten intensiv über das ganze Feld und zwangen die Göttinger zu Ballverlusten. Zwei Dreier von Tiby brachten die Franken auf 64:61 heran (25.). Die Veilchen versuchten dagegenzuhalten, taten sich gegen die medi-Verteidigung nun aber sehr schwer. So glich Tiby die Partie in der 27. Minute zum 68:68 aus. Olisevicius besorgte kurz darauf die erste Bayreuther-Führung seit der ersten Minute (68:71/27.). Die BG fand nun kein Mittel mehr gegen die entfesselt aufspielenden Gäste und lag vor dem Schlussviertel 72:77 zurück.

Gleich zu Beginn des letzten Abschnitts brachte Dawkins die Gastgeber durch einen Dreier auf 75:77 heran (31.). Doch die Göttinger schafften es nicht, das Korner-Team am Punkten zu hindern. Deishuan Booker hielt die BG mit einem Vier-Punkte-Spiel (erfolgreicher Dreier plus Freiwurf) in der Partie (79:81/32.), aber Bayreuth spielte mit Selbstvertrauen und zog wieder auf 79:88 weg (35.). Die BG hatte die Partie noch nicht abgeschrieben und startete eine Aufholjagd. Einen 11:2-Lauf schloss Nelson mit zwei Freiwürfen zum 90:90-Ausgleich ab (38.). Nachdem Lomazs in der 39. Minuten zum 94:95 getroffen hatte, vergaben die Veilchen die Chance, in Führung zu gehen. Bei noch sieben verbleibenden Sekunden mussten sie den Gegner dann an die Freiwurflinie schicken, wo dieser sich keine Blöße gab und die Partie für sich entschied.

Stimmen zum Spiel
Roel Moors (Headcoach BG Göttingen): „Das war ein schwaches Spiel von uns – ich bin sehr enttäuscht. Manche wollten heute ein Allstar Game spielen, aber in der easyCredit BBL gewinnt man kein Spiel nur über die Offensive. Man muss auch defensiv etwas präsent sein. Das waren wir heute nicht. Das erste Viertel war kein Geschenk. Wenn man alles trifft – damit sind wir nicht gut umgegangen und haben auch nicht aggressiv genug gespielt. Das sieht man im Verhältnis der Freiwürfe – 18 zu 35. Wir haben auch beim Rebound keinen guten Job gemacht und hatten 17 Ballverluste gegen ein Team, das eigentlich nicht aggressiv gespielt hat. Wir hatten zwölf Assists nach dem ersten Viertel, danach noch neun, drei davon in den letzten Minuten. Es ist sehr frustrierend ein Spiel so zu verlieren.“

Raoul Korner (Headcoach medi bayreuth): „Das erste Viertel war denkwürdig. Ich glaube, die ersten zwölf Dreier von Göttingen – ich habe irgendwann aufgehört zu zählen – haben ihr Ziel gefunden. Wir wussten, dass sie gut werfen können, aber dass sie zu sowas in der Lage sind, war auch für uns neu. Es war aber auch absehbar, dass das nicht über vier Viertel so weitergehen würde. Für uns war das entscheidende nach 41 Gegenpunkten im ersten Viertel kühlen Kopf zu bewahren, nicht mit schnellen Punkten zu versuchen, das Tempo in die Höhe zu treiben, sondern Kleinigkeiten zu machen, um die Prozentsätze ein bisschen runterzubekommen und variabel in der Offensive zu bleiben. Das war auch der Schlüssel zum Spiel, dass wir den Korb attackiert und Mismatches genutzt haben. Göttingen hat 35 Versuche von der Drei-Punkte-Linie gehabt – das ist gewaltig, 20 Treffer sind noch gewaltiger. Aber der Drei-Punkte-Prozentsatz war größer als der Zwei-Punkte-Prozentsatz. Da waren wir variabler und haben am Ende sicher auch davon profitiert, dass Göttingen das eine Spiel mehr machen musste am Freitag. Trotzdem Hut ab vor der Leistung von Göttingen und Hut ab vor der Saison. Da kann man wirklich reinen Gewissens gratulieren. Ich bedanke mich im Namen der Mannschaft bei unseren Fans, Unterstützern und Sponsoren für eine für uns alle nicht einfache Saison und bin dankbar für jede Unterstützung.“

BG Göttingen – medi bayreuth 95:99 (56:48)
Die Viertel im Überblick: 41:26, 15:22, 16:29, 23:22
BG Göttingen: Booker (5 Punkte/1 Dreier), Weidemann (12/4, 6 Assists), Nelson (20/3), Vargas (3/1), Onwuegbuzie (n.e.), Kramer (3, 7 Rebounds), Omuvwie, Lomazs (15/3), Mönninghoff (3/1), Kamp (9/1), Odiase (5), Dawkins (20/6).
medi bayreuth: Pardon (9 Punkte), Jalalpoor (4), Bruhnke (7), Doreth (15/1 Dreier), Seiferth (14), Jones (5/1, 6 Assists), Tiby (23/2, 11 Rebounds), Krug (n.e.), Walker (5/1), Olisevicius (17/2).