BG verpasst Einzug ins BBL Pokal-Halbfinale

Dominic Lockhart (rechts mit Zoran Dragic) und die Veilchen haben den Favoriten Ulm nicht aus dem Pokal geworfen. Bild: Harry Langer

14. Dezember 2019 – Die BG Göttingen hat den Einzug ins MagentSport BBL Pokal-Halbfinale verpasst. Am Samstagabend verlor die Mannschaft von BG-Headcoach Johan Roijakkers bei ratiopharm ulm 80:86 (33:48). Vor 5.911 Zuschauern in der ratiopharm arena zeigten die Gäste aus Göttingen vor allem im zweiten Viertel eine ausbaufähige Leistung in der Defensive und schafften es nicht, die offensiv-starken Ulmer zu stoppen. In der zweiten Halbzeit steigerte sich die BG und kämpfte sich auf vier Punkte heran (68:72/32.). Aber die erfahrenen Hausherren behielten die Ruhe und machten alle Bemühungen der Göttinger die Partie zu drehen zunichte. Bester Veilchen-Werfer war Elias Lasisi mit 19 Punkten. Für Ulm traf Zoran Dragic am häufigsten (22 Zähler).

Die Veilchen, bei denen Zane Waterman und Darius Carter als siebter und achter Ausländer pausierten, starteten gut in die Partie und hielten zunächst mit dem Favoriten mit. Terry Allen glich das Spiel Mitte des ersten Abschnitts per Dreier zum 14:14 aus, und Kyan Anderson brachte die Gäste durch ein Vier-Punkte-Spiel (erfolgreicher Dreier plus Freiwurf) 18:17 in Front (7.). Doch schon in den ersten zehn Minuten agierte die BG nicht schlau genug in der Verteidigung und erzwang keinen einzigen Ulmer Ballverlust. So erarbeiteten sich die Baden-Württemberger zum Viertelende einen 21:26-Vorsprung.

Im zweiten Abschnitt war bei den Göttingern in der Defensive weiterhin viel Luft nach oben. Die Roijakkers-Truppe konnte die Gastgeber nur durch Fouls stoppen, was angesichts der überragenden Ulmer Freiwurfquote von 92 Prozent dazu führte, dass die Mannschaft von Ulms Trainer Jaka Lakovic zu leichten Punkten kam. Zudem verhinderten die vielen Freiwürfe, dass die BG ihr schnelles Spiel ins Rollen bekam. In der 15. Minute wuchs der Veilchen-Rückstand erstmals auf einen zweistelligen Abstand an (26:37). Zwar versuchten die Südniedersachsen in Person von Anderson dagegenzuhalten, aber Andreas Obst sorgte in der 18. Minute – von der Freiwurflinie – für die höchste Ulmer Führung (29:44). Bei diesem Abstand blieb es vor der Halbzeitpause (33:48).

Nach dem Seitenwechsel gaben sich die Veilchen noch nicht geschlagen. In der Offensive lief es nun deutlich besser, auch weil Ulm bis zur 25. Minute nicht ein einziges Mal an der Freiwurflinie stand. Nach Andersons Korb zum 46:56 hatte Dylan Osetkowski die Chance, den Rückstand wieder in den einstelligen Bereich zu bringen, vergab aber zwei Freiwürfe (25.). Im Gegenzug versuchte Allen einen Ulmer Schnellangriff zu stoppen und beging dabei sein zweites unsportliches Foul. Für den US-Forward war die Partie somit beendet und die Gastgeber bauten ihren Vorsprung wieder aus (46:60). Aber die Göttinger kämpften weiter und arbeiteten sich Stück für Stück heran. Den Abschnitt schloss Mihajlo Andric durch einen Dreier zum 62:70 ab.

Das Schlussviertel begann, wie das dritte geendet hatte: mit einem Andric-Dreier. Dominic Lockhart legte nach und traf ebenfalls von außen zum 68:72 (32.). Die Ulmer legten dann einen kleinen Zwischenspurt ein und zogen durch vier Zähler in Folge vom Ex-Veilchen Derek Willis wieder auf 68:78 davon (34.). Doch die BG ließ nicht abreißen, sodass Lockhart und Lasisi noch einmal auf 76:82 verkürzten. Für Ulm übernahm der NBA-erfahrene Dragic dann Verantwortung und verschaffte seinem Team rund zwei Minuten vor dem Ende eine 76:86-Führung. Der BG lief im Anschluss die Zeit davon, sodass sie die Partie am Ende nicht mehr drehen konnte.

Stimmen zum Spiel
Johan Roijakkers (Headcoach BG Göttingen): „Ulm hat verdient gewonnen und steht zurecht im Halbfinale, obwohl wir uns noch einmal zurückgekämpft haben. In der ersten Halbzeit haben wir es nicht geschafft, Ulm von der Freiwurflinie wegzuhalten. Das hat auch dazu geführt, dass unsere Offensive nicht in den Gang kam. In der zweiten Halbzeit haben wir da einen viel besseren Job gemacht, mehr gekämpft und physischer agiert. Ich kann meiner Mannschaft nichts vorwerfen, ich bin stolz auf ihre Leistung.“

Jaka Lakovic (Headcoach ratiopharm ulm): „In der ersten Halbzeit sind wir als Jäger aufgetreten. Nach der Halbzeit hat Göttingen diese Rolle übernommen. Ich hatte den Eindruck, wir waren nicht mehr so aggressiv wie in den ersten 20 Minuten und haben eher versucht, den Vorsprung zu verwalten. Göttingen ist ein gutes Team und gut gecoacht. Sie wissen genau, wie sie spielen wollen und haben sich zurückgekämpft. Das verdient großen Respekt. Am Ende haben sie ihre Würfe nicht getroffen und wir konnten uns den Sieg sichern. Zoran Dragic hatte am Ende zwei starke Plays, die vielleicht entscheidend waren. Es war ein großartiges Spiel. Ich freue mich sehr für meine Spieler und den Verein, dass wir ins Halbfinale eingezogen sind.“

ratiopharm ulm – BG Göttingen 86:80 (48:33)
Die Viertel im Überblick: 26:21, 22:12, 22:29, 16:18
Zuschauer: 5.911
BG Göttingen: Lockhart (11 Punkte/2 Dreier), Anderson (12/2, 5 Assists), Lasisi (19/1), Ruoff, Kramer (2), Omuvwie, Andric (6/2), Mönninghoff (n.e.), Osetkowski (14, 8 Rebounds), Allen (14/2), Hundt (2), Bryant (n.e.).
ratiopharm ulm: Briscoe, Hayes (15 Punkte/1 Dreier, 4 Assists), Dragic (22/2), Günther, Philipps (n.e.), Jerrett (7/1), Obst (17/4), Hinrichs (5), Ugrai (n.e.), Heckmann (2), Schilling (4), Willis (14, 6 Rebounds).