BG wartet weiter auf den nächsten Sieg

Stephen Brown Jr. erzielte an seinem Geburtstag 20 Punkte. Bild: Swen Pförtner

27. März 2022 – Die BG Göttingen hat noch nicht wieder in die Erfolgsspur zurückgefunden. Die Mannschaft von BG-Headcoach Roel Moors verlor am Sonntagnachmittag gegen s.Oliver Würzburg 76:89 (39:57). Vor 1.689 Zuschauern in der Göttinger Sparkassen-Arena schafften es die Südniedersachsen nicht, mit dem schnellen Spiel der Franken mitzuhalten und diese in der Defensive zu stoppen. Ab Ende des ersten Abschnitts mussten die Hausherren zudem auf ihren Topscorer Kamar Baldwin verzichten, der sich an der Schulter verletzte und nicht mehr mitwirken konnte. Die Göttinger mühten sich, fanden aber keine Lösungen gegen Würzburger, die auch schwere Würfe trafen und schon in der ersten Halbzeit fast 60 Punkte erzielten. Bester BG-Werfer war Geburtstagskind Stephen Brown Jr. (20 Punkte); Nate Grimes gelang ein Double-Double (16 Punkte, 12 Rebounds). Für Würzburg traf Craig Moller am häufigsten (15 Zähler).

Bei den Veilchen war Harper Kamp nach seiner Oberschenkelverletzung zurück, dafür musste nun Mathis Mönninghoff passen, der sich in der Partie gegen Heidelberg in den Schlussminuten einen Bänderriss im Sprunggelenk zugezogen hatte. Den besseren Start in das Duell hatten die fränkischen Gäste. Ex-Veilchen Will Buford brachte sein Team durch einen Dreier 2:10 in Front und zwang Moors früh zu einer ersten Auszeit (3.). Aber auch danach lief es zunächst nicht besser, sodass die Würzburger den Abstand weiter vergrößerten. Zwar gaben vier Punkte hintereinander von Jeff Roberson etwas Hoffnung, doch dann gab es eine Schrecksekunde: Baldwin stürzte ohne Einwirkung des Gegners und blieb mit schmerzverzerrtem Gesicht liegen. Der BG-Topscorer kam nicht mehr zum Einsatz. Die Göttinger kamen dennoch offensiv besser ins Spiel: Einen Dreier von Craig Moller konterte Kamp ebenfalls von außen zum 16:27. Aber in der Defensive stoppten die Veilchen die schnellen Würzburger zu selten, sodass diese mit einer 18:31-Führung in die Viertelpause gingen.

Im zweiten Abschnitt versuchten die Göttinger, sich an die Gäste heranzukämpfen, aber das Team von Würzburgs Headcoach Sasa Filipovski traf auch schwierige Würfe und machte die Bemühungen der Hausherren so immer wieder zunichte. Harald Frey verkürzte durch seinen Dreier auf 26:39, aber die Antwort der Franken kam prompt zum 26:44 (16.). Erneut war es Frey, der von außen traf, doch ebenso konterte Würzburg zum 29:48 (17.). In Anschluss stemmte sich Brown Jr. gegen den immer größer werdenden Rückstand und versenkte ein Vier- sowie ein Drei-Punkte-Spiel (Korberfolg plus Freiwurf) zum 36:50 (18.). Aber auch die Würzburger blieben treffsicher und bauten ihren Vorsprung bis zur Halbzeitpause auf 39:57 aus.

Nach dem Seitenwechsel zeigten die Göttinger ihr Kämpferherz, schafften es aber nicht, den Rückstand zu verkürzen. Kamp traf zum 42:61, doch Abdul-Malik Abu erhöhte wieder auf 42:63 (24.). Nach zwei vergebenen Freiwürfen von Würzburgs Stanic und vier BG-Zählern in Folge zum 46:63 nahm Filipovski eine Auszeit (26.). Doch die Hausherren kämpften weiter und kamen durch einen Grimes-Dreier auf 49:65 heran (27.). Aber die Moors-Truppe ließ ihr Können immer nur kurz aufblitzen, während Würzburg nach Belieben wieder anzuziehen schien. Nach einem technischen Foul von Moors, der sich über eine Schiedsrichter-Entscheidung beschwerte, traf Cameron Hunt von außen zum 49:71 (28.). Auch wenn der BG nicht viel Gelingen wollte, fehlende Einsatzbereitschaft konnte man ihr nicht vorwerfen – 17 Offensiv-Rebounds sind ein Beleg dafür. Akeem Vargas, Brown und Haris Hujic sorgten mit ihren Dreiern dafür, dass ihr Team diesen Abschnitt knapp für sich entschied und den Rückstand auf 60:77 verkürzte.

Auch im letzten Viertel gaben die Gastgeber die Partie noch nicht verloren. Aber die Bemühungen reichten nicht, um sich weiter an die Franken heranzuarbeiten – im Gegenteil. In der 37. Minute wuchs der Veilchen-Rückstand wieder auf 23 Zähler an (64:87), und Moors nahm eine erneute Auszeit. Angesichts des hohen Vorsprungs wurden die Gäste nun nachlässig. Die Göttinger gaben nicht auf und kamen durch einen 9:0-Lauf auf 73:87 heran (39.). Doch die Zeit reichte am Ende nicht mehr aus, um den Würzburger Sieg noch zu gefährden.

Stimmen zum Spiel
Roel Moors (Headcoach BG Göttingen): „Würzburg hat sehr verdient gewonnen. Eigentlich waren wir von der ersten Minute an nicht im Spiel. Wir kämpfen im Moment gegen uns selbst. Das größte Problem ist, dass wir momentan gegen fast jeden Gegner physisch unterlegen sind und die Gegner das gut ausnutzen. Deswegen ist es im Moment schwierig, und natürlich hilft es nicht, wenn du nach sechs Minuten deinen Go-to-guy verlierst, aber es war auch vorher schon schwer. Wir haben zehn Würfe mehr kreiert als Würzburg und 17 Offensiv-Rebounds geholt. Ich kann nicht sagen, dass meine Spieler nicht gekämpft haben. Aber im Moment reicht das nicht. 37 Prozent Zweier-Trefferquote reichen nicht gegen ein gutes Team. Wir müssen zuerst versuchen, mental wieder frisch zu werden. Vielleicht können wir dann wieder mit den anderen Teams mithalten.“

Sasa Filipovski (Headcoach s.Oliver Würzburg): „Zuerst möchte ich meinen Spielern zu einem großartigen Spiel gratulieren. Natürlich wäre das Spiel anders verlaufen, wenn Kamar Baldwin sich im ersten Viertel nicht verletzt hätte, das muss ich zugeben. Ich wünsche ihm nur das Beste, und dass er so schnell wie möglich zurückkommt. Wir hatten heute einen guten Tag und sieben Spieler, die zweistellig gepunktet haben. Ich bin froh, dass wir gewonnen haben, weil Göttingen ein gutes Team mit einem guten Trainer ist. Sie verdienen es, in die Playoffs zu kommen. Wir kämpfen immer noch darum, in der Liga zu bleiben, weshalb jeder Sieg für uns sehr wichtig ist. Wir müssen fokussiert bleiben, gut arbeiten und hoffen, gesund zu bleiben. Ich danke auch unseren Fans, die heute hierhergekommen sind und uns unterstützt haben.“

BG Göttingen – s.Oliver Würzburg 76:89 (39:57)
Die Viertel im Überblick: 18:31, 21:26, 21:20, 16:12
Zuschauer: 1.689
BG Göttingen: Toolson (3 Punkte), Frey (9/3 Dreier, 4 Assists), Roberson (9/1), Vargas (3/1), Hujic (3/1), Hartwich (2), Kamp (9/1), Brown Jr. (20/4, 4 Assists), Grimes (16/1, 12 Rebounds), Giotis (2), Baldwin.
s.Oliver Würzburg: Böhmer (2 Punkte), Abu (11), Callison (13/1 Dreier, 6 Assists), Albus, Moller (15/1), Rodriguez (10), Hunt (14/2), Hoffmann (3/1), Buford (11/1), Stanic (10, 9 Rebounds).