Derby-Sieger: Veilchen kämpfen sich in Braunschweig zum Erfolg

Aubrey Dawkins war mit 22 Punkten bester BG-Punktesammler. Bild: SoulClap Media

3. März 2021 – Die BG Göttingen hat sich einen wichtigen Sieg im Kampf um den Verbleib in der easyCredit Basketball Bundesliga gesichert. Bei den Basketball Löwen Braunschweig gewann die Mannschaft von BG-Headcoach Roel Moors am Mittwochabend 102:91 (51:44). Zuschauer waren aufgrund der Corona-Pandemie in der Volkswagen Halle nicht zugelassen. Die Gäste aus Göttingen lieferten sich mit den Löwen das erwartete Derby auf Augenhöhe. Die BG erarbeitete sich immer wieder kleine Vorteile, machte diese aber durch Unkonzentriertheiten zunichte. Nach einem schlechten dritten Abschnitt der Moors-Truppe waren die Hausherren wieder im Spiel und setzten sich sogar ab. Aber die Gäste behielten die Nerven und sicherten sich den siebten Saisonsieg an der Freiwurflinie. Bester Veilchen-Werfer war Aubrey Dawkins mit 22 Punkten. Für Braunschweig traf Karim Jallow am häufigsten (20 Zähler).

Die Veilchen, die auf Marvin Omuvwie (Schulterprobleme) verzichten mussten, starteten mit einem schnellen Dawkins-Dreier in die Partie. Die Löwen brauchten ein bisschen Zeit, um ihre ersten Punkte zu erzielen und hatten Glück, dass die Göttinger Offensive auch noch nicht ganz im Spiel war (3:3/3.). Keines der beiden Teams konnte sich zunächst nennenswert absetzen – die BG erarbeitete sich aber leichte Vorteile und blieb in Front (13:12/7.). Dann ließen Deishuan Booker und erneut Dawkins zwei Dreier zum 19:12 folgen (7.). Die Braunschweiger konnten kleine Fehler der Veilchen nicht nutzen, sodass die Gäste zum Viertelende 25:19 führten.

Zu Beginn des zweiten Abschnitts taten sich die Göttinger sehr schwer in der Offensive und mussten sich jeden Punkt hart erarbeiteten. Bis zur 16. Minute gelang den Moors-Jungs kein einziger Feldkorb, lediglich sechs Zähler von der Freiwurflinie. So arbeitete sich das Team von Löwen-Headcoach Pete Strobl wieder an die Gäste heran. In der 14. Minute hatte Jallow die Chance, durch ein Drei-Punkte-Spiel (Korberfolg plus Freiwurf) zum 31:31 auszugleichen, vergab aber den Bonus-Freiwurf. Allerdings holten sich die Braunschweiger den Rebound, Harper Kamp foulte Jallow, der dieses Mal beide Freiwürfe zur 31:32-Führung verwandelte. Ex-Veilchen Benedikt Turudic erhöhten den Veilchen-Rückstand und zwang Moors zu einer Auszeit. Diese wirkte, denn die Göttinger blieben durch den ersten Feldkorb in diesem Abschnitt durch Rihards Lomazs dran (33:34/16.). Die BG-Offensive fing sich – Luke Nelson schloss einen 9:0-Lauf zum 40:34 ab (17.), sodass Strobl mit einer Auszeit reagierte. Bei den Gästen lief es im Angriff nun wieder besser – Lomazs baute die Führung durch ein Drei-Punkte-Spiel auf 49:38 aus (19.). Vor der Halbzeitpause streuten die Löwen aber zwei Dreier ein und verkürzten den Rückstand auf sieben Punkte (51:44).

Nach dem Seitenwechsel ließen Tai Odiase und Booker den Vorsprung wieder auf zehn Zähler anwachsen (56:46/22.), doch dann verloren die Gäste komplett den Faden. Mehr als drei Minuten gelangen der BG keine Punkte, während Braunschweig Stück für Stück verkürzte und in der 24. Minute erneut die Führung übernahm (56:57). Mathis Mönninghoff , der insgesamt fünf seiner sechs Dreier-Versuche traf, und Nelson verschafften den Veilchen durch ihre Treffer von jenseits der 6,75-Meter-Marke etwas Luft (62:57). Die BG legte aus der Distanz zum 68:61 nach und zwang Strobl zu seiner nächsten Auszeit. Diese wirkte, denn sein Team agierte nun wieder aggressiver in der Verteidigung und zwang die Gäste zu Ballverlusten. So gelang es den Hausherren, die Partie vor dem Schlussviertel auszugleichen (71:71).

Im letzten Abschnitt mussten die Veilchen auf Kamp verzichten, der kurz vor Ende des dritten Viertels sein fünftes Foul kassiert hatte. Die Göttinger taten sich nun wieder sehr schwer und gerieten durch einen Dreier von Lukas Wank 73:79 in Rückstand (33.). Im Gegenzug traf Mönninghoff aber ebenfalls von außen und wurde dabei auch noch gefoult. Den zusätzlichen Freiwurf traf der Forward zwar nicht, doch die BG sicherte sich den Rebound, und Odiase traf zum 78:79. Strobl bekam im Anschluss von den Schiedsrichtern ein technisches Foul verhängt, das Nelson zum 79:79 nutzte (33.). Die Göttinger agierten nun wieder konzentrierter und konnten sich auf Odiase verlassen, der sein Team in Führung brachte und diese auf 86:81 ausbaute (35.). Doch die Löwen kämpften und blieben in Reichweite (88:85/37.). In der Schlussphase fehlte der BG Nelson, der ebenfalls mit seinem fünften Foul auf der Bank Platz nehmen musste, doch für ihn sprang Mönninghoff in die Bresche. Der Forward konterte einen Dreier von Arnas Velicka zum 95:88, doch der Litauer gab seinem Team mit dem nächsten Distanztreffer Hoffnung (95:91/39.). Aber die Göttinger behielten die Nerven und spielten die Partie auch dank ihrer Treffsicherheit von der Freiwurflinie ruhig zu Ende.

Stimmen zum Spiel
Roel Moors (Headcoach BG Göttingen): „Das war ein wichtiger Sieg für uns. Wir wussten, dass es gegen Braunschweig nicht einfach wird, weil sie sehr physisch spielen und 40 Minuten alles geben. Wir hatten das Spiel die meiste Zeit unter Kontrolle. Dann haben wir Braunschweig mit unnötigen Ballverlusten wieder ins Spiel gebracht. Es gab im letzten Viertel einen Zeitpunkt, zu dem es schlecht für uns aussah. Aber dann haben wir einige sehr gute Minuten gehabt. Das war ein guter Team-Sieg für uns.“

Pete Strobl (Headcoach Basketball Löwen Braunschweig): „Wir haben alles geben und wirklich hart zusammengearbeitet und dann am Ende passieren die Kleinigkeiten, die uns nicht helfen. Das waren heute unsere Ballverluste, und normalerweise sind wir viel stärker im Rebound. Heute haben wir das Rebound-Duell verloren. Wir versuchen, unseren Weg weiter zu gehen mit so vielen jungen Spielern. Diese Erfahrungen sind sehr wichtig für diese Spieler, aber es tut weh zu verlieren. Das Spiel wollten wir natürlich gewinnen, das hatten wir uns vorgenommen. Jetzt müssen wir uns auf das nächste Spiel vorbereiten und aus der Niederlage lernen.“

Basketball Löwen Braunschweig – BG Göttingen 91:102 (44:51)
Die Viertel im Überblick: 19:25, 25:26, 27:20, 20:31
BG Göttingen: Booker (8 Punkte/2 Dreier), Weidemann, Nelson (11/2, 7 Assists), Vargas (2), Onwuegbuzie (n.e.), Kramer (2), Lomazs (13), Mönninghoff (18/5, 6 Rebounds), Kamp (10), Odiase (12, 6 Rebounds), Dawkins (22/4).
Basketball Löwen Braunschweig: Wank (8 Punke/2 Dreier), Watkins (n.e.), Zeeb, van Slooten (7/1), Robinson (13/2), Göttsche, Peterka (3/1), Roosch (n.e.), Velicka (19/3, 7 Assists), Schilling (13, 9 Rebounds), Jallow (20), Turudic (8).