Langsamer Veilchen-Start verhindert Überraschung

Dennis Kramer erzielte die ersten Punkte des Spiels für die Veilchen. Bild: Christian Reinhard

3. Februar 2018 – Die BG Göttingen hat trotz einer Energieleistung ihre Niederlagenserie nicht beendet. Am Samstagabend verlor die Mannschaft von BG-Headcoach Johan Roijakkers gegen den Favoriten ratiopharm ulm 84:94 (47:53). Die 3.321 Zuschauer in der Göttinger Sparkassen-Arena sahen zwei unterschiedliche Gesichter des easyCredit Basketball-Bundesligisten aus Südniedersachsen. Die Hausherren starteten langsam in die Partie, die von der ZUFALL logistics group präsentiert wurde, und mussten einem hohen Rückstand hinterher laufen. Im zweiten Abschnitt fing sich die Roijakkers-Truppe, holte auf und hatte kurz nach der Halbzeitpause sogar die Chance zum Ausgleich (51:53/22.). Doch am Ende setzte sich die Qualität der Ulmer durch. Bester Veilchen-Werfer war Michael Stockton mit 23 Punkten. Für Ulm traf Isaac Fotu (24 Zähler) am häufigsten.

Die Ulmer erwischten die Veilchen auf dem falschen Fuß und gingen schnell 0:11 in Führung. Die ersten BG-Punkte erzielte Dennis Kramer erst nach fast drei Minuten zum 2:11 (3.)., doch die schwäbischen Gäste agierten stark. Fotu baute den Ulmer Vorsprung kurz darauf auf 2:16 aus. Die Hausherren brauchten viel zu lagen, um in die Partie zu kommen, sodass ihr Rückstand in der 7. Minute auf 6:21 anwuchs. Dann übernahm Veilchen-Kapitän Stockton und brachte sein Team auf 20:31 heran (10.). In die Viertelpause ging es mit einem 22:34-Rückstand.

Zu Beginn des zweiten Abschnitts lief es zunächst wieder nicht optimal für die Göttinger. Der Vorsprung der Gäste wuchs in der 13. Minute durch einen Dreier von Da’Sean Butler auf 16 Zähler an. Aber die Gastgeber gaben nicht auf und konterten durch einen Dreier von Harper Kamp zum 30:43. Der US-Center legte gleich fünf weitere Punkte zum 35:43 nach und schloss seinen Lauf durch einen erneuten Dreier zum 38:45 ab (16.). Das Team von ratiopharm-Headcoach Thorsten Leibenath hielt die Südniedersachsen dann aber durch zwei Distanztreffer von Joschka Ferner auf Abstand, die Roijakkers zu einer Auszeit bewegten (43:53/17.). Doch die Veilchen krönten das Viertel durch vier Stockton-Zähler in Folge und verringerten den Rückstand zur Halbzeitpause auf 47:53.

Gleich nach dem Seitenwechsel machte die BG da weiter, wo sie vor der Pause aufgehört hatte. Dominic Lockhart und Stockton brachten die Göttinger auf 51:53 heran (22.). Durch die gute Verteidigungsarbeit hatten die Gastgeber kurz darauf sogar die Chance, das Spiel auszugleichen, vergaben diese aber. Im Gegenzug traf Ulms Nationalspieler Ismet Akpinar per Dreier zum 51:56 (23.). Zunächst blieben die Veilchen an ihrem Gegner dran, der sich nun aber wieder besser auf die Leinestädter einstellt. Erneut war es Ferner, der durch seinen nächsten Dreier Roijakkers zu einer Auszeit zwang (55:66/28.). Stockton brachte die Göttinger wieder auf 62:70 heran, ins Schlussviertel ging es nach Ryan Thompsons Treffer mit 62:72.

Lockhart ließ das Publikum durch drei Punkte in Folge auf einen erneuten Lauf hoffen, doch wieder war es Ferner, der diese Hoffnung zunichte machte (65:75/32.). Neben dem jungen Deutschen, der alle vier seiner Dreier-Versuche verwandelte, blieb nun auch Akpinar treffsicher (5/6 Dreier) und ließ den Ulmer Vorsprung wieder auf 14 Zähler anwachsen (74:88/37.). Die Veilchen bäumten sich noch einmal auf und kamen durch den Ex-Ulmer Brion Rush auf 81:90 heran, doch Akpinar konterte zum 81:93 und beendete die Siegchancen der Gastgeber.

Stimmen zum Spiel:

Johan Roijakkers (Headcoach BG Göttingen): „Es war ein schön anzusehendes, schnelles Spiel. Wir haben gut verteidigt – nur in den ersten vier Minuten waren wir nicht bereit. Ich bin glücklich darüber, wie wir uns zurückgekämpft haben und im Spiel geblieben sind. Es macht Spaß mit diesen Spielern zu arbeiten. Wir fokussieren uns auf die positiven Dinge.“

Thorsten Leibenath (Headcoach ratiopharm ulm): „Das war einer unserer wichtigsten Siege diese Saison, wenn nicht sogar der wichtigste. Wir haben es trotz der angespannten Personalsituation geschafft, mit einer tiefen Rotation eine gute Leistung zu zeigen. Die Art und Weise wie wir gewonnen haben, nötigt mir großen Respekt ab. Wir sind sehr gut gestartet und haben Göttingen auf dem falschen Fuß erwischt. Johan Roijakkers hat die richtigen Stellschrauben gedreht, sodass sein Team dann wie ausgewechselt gespielt hat. Vor allem das hohe Tempo von Michael Stockton hat uns überrascht. Wir mussten uns daran gewöhnen, was den Rest der ersten Halbzeit gebraucht hat. In der zweiten Halbzeit haben wir dann wieder besser verteidigt. Es war nicht alles perfekt, aber Göttingen ist eine starke Mannschaft, und ich habe allergrößten Respekt vor Johans Arbeit. Ich wünsche ihnen alles Gute und freue mich schon wieder auf die Duelle in der kommenden Saison.“

BG Göttingen – ratiopharm ulm 84:94 (47:53)

Die Viertel im Überblick: 22:34, 25:19, 15:19, 22:22

Zuschauer: 3.321

BG Göttingen: Lockhart (7 Punkte), Williams, Kramer (4), Müller (n.e.), Rush (16/3 Dreier), Stockton (23, 6 Rebounds, 7 Assists), Loveridge (7/1), Stechmann (n.e.), Kamp (20/2, 6 Rebounds), Larysz (n.e.), Haukohl, Grüttner (7/1).

ratiopharm ulm: Ohlbrecht (3 Punkte), Thompson (12), Günther (2), Ferner (14/4 Dreier), Akpinar (20/5, 5 Assists), Pape, Butler (13/3, 8 Rebounds), Rohwer (n.e.), Babic (2), Pongo, Fotu (24/2), Krämer (4).