Neuer Anlauf: BG empfängt Aufsteiger aus Chemnitz

Beim Overtimesieg der Veilchen im Hinspiel war Marcus Thornton (rechts mit Nelson Weidemann) mit 25 Punkten bester Scorer der Chemnitzer. Bild: Jan Stimpel

29. März 2021 – Neun Saisonerfolge und fünf Siege Vorsprung auf Platz 17 – durch das deutliche 103:79 bei RASTA Vechta und dem gewonnenen direkten Vergleich hat die BG Göttingen einen weiteren riesengroßen Schritt in Richtung Ligaverbleib gemacht. Zehn Partien stehen für die Mannschaft von BG-Headcoach Roel Moors noch auf dem easyCredit BBL-Spielplan, plus das Halbfinale um den MagentaSport BBL Pokal gegen ALBA BERLIN Mitte April. In den Saisonendspurt starten die Südniedersachsen mit vier Heimspielen in Folge innerhalb von 13 Tagen – den Auftakt macht die Nachholpartie gegen Aufsteiger NINERS Chemnitz am Dienstag, 30. März, (19 Uhr, Sparkassen-Arena, live bei MagentaSport). „Chemnitz ist ein Team, das immer weiterspielt und nicht aufgibt“, sagt BG-Co-Trainer Thomas Crab. „Irgendwann fangen sie dann an zu treffen und kommen zurück ins Spiel.“

Das Hinspiel zwischen Göttingen und dem Aufsteiger liegt schon eine ganze Weile zurück. Am 3. Spieltag Ende November holte sich die BG einen umkämpften 103:99-Sieg nach Verlängerung. Bei der Moors-Truppe stachen gleich drei Akteure in dieser Partie heraus: Aubrey Dawkins, Luke Nelson (je 24 Punkte) und Tai Odiase (17). Bei den Sachsen waren Marcus Thornton (25 Punkte), George King (17) und der inzwischen wieder abgewanderte Wes Clark (15) die besten Punktesammler.

Eigentlich hätte das Rückspiel gleich nach der Länderspielpause Ende Februar ausgetragen werden sollen, doch die Partie wurde von der Liga abgesetzt, da die Mannschaft von NINERS-Headcoach Rodrigo Pastore aufgrund eines positiven PCR-Tests auf das Corona-Virus in Quarantäne musste. Somit verpuffte auch der Schwung aus den beiden starken NINERS-Siegen gegen Brose Bamberg und den FC Bayern München – aus der Quarantäne kamen die Sachsen mit drei Niederlagen, bevor gegen die Basketball Löwen Braunschweig der achte Saisonsieg folgte (87:83). Am vergangenen Wochenende zeigten die Ostdeutschen eine sehr gute Leistung gegen die EWE Baskets Oldenburg und mussten sich erst nach Verlängerung geschlagen geben.

US-Guard Thornton und US-Forward King erzielen im Schnitt die meisten Chemnitzer Punkte pro Partie (13,3 beziehungsweise 12,4). Thornton gibt zudem die meisten direkten Korbvorlagen (4,5 Assists pro Spiel), gefolgt von US-Guard Terrell Harris (3,9). „Thornton ist ein unglaubliches Talent und ihr absoluter Schlüsselspieler“, sagt Crab. „Aber auch King und Mike sind wichtig für sie.“ Als besten Rebounder hat der Ende Februar nachverpflichtete US-Forward Jonathan Williams (kam vom türkischen Erstligisten Galatasaray Istanbul) den kanadischen Forward Isiaha Mike abgelöst. Williams holt 7,8 Rebounds pro Partie; Mike 5,5.

In der Spitze anzutreffen ist der Aufsteiger bei der Dreier-Quote: Rund 38 Prozent ihrer Versuche von jenseits der 6,75-Meter-Linie versenken die Sachsen – nur Oldenburg und Ulm treffen hochprozentiger. „Chemnitz‘ Stärken sind die Transition und das Werfen“, so Crab. „Wir dürfen möglichst keine offenen Würfe zulassen und müssen Druck in der Verteidigung auf sie ausüben.“

Während bei den NINERS in Filip Stanic ein länger verletzter Akteur wieder zurückgekehrt ist, müssen die Göttinger wahrscheinlich auf einen zuletzt immer wichtiger werdenden Spieler verzichten. Veilchen-Kapitän Akeem Vargas knickte in den Schlussminuten am Samstag in Vechta um und zog sich eine Sprunggelenksverletzung zu. Die genaue Diagnose stand am Montagmittag noch aus; ein Einsatz am Dienstag scheint aber mehr als fraglich. Dabei wollte der 30-Jährige gegen Chemnitz ein Jubiläum feiern: 299 Spiele hat der Guard in der easyCredit BBL absolviert – auf das 300. muss Vargas jetzt wohl noch etwas warten.