Oldenburg zu stark für BG

Marvin Omuvwie (rechts mit Oldenburgs Nathan Boothe) und den Veilchen gingen am Ende des Spiels die Kräfte aus. Bild: Ulf Duda

10. Juni 2020 – Die BG Göttingen hat beim easyCredit BBL Final-Turnier 2020 die erste Niederlage hinnehmen müssen. Die Mannschaft von BG-Headcoach Johan Roijakkers verlor am frühen Mittwochabend gegen die EWE Baskets Oldenburg 62:80 (39:44). Im Münchner Audi Dome zeigten die Göttinger eine couragierte Leistung und brachten die Favoriten phasenweise in Bedrängnis. Nach dem Seitenwechsel ließen bei den Südniedersachsen dann immer mehr die Kräfte nach, sodass die Oldenburger ihren Vorsprung nach und nach ausbauten. Im letzten Viertel hatten die Göttinger dann nichts mehr entgegenzusetzen. Bester Veilchen-Werfer war Terry Allen mit 16 Punkten. Für Oldenburg traf Rasid Mahalbasic am häufigsten (22 Zähler).

Die Veilchen, die auf Alex Ruoff (Beschwerden mit der Rückenmuskulatur) verzichten mussten, erwischten einen guten Start und gingen durch zwei Dreier von Mathis Mönninghoff, der für Ruoff in die Start-Aufstellung gerückt war, und Allen 6:2 in Front (3.). Einen Dreier von Rickey Paulding konterte Bennet Hundt direkt zum 9:5. Es entwickelte sich nun ein rasantes Spiel – beide Teams präsentierten sich treffsicher. Eine kurze offensive BG-Schwächephase nutzten die Oldenburger aus, um erstmalig in Führung zu gehen (13:14/6.). Zwar holten sich die Veilchen diese sofort zurück, doch Tyler Larson traf von außen zum 15:17 (7.). Ihren Vorsprung bauten die Baskets bis zum Viertelende durch einen 1:6-Lauf auf 18:23 aus.

Gleich zu Beginn des zweiten Abschnitts glichen Dennis Kramer und Allen die Partie zum 23:23 aus. Allerdings schaffte es die Roijakkers-Truppe nicht, erneut in Führung zu gehen. Im Gegenzug bauten die Oldenburger ihren Vorsprung erneut aus (23:29/13.), aber die Göttinger kämpften und kamen durch Mihajlo Andric auf einen Punkt heran (32:33/16.). Zwar behielt das Team von Baskets-Headcoach Mladen Drijencic seine Führung und baute diese auch immer wieder etwas aus, doch die Veilchen blieben daran. Auf einen Paulding-Dreier antwortete Dominic Lockhart ebenfalls von jenseits der 6,75-Meter-Marke zum 39:42 (20.). Kurz vor der Pause traf Braydon Hobbs noch zwei Freiwürfe zum 39:44-Halbzeitstand.

Auch nach dem Seitenwechsel blieb die BG an dem Favoriten dran. Auf Kramer und Hundt war in dieser Phase Verlass – sechs Punkte des Duos sorgten für das 45:48 (23.). Die Oldenburger zeigten immer wieder ihre Stärke, doch die Veilchen machten ihnen das Leben nicht leicht. Lockhart und Leon Williams hielten den Göttinger Rückstand bei sechs Zählern (49:55/27.). Dann schwanden die Kräfte bei den dezimierten Veilchen merklich. Bis zum Viertelende gelangen der BG nur noch drei Punkte (Allen-Dreier), während die Baskets auf 52:64 davonzogen.

Im letzten Abschnitt erhöhten die Oldenburger ihren Vorsprung schnell auf 55:71. Roijakkers nahm sofort eine Auszeit, die aber nur kurzfristig Wirkung zeigte. Die Veilchen bemühten sich weiter dagegenzuhalten, kamen offensiv aber immer seltener zum Zug. Anstatt Mahalbasic übernahm jetzt Nathan Boothe für Oldenburg, der zweimal hintereinander zum 57:75 traf. Die Göttinger mussten sich ihre Punkte nun an der Freiwurflinie erarbeiten, schafften es aber nicht mehr, den Rückstand zu verkürzen. Den Schlusspunkt setzte Williams mit starkem Zug zum Korb. Den Bonus-Freiwurf verwandelte der Niederländer nicht, sodass es beim 62:80 blieb.

Stimmen zum Spiel
Johan Roijakkers (Headcoach BG Göttingen): „Wir haben gut angefangen und sicher gespielt. In der ersten Halbzeit haben wir Energie und Teamplay gezeigt. In der zweiten Halbzeit wurde es dann gegen die starken und tiefer besetzten Oldenburger schwer für uns – uns ist die Puste ausgegangen. Aber wir haben bis zum Ende des Spiels gekämpft, dafür muss ich meiner Mannschaft ein Kompliment machen. Alex Ruoff hatte gestern nach dem Training muskuläre Probleme am Rücken. Er sollte gestern noch eine Spritze bekommen, was aber nicht funktioniert hat. Deshalb wurde ihm die Spritze heute gegeben, sodass wir hoffen, dass er am Freitag gegen Bayern München spielen kann.“

Mladen Drijencic (Headcoach EWE Baskets Oldenburg): „Wir haben heute besser gespielt als am Montag gegen Ulm und das Spiel über 40 Minuten gemanaget, sowohl in der Offensive, als auch in der Defensive. Wir haben bei den Göttingern nicht viel zugelassen und sie kontrolliert. Das sieht man auch daran, dass ihre Dreier-Trefferquote von Viertel zu Viertel schlechter wurde, da haben wir uns angepasst. Außerdem haben wir unsere Vorteile auf den großen Positionen ausgenutzt. Unsere Point Guards haben unsere drei Schlüsselspieler Rasid Mahalbasic, Nathan Boothe und Rickey Paulding gut in Szene gesetzt.“

EWE Baskets Oldenburg – BG Göttingen 80:62 (44:39)
Die Viertel im Überblick: 23:18, 21:21, 20:13, 16:10
BG Göttingen: Kok (2 Punkte), Lockhart (11/2 Dreier), Williams (4), Ersek, Kramer (12), Omuvwie, Andric (4), Mönninghoff (3/1, 5 Rebounds), Allen (16/4, 5 Rebounds), Hundt (10/1, 5 Assists).
EWE Baskets Oldenburg: Hobbs (9 Punkte/1 Dreier), Tadda, Drijencic, Keßen (2), Hollatz, Aamaize (8), Paulding (15/2), Mahalbasic (22), Schwethelm (3/1), Hummer, Boothe (14/1, 10 Rebounds), Larson (7/1, 4 Assists).