Pokal: Veilchen scheiden gegen Titelverteidiger Berlin aus

Harper Kamp (Mitte) und die Veilchen haben gegen Berlin eine kämpferische Leistung gezeigt. Bild: Ulf Duda

15. Mai 2021 – Die BG Göttingen ist im Halbfinale des MagentaSport BBL Pokals ausgeschieden. Die Mannschaft von BG-Headcoach Roel Moors verlor am Samstagabend gegen Titelverteidiger ALBA BERLIN 96:112 (49:55). Zuschauer sind beim im Münchener Audi Dome ausgetragenen TOP FOUR aufgrund der Corona-Pandemie nicht zugelassen. Der Außenseiter aus Göttingen zeigte phasenweise guten Basketball und agierte dann auch auf Augenhöhe mit dem Favoriten. Den zweiten Abschnitt entschieden die Südniedersachsen für sich und hielten den Rückstand zur Pause knapp. In der zweiten Hälfte spielten die Hauptstädter dann aber ihre Überlegenheit aus und behielten die Partie gegen tapfer kämpfende Veilchen unter Kontrolle. Bester Veilchen-Werfer war Rihards Lomazs mit 23 Punkten. Für Berlin traf Johannes Thiemann am häufigsten (24 Zähler). Das Finale um den MagentaSport BBL Pokal bestreiten die Berliner am morgigen Sonntag, 16. Mai, gegen Gastgeber FC Bayern München (15 Uhr, live und kostenlos bei MagentaSport). Für die Göttinger ist die Saison 2020/21 nun beendet – in der kommenden Woche gehen die Spieler nach und nach in den Sommerurlaub.

Die Veilchen, die weiterhin auf Aubrey Dawkins (Sprunggelenksverletzung) verzichten mussten, brauchten ein bisschen Zeit, um ins Spiel zu kommen. Die ersten Göttinger Punkte erzielte Lomazs per Dreier zum 3:7 (2.). Nelson Weidemann und Tai Odiase glichen die Partie kurz darauf zum 7:7 aus. Die Moors-Truppe agierte nun mit dem Favoriten auf Augenhöhe und blieb dran (11:13/6.). Doch die Berliner fanden im Anschluss immer wieder gute Optionen und verteidigten besser. So zog das Team von ALBA-Headcoach Aito Garcia Reneses bis zum Viertelende auf 14:24 davon.

Im zweiten Abschnitt kämpften die Veilchen und kamen in der Offensive immer besser zum Zug. Im Gegenzug schafften sie es aber nicht, die Albatrosse zu stoppen, sodass sich der Rückstand nicht nennenswert verringerte (25:34/13.). Aber die BG blieb gefährlich. Einen Thiemann-Dreier konterten die Göttinger mit Distanztreffern von Lomazs und Luke Nelson zum 31:37 (13.). Die Berliner ließen ihre Überlegenheit immer wieder aufblitzen und bauten ihren Vorsprung wieder auf zehn Punkte aus (36:46/15.). Doch die BG ließ sich dadurch nicht entmutigen und spielte konzentriert weiter. Einen 6:0-Lauf schloss Mathis Mönninghoff zum 42:46 ab (18.). Diesen Abstand hielten die Südniedersachsen zunächst, weil Lomasz die passende Antwort auf einen Dreier von Simone Fontecchio parat hatte (47:51/19.). In die Halbzeitpause gingen die Veilchen mit einem 49:55-Rückstand.

Auch nach dem Seitenwechsel blieben die Göttinger an den Hauptstädtern dran. Drei Dreier von Harper Kamp, Weidemann und Mönninghoff sorgten dafür, dass der Rückstand wieder auf vier Zähler schrumpfte (58:62/22.). Doch die Berliner wurden nicht nervös und vertrauten auf ihre Fähigkeiten, während die qualitativ unterlegene BG nun Probleme bekam. Einen 1:9-Lauf stoppte Deishuan Booker mit zwei Freiwürfen zum 61:71, doch Jayson Granger und Niels Giffey legten zum 61:77. Die Veilchen stemmten sich mit Lomazs dagegen, der auf 64:77 verkürzte, doch ALBA punktete weiter konstant und blieb zweistellig in Front (68:83).

Die Veilchen gaben die Partie aber noch nicht verloren. Booker und Kramer verkürzten auf 75:85, doch zwei Dreier in Folge von Peyton Siva zum 75:91 sorgten kurzzeitig wieder für Ernüchterung (33.). Die Göttinger erholten sich schnell und kämpften weiter. In der 38. Minute trafen Booker und Odiase zum 92:100 und weckten noch einmal Hoffnungen. Aber die Berliner konnten sich auf Thiemann verlassen, der durch vier Zähler in Folge sein Team wieder auf 92:104 davonziehen ließ (39.). Die verbleibende Zeit reicht dann nicht mehr als, um den ALBA-Erfolg noch einmal in Gefahr zu bringen.

Stimmen zum Spiel
Roel Moors (Headcoach BG Göttingen): „Wir haben alles versucht, ALBA das Leben schwer zu machen. Aber ALBA hat so viel Qualität, dass sie auch oft spät in der Shotclock gute Würfe kreiert und getroffen haben. Die Unterschiede bei der Anzahl an Freiwürfen und zweien Chancen zeigt den Unterschied in der Qualität zwischen beiden Teams. Trotzdem haben wir offensiv eine sehr starke Leistung gezeigt, aber defensiv konnten wir gegen einen sehr starken Gegner nicht dagegenhalten. Ich habe den Spielern in der Kabine gesagt, dass sie mit erhobenem Kopf die Halle verlassen können. Sie haben diese schwere Saison sehr gut gemeistert, viele von ihnen in einem fremden Land, ohne ihre Familien, die sie nicht besuchen konnten, ohne viele Möglichkeiten in der Freizeit und ohne die Zuschauer, die sie motivieren. Das gilt natürlich für alle Spieler. Ich habe großen Respekt vor dieser Leistung. Sie können stolz darauf sein, dass durchgestanden zu haben.“

Aito Garcia Reneses (Headcoach ALBA BERLIN): „Ich denke, beide Mannschaften haben offensiv gut gespielt, gute Quoten gehabt. In der Defensive war es nicht so gut. Es ist natürlich gut, dass wir gewonnen haben und jetzt im Finale stehen.“

BG Göttingen – ALBA BERLIN 96:112 (49:55)
Die Viertel im Überblick: 14:24, 35:31, 19:28, 28:29
BG Göttingen: Booker (17 Punkte/2 Dreier), Weidemann (5/1), Nelson (17/2, 8 Assists), Vargas, Onwuegbuzie (n.e.), Kramer (4), Omuvwie, Lomazs (23/5), Mönninghoff (9/1), Kamp (3/1), Odiase (18, 5 Rebounds).
ALBA BERLIN: Lo (7 Punkte/1 Dreier), Siva (18/4), Giffey (7), Eriksson (8/2), Mattisseck (5/1), Schneider (2), Olinde (3), Fontecchio (3/1), Thiemann (24/3, 6 Rebounds), Granger (9/1, 7 Assists), Sikma (16, 6 Rebounds), Lammers (10).