Pokal: Veilchen wollen Titelverteidiger Berlin ärgern

Berlins Center Ben Lammers (rechts mit BG-Center Tai Odiase) holt die zweitmeisten Rebounds in seinem Team. Bild: Tilo Wiedensohler

15. April 2021 – Für die BG Göttingen ist es der Saison-Höhepunkt: Die Südniedersachsen stehen zum ersten Mal seit dem Wiederaufstieg 2014 im Halbfinale um den MagentaSport BBL Pokal – schon jetzt ist es der größte Erfolg der vergangenen Jahre. Souverän sicherte sich das Team von BG-Headcoach Roel Moors im vergangenen Oktober ohne Niederlage den Gruppensieg in der Vorrunde und einen Platz im TOP FOUR. Dort wartet am Samstag, 17. April, aber kein geringerer als der Titelverteidiger ALBA BERLIN auf die Veilchen (19:30 Uhr, Audi Dome, live und kostenlos bei MagentaSport). Das andere Halbfinale bestreiten am selben Tag Gastgeber FC Bayern München und ratiopharm ulm (16 Uhr). Das Final wird am Sonntag, 18. April, ab 15 Uhr ausgetragen.

Die Göttinger gehen mit Respekt in die Partie gegen die Hauptstädter, die beide Liga-Spiele gegen die BG gewonnen haben. Aber nach fünf Siegen aus den vergangenen sieben Spielen hat die Moors-Truppe Selbstvertrauen getankt und braucht sich vor dem Favoriten nicht zu verstecken. „Wir haben nichts zu verlieren und nicht den Druck, den Pokal gewinnen zu müssen – im Gegensatz zu ALBA oder München“, sagt BG-Co-Trainer Thomas Crab. „Für unsere ganze Organisation ist dies ein besonderes Spiel und eine große Leistung. Wir wollen das Beste daraus machen und diesen Moment genießen.“

Die Veilchen, die sich in der Vorrunde gegen die FRAPORT SKYLINERS, RASTA Vechta und die JobStairs GIESSEN 46ers durchsetzten, sind eindeutiger Außenseiter beim Pokal-Turnier, zumal für die Berliner nach dem Ende der EuroLeague-Saison nun ein Belastungsfaktor wegfällt. Dennoch mühte sich die Mannschaft von ALBA-Headcoach Aito Garcia Reneses am Dienstag zum 102:96-Erfolg gegen Gießen. „Langfristig wird das Ende der EuroLeague-Saison für ALBA aber sicher ein Vorteil sein. Ob es dieses Wochenende schon gegen uns ein Vorteil sein wird, kann ich nicht vorhersagen“, sagt Crab. „Aber ALBA hat so viel Qualität, dass es für uns wahrscheinlich keinen Unterschied macht.“

Das Team von der Spree ist in mehreren Statistik-Kategorien in der Spitzengruppe der Liga, wenn nicht sogar an der Spitze anzutreffen: Die Reneses-Truppe holt die meisten Rebounds aller easyCredit BBL-Mannschaften (im Schnitt 36,8 pro Spiel), verteilt die meisten Assists (22,5) und begeht die wenigsten Fouls (17,1). Zudem trifft nur Oldenburg mehr Dreier als Berlin (10,9) und nur Ludwigsburg nimmt insgesamt mehr Würfe pro Partie als die Hauptstädter (65,4).

Gleich fünf ALBA-Akteure punkten durchschnittlich zweistellig: der schwedische Forward Markus Eriksson (12,6), der italienische Forward Simone Fontecchio (11,3), US-Guard Peyton Siva (10,6), der deutsche Nationalspieler Niels Giffey (10,5) sowie US-Forward Luke Sikma (10,0). Beste Assistgeber sind der Uruguayer Jayson Granger (5,9), Siva (4,8) und Sikma (4,4). Letzterer holt die meisten Rebounds (6,6), gefolgt von US-Center Ben Lammers (4,8) und Nationalspieler Johannes Thiemann (4,5).

Im Liga-Hinspiel Anfang Februar zeigten die Veilchen gegen den Double-Sieger eine gute Leistung, mussten sich am Ende aber 75:86 geschlagen geben. Anders lief es im Rückspiel Mitte März, in dem die Göttinger bei der 58:89-Niederlage kaum Gegenwehr zeigten. „Im ersten Spiel waren wir fokussiert und bereit, im zweiten waren wir das nicht“, analysiert Crab. „Es ist wieder das passiert, was uns häufig passiert: Wenn es nicht gut läuft, lassen wir die Köpfe hängen.“ Um am Samstag eine Siegchance zu haben, muss die BG anders als im Rückspiel auftreten. „Wir müssen mit voller Intensität spielen, auf schwere Phasen im Spiel vorbereitet sein und bis zum Ende richtig spielen“, so der belgische Assistenztrainer. „Zudem ist die Verteidigung in der Transition immer ein großer Schlüssel in Spielen gegen ALBA. Wir müssen versuchen, ihre Ballbewegung einzuschränken und jeden Wurf schwer zu machen.“