Roijakkers: „Wir haben keinen Druck“

Mihajlo Andric (rechts mit Berlins Tyler Cavanaugh) und die Veilchen wollen den Favoriten ärgern. Bild: Swen Pförtner

17. Juni 2020 – Nach drei spielfreien Tagen geht es für die BG Göttingen beim easyCredit BBL Final-Turnier 2020 in die entscheidende Phase. Die Mannschaft von BG-Headcoach Johan Roijakkers hat ihr Minimalziel, den Einzug ins Viertelfinale, bereits erreicht – alles, was jetzt noch kommt, ist ein Bonus. Gegner im Viertelfinale ist ALBA BERLIN, das sich souverän ohne Niederlage für die Runde der besten Acht qualifiziert hat. Am morgigen Donnerstag, 18. Juni, treffen die beiden Teams im Viertelfinal-Hinspiel aufeinander (16:30 Uhr); das Rückspiel ist am Samstag, 20. Juni (20:30 Uhr). Beide Partien überträgt MagentaSport live. „Berlin ist eine sehr talentierte, sehr tief besetzte, sehr gut trainierte Mannschaft“, sagt Roijakkers. „Wir müssen frei aufspielen. Es ist das erste Mal, dass wir in einem Viertelfinale stehen. Wir haben keinen Druck.“

Vier Spiele, vier Siege – das Team von ALBA-Headcoach Aito Garcia Reneses ist klarer Favorit gegen die Göttinger, die nichts zu verlieren haben. Im Gegensatz zu vielen anderen Final-Turnier-Mannschaften mussten die Berliner kaum personelle Abgänge hinnehmen. Lediglich Makai Mason (persönliche Gründe) und Tim Schneider (Trainingsrückstand nach Verletzungspause) stehen in München nicht mehr im Aufgebot der Hauptstädter.

Durch die Vorrunde fegte die Reneses-Truppe mit Erfolgen gegen die FRAPORT SKYLINERS (81:72), Brose Bamberg (98:91), RASTA Vechta (102:72) und die MHP RIESEN Ludwigsburg (97:89). In der Partie gegen Ludwigsburg, in der Berlin den Gruppensieg sicherstellte, gelang Luke Sikma ein Triple-Double (15 Punkte, zehn Rebounds, zehn Assists). Der US-Forward stand 27 Minuten auf dem Parkett und gehört zu den ALBA-Schlüsselspielern. Im tief besetzten Berliner Kader rotierte Reneses wie immer auch gegen Ludwigsburg durch und verteilte den Großteil der Einsatzzeit auf neun Spieler.

Am längsten stand gegen die Schwaben Marcus Eriksson auf dem Parkett (rund 30 Minuten, 15 Punkte). US-Aufbauspieler Peyton Siva kam auf 26 Minuten (elf Punkte), Rokas Giedraitis erzielte in 25 Minuten ebenfalls elf Punkte. Jonas Mattisseck durfte 22 Minuten aufs Feld, gefolgt von Nationalspieler Johannes Thiemann, der 18 Minuten Einsatzzeit erhielt. Die Rotation komplettierten Landry Nnoko, Niels Giffey (je 16) und Kenneth Ogbe (10). Der isländische Aufbauspieler Martin Hermannsson kam lediglich sechs Minuten zum Einsatz, da er im Spiel auf seinen Rücken fiel.

In der regulären Saison trafen die Göttinger bereits zweimal auf ALBA. Am 5. Januar 2020 gab es einen überraschenden 72:71-Heimsieg der Roijakkers-Truppe, bei dem Marvin Omuvwie in den letzten Minuten durch mehrere Offensiv-Rebounds großen Anteil am Sieg hatte. Rund einen Monat später zeigten die Berliner dann eine standesgemäße Leistung und schlugen die Veilchen in der Mercedes-Benz Arena 96:71.

„Wir hoffen, dass unsere Energie zukommt. Aber das wird nicht einfach, weil wir nicht mit 13 oder 14 Spielern rotieren können. Wir wollen das Spiel so lange wie möglich offen halten“, so Roijakkers. Ein Schlüssel zum Erfolg sind die Ballverluste. „Davon haben wir in den vergangenen drei Spielen zu viele gehabt“, sagt der BG-Cheftrainer. „Wenn wir eine Chance haben wollen, müssen wir die Ballverluste wieder minimieren. Sonst bekommen wir nicht genug Würfe. Dann wird es schwierig zu gewinnen.“