Starke Veilchen-Leistung reicht nicht zum Derby-Sieg

Darius Carter (Mitte rechts) war von den Löwen (links Scott Eatherton und Thomas Klepeisz) kaum zu stoppen – seine 14 Punkte reichten aber nicht zum Veilchen-Sieg. Bild: Swen Pförtner

2. Januar 2019 – Die BG Göttingen ist mit einer starken Leistung ins Jahr 2019 gestartet, die aber nicht zum Sieg gereicht hat. Am Mittwochabend verlor die Mannschaft von BG-Headcoach Johan Roijakkers das Derby gegen die Basketball Löwen Braunschweig 76:80 (42:46). Die 3.250 Zuschauer in der Göttinger Sparkassen-Arena sahen ein intensives Duell, das von schönen Aktionen und viel Einsatzwillen auf beiden Seiten geprägt war. Nur im ersten Abschnitt setzten sich die Löwen etwas ab (5:14/4.), danach blieb die Partie eng. Die Führung wechselte zwölfmal hin und her. In einer spannenden Schlussphase glich BG-Kapitän Michael Stockton 32 Sekunden vor dem Ende zum 76:76 aus, doch das besser Ende hatten die Löwen. Bester Veilchen-Werfer war Derek Willis mit 18 Punkten. Für Braunschweig traf Ex-Veilchen Scott Eatherton am häufigsten (auch 18 Zähler).

Die Veilchen brauchten unter den Augen von Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil ein bisschen Zeit, um ins Spiel zu kommen. Nach einem Drei-Punkte-Spiel (Korberfolg plus Freiwurf) von Eatherton zum 2:8 schnappte sich Willis den Ball unter dem eigenen Korb, dribbelte über das ganze Feld und versenkte den Ball mit Foul. Den anschließenden Freiwurf traf der US-Forward zum 5:8 (3.). Im Anschluss gelang es den Hausherren aber nicht, die Ostniedersachsen in der Offensive zu stoppen, so dass die Gäste auf 5:14 davonzogen (4.). Die fällige Auszeit von Roijakkers zeigte Wirkung. Willis schloss einen 9:2-Lauf mit einem krachenden Dunk zum 14:16 ab (6.). Die von der Offensive geprägte Partie war für die Zuschauer schön anzuschauen. Etwas mehr Grund zum Jubeln hatten die Braunschweiger Fans, da ihr Team zur Viertelpause leicht vorn lag (21:23).

Gleich zu Beginn des zweiten Abschnitts jubelten allerdings die Veilchen-Fans, weil Mihajlo Andric per Dreier die erste Göttinger Führung erzielte (24:23/11.). Die Löwen ließen sich davon aber nicht beeindrucken und antworteten zum 24:27 (12.). Zwar glich die BG durch einen erneuten Andric-Dreier aus, doch leichte Vorteile lagen weiterhin beim Team von Löwen-Headcoach Frank Menz (31:37/16.). Nach einem Ballverlust von Penny Williams riss Joanic Grüttner Bacoul das Göttinger Publikum von den Sitzen, als er den Fastbreak-Dunk von Joe Rahon durch einen sensationellen Block verhinderte. Im Gegenzug traf Willis zum 34:37 (17.). Die Braunschweiger zwangen die Hausherren aber zu schwierigen Würfen und Ballverlusten, sodass sie ihren Vorsprung wieder auf 39:46 ausbauten (19.). Mit der Halbzeitsirene verkürzte Michael Stockton noch durch einen artistischen Dreier auf 42:46.

Die Veilchen kamen mit Energie aus der Kabine und glichen durch vier Punkte in Folge von Darius Carter zum 46:46 aus (22.). Das Duell, in dem beide Fanlager für tolle Stimmung in der Sparkassen-Arena sorgten, blieb eng. Braunschweig ging 48:50 in Front, doch Andric schloss einen 6:1-Lauf der Gastgeber in der 25. Minute zum 54:51 ab. Die Menz-Truppe konterte zum 56:57 (29.) und rettete diesen einen Punkt Vorsprung ins Schlussviertel (58:59).

Nachdem Brayon Blake die Löwen 58:61 in Front gebracht hatte, antworteten die Göttinger zum 64:63 (34.). Das Derby hielt, was es versprach, und war an Spannung kaum zu überbieten. Eine Serie von vier Dreiern auf beiden Seiten beendete Willis von jenseits der 6,75-Meter-Linie zum 70:69 (35.). Der US-Forward legte von der Freiwurflinie zum 72:69 nach, doch weiter konnte sich die Roijakkers-Truppe nicht absetzen. Das nutzten die Gäste aus, um wieder die Führung zu übernehmen (74:75/38.). 32 Sekunden vor dem Ende glich Stockton zum 76:76 aus, aber Thomas Klepeisz brachte die Braunschweiger wieder in Front. Im Gegenzug vergab Stockton einen Dreier und Klepeisz machte den Sack durch zwei Freiwürfe zum 76:80 für die Löwen zu.

Stimmen zum Spiel:

Johan Roijakkers (Headcoach BG Göttingen): „Ich denke, dass beide Mannschaften heute den Sieg verdient gehabt hätten. Ich bin stolz auf meine Mannschaft – sie hat überragend gespielt, auf einem Top-Level. Auch wenn es wieder nicht zum Sieg gereicht hat, bin ich stolz auf mein Team. Außerdem bedanke ich mich bei unseren Fans, die uns heute fantastisch unterstützt haben.“

Frank Menz (Headcoach Basketball Löwen Braunschweig): „Das war ein sehr gutes, ansprechendes und intensives Derby. Wir hatten unsere Vorteile im Rebound und hatten wenige Ballverluste. Das hat uns überhaupt erst geholfen, gegen eine so gute Göttinger Mannschaft im Spiel zu bleiben. Unsere schlechte Dreierquote hat fast verhindert, dass wir hier gewonnen haben. Wir wussten, dass es ein schweres Spiel wird. Göttingen hat sehr gut gespielt. Das Pick and Roll, insbesondere von Michael Stockton und Darius Carter, haben wir nicht in den Griff bekommen. Gegen Jena haben wir das sehr gut gemacht – das zeigt die Qualität von Stockton. In den letzten fünf Minuten haben wir sehr gut verteidigt. Zwei Fehler – einmal den Ball nicht über die Mittellinie zu bringen und dann zwei Freiwürfe daneben zu machen – hätten uns fast den Sieg gekostet.“

BG Göttingen – Basketball Löwen Braunschweig 76:80 (42:46)

Zuschauer: 3.250

Die Viertel im Überblick: 21:23, 21:23, 16:13, 18:21

BG Göttingen: Lockhart (4 Punkte, 5 Rebounds), Albrecht (n.e.), Kramer (1), Williams (6), Carter (14), Andric (10/2 Dreier), Mönninghoff (2), Stockton (16/1, 7 Assists), Larysz (n.e.), Willis (18/3, 5 Rebounds), Haukohl (2), Grüttner Bacoul (3/1).

Basketball Löwen Braunschweig: Nawrocki (n.e.), Blake (10 Punkte/2 Dreier), Figge (n.e.), Lansdowne (15/1), Klepeisz (10/2), Sengfelder (8), Kovacevic (n.e.), Kone (7), Hines (6, 8 Rebounds), Rahon (6, 5 Assists), Eatherton (18), Lagerpusch.