Stoppt Göttingen Hamburgs Siegesserie – oder umgekehrt?

Das Testspiel im September gewannen die Veilchen um Kapitän Akeem Vargas (links) und Zack Bryant (rechts) gegen die Towers um Jaylon Brown. Bild: MSSP – Michael Schwartz Sportphoto

4. November 2021 – Zwei Teams weisen in der easyCredit Basketball Bundesliga derzeit die längsten Siegesserien auf: Die BG Göttingen gewann ebenso wie die Hamburg Towers viermal in Folge. Da das Team von BG-Headcoach Roel Moors aber als einzige easyCredit BBL-Mannschaft erst eine Niederlage hinnehmen musste, rutschten die Veilchen am Dienstagabend aufgrund des Würzburger Sieges gegen den FC Bayern München an die Tabellenspitze. Wenn am kommenden Sonntag, 7. November, (15 Uhr, edel-optics.de Arena, live bei MagentaSport) die Towers die Göttinger empfangen, endet also eine Erfolgsserie. „Für uns spielt es keine Rolle, ob wir zum jetzigen Zeitpunkt Erster oder Letzter sind – wir wollen immer das nächste Spiel gewinnen“, sagt BG-Assistenztrainer Olivier Foucart. „Wir heben nach nur fünf Spielen nicht ab oder beginnen zu träumen.“

Die Mannschaft von Towers-Headcoach Pedro Calles ist mit zwei Niederlagen und dem Aus im MagentaSport BBL Pokal in die Spielzeit gestartet. Angesichts der unbefriedigenden sportlichen Situation besserten die Hanseaten nach: Aufbauspieler Jabril Durham ging; Anfang vergangener Woche präsentierten die Towers seinen Nachfolger: Ray McCallum. Der erfahrene Guard kam am vergangenen Wochenende beim 81:75-Erfolg gegen die MLP Academics Heidelberg nur rund vier Minuten zum Einsatz – beim Eurocup-Spiel gegen MoraBanc Andorra am Dienstag sah das schon ganz anders aus. Der US-Amerikaner stand die längste Zeit aller Hamburger auf dem Parkett (rund 28 Minuten); erzielte 17 Punkte; gab drei Assists und holte drei Steals. Verhindern konnte er die 91:97-Niederlage allerdings nicht. „McCallum gibt Hamburg Erfahrung, Kreativität im Pick-and-Roll und viel Shooting-Power“, so Foucart. „Doch Hamburg hat viel mehr Spieler. Es ist ein komplettes Team, das zudem im Eurocup auf einem hohen Niveau spielt.“

In der easyCredit BBL kommen US-Forward Seth Hinrichs, der estnische Center Maik Kotsar, US-Guard Caleb Homesley, sowie die Aufbauspieler Jaylon Brown und Justus Hollatz auf mehr als 20 Minuten Einsatzzeit pro Partie. Die meisten Punkte erzielt Homesley (16,5 pro Spiel), gefolgt von Jaylon Brown (13,2), Kotsar (12,4) und Robin Christen (10,2), der die beste Dreier-Trefferquote seines Teams aufweist (59 Prozent). Beste Towers-Rebounder sind Kotsar (6,4 pro Spiel), Hinrichs (5,5) und Eddy Edigin (4,4).

Die Calles-Truppe gehört zu den besten Offensiv-Rebound-Teams der Liga und erarbeitet sich so 12,7-mal pro Partie zweite Chancen nach eigenen Fehlwürfen. Auch die Defensive der Hamburger kann sich sehen lassen: Nur 77,3 Punkte lassen die Towers pro Spiel zu. „Es gibt zwei Haupt-Charakteristiken bei den Hamburgern: Sie mögen es schnell, zu spielen und verteidigen aggressiv“, erklärt der belgische Co-Trainer.

In der Saisonvorbereitung haben die Veilchen die Towers Mitte September schon einmal bezwungen (88:78). „Natürlich ist Hamburgs Spiel-Philosophie immer noch dieselbe“, so Foucart. „Aber man kann Vorbereitungsspiele nicht mit dem richtigen Wettbewerb vergleichen, weil der Stresslevel in der Vorbereitung viel geringer ist. Wir müssen gut auf Hamburgs aggressive Verteidigung vorbereitet sein, dürfen uns nicht zu viele Ballverluste erlauben und benötigen eine gute Wurfauswahl.“