Veilchen behalten gegen Bremerhaven die Nerven

Der wieder genesene Brion Rush war ein Sieggarant für die BG. Bild: Christian Reinhard

14. April 2018 – Die BG Göttingen hat im Kampf um den Ligaverbleib einen wichtigen Sieg errungen. Gegen die Eisbären Bremerhaven gewann die Mannschaft von BG-Headcoach Johan Roijakkers eine Nervenschlacht am Samstagabend 81:78 (42:35). Vor 3.447 lautstarken Zuschauern in der ausverkauften Sparkassen-Arena schaffte es der easyCredit Basketball-Bundesligist aus Südniedersachsen ein paar Mal sich abzusetzen, doch die Gäste kämpften sich immer wieder zurück. In der Schlussphase vergaben die Bremerhavener in einem spannenden Spiel, das von DocMorris präsentiert wurde, mehr Freiwürfe als die Göttinger, die ihren knappen Vorsprung über die Zeit retteten. Bester Veilchen-Werfer war Brion Rush mit 23 Punkten. Für die Eisbären traf Geoffrey Groselle am häufigsten (18).

Die Veilchen, die auf den angeschlagenen Will Buford (Oberschenkelverletzung) verzichten mussten, gingen in der 3. Minute erstmals durch zwei Freiwürfe von Mitch Creek 6:4 in Front und hatten die Chance, ihren Vorsprung weiter auszubauen. Allerdings vergaben sie diese, und im Gegenzug traf Johnny Berhanemeskel von jenseits der Dreier-Linie zum 6:7. Im Anschluss bekamen die Göttinger Eisbären-Center Groselle besser in den Griff, der dann ausgewechselt wurde, doch die Partie blieb zunächst eng (11:11/6.). Dann drehte der wieder genesene Rush auf und brachte die Hausherren durch zwei Dreier 18:11 in Führung (7.). Offensiv hatte die Roijakkers-Truppe nun ihren Rhythmus gefunden – Creek schloss den 10:0-Lauf zum 21:11 ab (9.). Zum Viertelende kamen die Gäste von der Nordseeküste noch auf 24:17 heran.

Im zweiten Abschnitt geriet der Angriff nach der Anfangsphase (28:19) bei beiden Teams etwas ins Stocken. Nachdem Fabian Bleck auf 28:20 verkürzt hatte, riss Creek die Zuschauer in der Arena von den Sitzen. Der Australier traf einen Dreier mit Ablauf der 24-Sekunden-Uhr und ließ ein Drei-Punkte-Spiel (Korberfolg plus Freiwurf) zum 34:20 folgen (15.). Doch die Bremerhavener sammelten sich nach einer Auszeit und kamen durch zwei Dreier auf 36:26 heran (16.). Zwar bauten die Gastgeber ihren Vorsprung wieder ein wenig aus (41:29/18.), aber bis zur Halbzeitpause ließen die Eisbären ihren Rückstand wieder auf sieben Zähler schrumpfen (42:35).

Nach dem Seitenwechsel lief es für die Veilchen nicht mehr. Während sie in der Offensive zu viele Würfe vergaben, schafften sie es in der Defensive nicht mehr, die Gäste von der Nordseeküste am Punkten zu hindern. Einen 4:13-Lauf schloss Bleck zum 46:48 ab (25.). Wieder blieb das Spiel nun eine zeitlang eng. Das Team von Eisbären-Headcoach Arne Woltmann ging immer wieder Front; die BG glich aus (50:50/26.). Durch zwei Dreier von Jordan Loveridge verschafften sich die Veilchen wieder etwas Luft und schafften es, sich vor dem Schlussabschnitt weiter abzusetzen (64:56).

Ins letzte Viertel starteten die Göttinger mit zwei Rush-Dreiern 70:60 (32.). Aber die Gäste gaben das Spiel noch lange nicht verloren. Weil sich die BG dann wieder eine Angriffsflaute leistete und Bremerhaven traf, wurde das Spiel wieder spannend (72:69/35.). Auch eine Roijakkers-Auszeit brachte nicht die nötige Ruhe ins Veilchen-Spiel, sodass die Eisbären in der 37. Minute erneut ausglichen (75:75). Die Partie war nun spannend wie ein guter Krimi. Stockton und Rush brachten die Hausherren 78:75 in Front – im Gegenzug zitterte den Bremerhavenern das Händchen, sodass sie drei von vier Freiwürfen vergaben. 35 Sekunden vor dem Ende lag die BG 79:76 in Führung. Bleck brachte die Gäste noch einmal auf 79:78 heran, aber Stockton blieb sicher von der Freiwurflinie (81:78). In den letzten 21 Sekunden versuchte die Woltmann-Truppe durch Dreier die Partie noch auszugleichen, vergab diese aber alle, sodass die BG das Parkett als Sieger verließ.

Stimmen zum Spiel:

Johan Roijakkers (Headcoach BG Göttingen): „Ich denke, es war ein verdienter Sieg von uns, der natürlich auch wichtig ist, weil wir den direkten Vergleich gewonnen haben. Wir sind eine gute Mannschaft, aber wir müssen komplett sein. Wenn Will Buford wieder dabei ist, sind wir sogar noch stärker. Aber Buford ist verletzt, darum hatte ich heute keine Wahl.“

Arne Woltmann (Headcoach Eisbären Bremerhaven): „Wir hatten uns heute als Marschroute vorgenommen, die Dreier gut zu verteidigen, insbesondere von Brion Rush und Jordan Loveridge. Die beiden haben uns zusammen neun Dreier eingeschenkt – das ist uns also nicht gelungen. Wir sind ganz gut gestartet, doch als Rush dann reinkam hat es gleich ein paar Mal geklingelt. Das hat uns dann so verunsichert, dass wir erst einmal nicht mehr ins Spiel gekommen sind. Zum Ende der ersten Halbzeit und in der zweiten haben wir dann besser gespielt. Aber Göttingen trifft in diesem Spiel 46 Prozent Dreier, und das hat den Unterschied gemacht.“

BG Göttingen – Eisbären Bremerhaven 81:78 (42:35)

Die Viertel im Überblick: 24:17, 18:18, 22:21, 17:22

Zuschauer: 3.447 (ausverkauft)

BG Göttingen: Lockhart (4 Punkte, 5 Assists), Williams (2), Kramer (1), Carter (8, 6 Rebounds), Rush (23/6, 5 Assists), Stockton (15/2, 5 Assists), Loveridge (14/3), Stechmann (n.e.), Larysz (n.e.), Haukohl (2), Grüttner, Creek (12/1).

Eisbären Bremerhaven: Johnson, Kessens (6 Punkte), Breitlauch (6), Berhanemeskel (13/3 Dreier, 5 Assists), Bleck (13), Hulls (15/1), Bussey, Elliott (3/1), Hundt (n.e.), Brembly (n.e.), Baptiste (4), Groselle (18, 9 Rebounds).