Veilchen finden auf Siegerstraße zurück

Deishuan Booker traf am Ende des dritten Viertels einen Buzzer-Beater zum 75:55. Bild: Swen Pförtner

11. April 2021 – Die BG Göttingen hat sich nach einer schwächeren Leistung unter der Woche wieder gefangen. Die Mannschaft von BG-Headcoach Roel Moors besiegte am Sonntagnachmittag s.Oliver Würzburg mit einem überzeugenden Auftritt deutlich 96:73 (52:39). Zuschauer waren in der Sparkassen-Arena aufgrund der Corona-Pandemie weiterhin nicht zugelassen. Nach einem ausgeglichenen ersten Viertel fand der easyCredit Basketball-Bundesligist aus Südniedersachsen einen besseren Offensiv-Rhythmus, traf acht seiner zehn Dreier-Versuchen und zog so Stück für Stück davon. In der zweiten Halbzeit bewegten die Hausherren den Ball weiterhin gut und verteidigten intensiv, sodass der Vorsprung vor dem Schlussviertel auf 20 Punkte anwuchs. Zu Beginn des letzten Abschnitts gab es noch einmal eine kurze BG-Schwächephase, die das Team aber überstand und am Ende souverän gewann. Beste Veilchen-Werfer waren Luke Nelson und Rihards Lomazs mit jeweils 18 Punkten. Für Würzburg traf Florian Koch am häufigsten (14 Zähler).

Die Veilchen, die weiterhin auf ihren Kapitän Akeem Vargas (Sprunggelenksverletzung) verzichten mussten, starteten mit mehr Energie als gegen Gießen in die Partie, brauchten allerdings ein bisschen Zeit, bis sie daraus Kapital schlagen konnten. Tai Odiase brachte die Göttinger 10:4 in Front (4.), aber die weiterhin dezimierten Würzburger zeigten viel Einsatz und verkürzten durch zwei Dreier auf 12:10 (5.). Kleine Unaufmerksamkeiten in der BG-Defensive bestraften die Franken sofort, sodass die Partie eng blieb. Nach einem Lomazs-Dreier zum 18:13 ließen die Gäste einen 0:5-Lauf zum 18:18-Ausgleich folgen (8.). In die Viertelpause gingen die Hausherren mit einer knappen 22:21-Führung.

Auch im zweiten Abschnitt taten sich die Veilchen weiterhin schwer gegen das bissige Team von Würzburgs Headcoach Denis Wucherer. Tyson Ward brachte die Franken erstmals in Front (25:26/12.), aber Aubrey Dawkins holte die BG-Führung durch einen Dreier auf der Stelle zurück (28:26/12.). Danach fand die Moors-Truppe einen besseren Offensiv-Rhythmus und zogen durch einen 9:2-Lauf auf 37:31 davon (15.). Wucherers anschließende Auszeit stoppte diesen Rhythmus nicht, sodass die Göttinger nun einen Dreier nach dem nächsten zum 46:35 versenkten und den Würzburger Cheftrainer zu seiner nächsten Auszeit zwangen (17.). Aber die Gastgeber ließen sich davon nicht beeindrucken und bauten ihren Vorsprung weiter aus (52:37/20.). Zur Halbzeitpause verkürzte der Ex-Göttinger Jonas Weitzel auf 52:39.

Nach dem Seitenwechsel brauchten beide Teams ein bisschen Zeit, um zu punkten. Die Veilchen war zuerst wieder erfolgreich und schafften es, den Würzburgern mehr als drei Minuten keinen Korberfolg zu gestatten (56:39/24.). Brekkott Chapman, der nach überstandener Achillessehnenverletzung sein erstes Spiel seit Januar absolvierte, erlöste die Franken und traf zum 56:42 (24.). Die Würzburger agierten in der Offensive jetzt zwar wieder besser, aber die Göttinger trafen ihre Würfe ebenfalls. Alex King ließ den Rückstand der Franken per Dreier auf 60:47 schrumpfen, doch die BG antwortete mit einem 9:3-Lauf zum 69:50 (28.). In Angriff waren die Veilchen nun kaum noch zu stoppen. Vor dem Schlussviertel traf Deishuan Booker einen Dreier mit der Sirene zum 75:55.

Im letzten Abschnitt warfen die fränkischen Gäste noch einmal alles in die Waagschale, verteidigten intensiv und gestatteten den Göttingern mehr als zwei Minuten keine Punkte. Luke Nelson beendete die Angriffsflaute und baute den BG-Vorsprung wieder auf 78:60 aus (33). Ein Drei-Punkte-Spiel (Korberfolg plus Freiwurf) von Dawkins und Zähler von Booker brachen den Widerstand der Würzburger endgültig (83:60/34.). Die Veilchen hielten diesen hohen Vorsprung nun relativ konstant, sodass Moor gegen Ende der Partie sogar Geburtstagskind Andy Onwuegbuzie ein paar Minuten geben konnte. Der 26-jährige Göttinger nutzte diese, um die letzten beiden Punkte des Spiels von der Freiwurflinie zum 96:73 zu erzielen – unter großem Jubel seiner Teamkameraden.

Stimmen zum Spiel
Roel Moors (Headcoach BG Göttingen): „Das erste Viertel war schwierig, weil wir in der Defensive zu viele Fehler gemacht haben. Ab dem zweiten Viertel haben wir wieder ein bisschen von der Energie gefunden, die im letzten Spiel gefehlt hat, und den Ball besser bewegt. Wenn man unsere letzten Siege anschaut, sieht man, dass das immer der Schlüssel ist: defensive Intensität und offensive Ballbewegung. Und das haben wir 30 Minuten gut gemacht.“

Denis Wucherer (Headcoach s.Oliver Würzburg): „Wir sind nach wie vor nicht in der Lage, in dieser Zusammensetzung auf Erstliga-Niveau zu agieren. Jetzt bleiben uns zehn Tage, um hoffentlich die Verletzten zurück- und fit zu bekommen, damit wir in den Spielen gegen Braunschweig, Chemnitz, Frankfurt und Vechta noch zwei Sieg aus dem Hut zaubern. In den letzten zehn Tagen der Saison wird sich dann auch entscheiden, ob wir mit einem blauen Auge davonkommen oder eben nicht. Positiv ist, dass Brekkott Chapman und Robert Lowery wieder ein bisschen spielen konnten. Beide haben knapp 20 Minuten gespielt, was ihrem Rhythmus und uns helfen wird. Positiv war auch, dass sich heute keiner verletzt hat.“

BG Göttingen – s.Oliver Würzburg 96:73 (52:39)
Die Viertel im Überblick: 22:21, 30:18, 23:16, 21:18
BG Göttingen: Booker (12 Punkte/2 Dreier, 7 Assists), Weidemann (2), Nelson (18/4, 7 Assists), Onwuegbuzie (2), Kramer (1), Omuvwie (3), Lomazs (18/4), Mönninghoff (5/1), Kamp (9), Odiase (10), Dawkins (16/3, 7 Rebounds).
s.Oliver Würzburg: Chapman (12 Punkte/2 Dreier), Ward (13/1), Böhmer (n.e.), Haßfurther (2), Lowery (7/1, 4 Assists), Albus (7/1), Koch (17/2, 8 Rebounds), Hunt (6), Weitzel (4), Hoffmann (2), King (6/1).