Veilchen-Gegner Ludwigsburg im Aufwind

Die Göttinger um Joanic Grüttner Bacoul (rechts) haben die Ludwigsburger um Ex-Veilchen Adam Waleskowski (links) in dieser Saison schon einmal besiegt. Archivbild: Christian Reinhard

15. November 2018 – Nicht von der Tabelle der easyCredit Basketball Bundesliga blenden lassen will sich die BG Göttingen am kommenden Wochenende. Die Mannschaft von BG-Headcoach Johan Roijakkers ist am Sonntag, 18. November, (15 Uhr, MHP Arena, live auf Telekom Sport) beim Tabellenelften, den MHP RIESEN Ludwigsburg, zu Gast. Die Gäste aus Südniedersachsen belegen derzeit den achten Platz und haben einen Sieg mehr auf dem Konto als die Schwaben. Zudem warfen die Veilchen das favorisierte Team von RIESEN-Headcoach John Patrick aus dem BBL Pokal (72:67). „Ludwigsburg ist eine Mannschaft, die von allem Positionen aus punkten kann“, warnt Roijakkers davor, den Gegner zu unterschätzen.

Die Ludwigsburger hatten in dieser Saison Startschwierigkeiten und beendeten erst am vergangenen Wochenende eine wettbewerbsübergreifende Niederlagenserie von zehn Spielen. Dem 91:82-Erfolg bei ratiopharm ulm folgte dann am vergangenen Dienstag in der Basketball Champions League ein 81:80-Sieg gegen UCAM Murcia. Die Partie gegen die Spanier war die erste ohne Ludwigsburgs bisherigen Topscorer Malcom Hill, der sich in Ulm einen Kreuzbandriss zuzog und für den die Saison beendet ist.

Verletzungssorgen waren ein Grund, weshalb die RIESEN Zeit brauchten, um in Gang zu kommen. Beim BBL Pokal-Achtelfinale Anfang Oktober gegen die Göttinger fehlten Center Owen Klassen und Guard Konstantin Klein. Center Trevor Mbakwe konnte nur rund sieben Minuten eingesetzt werden. So ähnelt das Team, gegen das die Roijakkers-Truppe am Sonntag antreten muss, nur noch in Teilen der Mannschaft, die sie im Pokal-Wettbewerb schlugen.

Bogdan Radosavljevic hat die Schwaben inzwischen verlassen, ebenso wie Thomas Wilder. Wieder in den Kader gerutscht ist hingegen Lamont Jones, den Patrick zu Saisonbeginn schon aussortiert hatte. Der Guard kommt bei zwei Liga-Einsätzen im Schnitt auf 12,3 Punkte und ist nach Hills Aus nun bester Ludwigsburger Punktesammler. Zudem machte der US-Amerikaner durch einen Steal rund 20 Sekunden vor Spielende am Dienstag den ersten internationalen Erfolg für sein Team erst möglich. „Seit der Rückkehr von Jones in den Kader, ist Ludwigsburg ein starkes Team“, so Roijakkers.

Nach dem Ausfall von Hill stehen Patrick nun sieben ausländische Akteure für sechs Plätze im Kader zur Verfügung. Der wieder genesene Klassen ist nach Mbakwe (7,4 Rebounds) – der in den vergangenen beiden Partien nicht eingesetzt wurde – zweitbester RIESEN-Rebounder (7,0 pro Partie). Auch Klein steht wieder auf dem Parkett und gibt dem Ludwigsburger Kader mehr Tiefe. Seit Ende Oktober gehört der Litauer Donatas Sabeckis zum RIESEN-Kader, der im Spielaufbau für Entlastung sorgen soll und hinter Jordon Crawford (6,6 Assists pro Spiel) zweitbester Assistgeber ist (2,5).

In einer Kategorie sind die Ludwigsburger im Schnitt deutlich besser als die Veilchen: bei den Offensiv-Rebounds. 12,3 zweite Chancen sichert sich das Patrick-Team durchschnittlich nach eigenen Fehlwürfen; die Göttinger kommen nur auf 8,1 Offensiv-Rebounds. Beim Erfolg im Pokalspiel war die BG mit den Schwaben in dieser Kategorie auf Augenhöhe (11:10). Sollten die Südniedersachsen dies am Sonntag wieder schaffen, würde das die Chance auf einen Sieg deutlich erhöhen.