Veilchen gewinnen Krimi in Bayreuth

Luke Nelson (Mitte) trug 14 Punkte und neun Assists zum Sieg der Veilchen in Bayreuth bei. Bild: Thorsten Ochs

10. Februar 2021 – Die BG Göttingen hat ihren sechsten easyCredit BBL-Saisonsieg geholt. Bei medi bayreuth gewann die Mannschaft von BG-Headcoach Roel Moors am Mittwochabend 82:80 (38:34) und zog in der Tabelle mit den Franken gleich. Zuschauer waren aufgrund der Corona-Pandemie in der Oberfrankenhalle nicht zugelassen. Nach einem schlechten Start fingen sich die Gäste aus Südniedersachsen erst Mitte des zweiten Abschnitts und gingen 33:32 in Front (18.). Nach dem Seitenwechsel lieferten sich beide Teams ein spannendes Duell, in dem die Führung mehrfach hin- und herwechselte. In der Schlussphase zeigten sich die Göttinger nervenstark, egalisierten einen Sieben-Punkte-Rückstand und drehten die Partie zu ihren Gunsten. Bester Veilchen-Werfer war erneut Tai Odiase mit 22 Punkten. Für Bayreuth traf Osvaldas Olisevicius am häufigsten (26 Zähler).

Die Veilchen erwischten einen schlechten Start in die Partie und lagen schnell 3:15 zurück (5.). Insbesondere medi-Topscorer Olisevicius war von den Göttingern nicht unter Kontrolle zu bekommen und erzielte elf der ersten 15 Bayreuther Punkte. Zwar arbeiteten sich die Gäste durch zwei Dreier von Aubrey Dawkins und Luke Nelson sowie Zähler von Rihards Lomazs auf 11:15 heran, aber Bayreuth antwortete zum 11:18 (7.). Lomazs verkürzte wieder, sodass die BG nur mit drei Punkten Rückstand in die Viertelpause ging (17:20).

Aber auch im zweiten Abschnitt lief es zunächst nicht rund für die Veilchen. Die Moors-Truppe schaffte es nicht, den Rückstand weiter zu verringern – im Gegenteil. Die offensiv-starken Oberfranken fanden immer eine Lösung und blieben in Front (23:30/15.). Ab Mitte des Viertels fingen sich die Göttinger aber zusehends und agierten konzentrierter in der Verteidigung. Bis zur Halbzeitpause gestattete die BG den Hausherren nur noch vier Zähler und ging durch ein Drei-Punkte-Spiel (Korberfolg plus Freiwurf) von Lomazs erstmals seit der ersten Minute wieder in Front (34:32/18.). Der lettische Guard stellte auch die 38:34-Halbzeitpausen-Führung für sein Team her.

Die Südniedersachsen starteten mit offensiver Energie in die zweite Hälfte und bauten ihren Vorsprung auf 45:39 aus (23.). Aber in der Defensive taten sich immer wieder Lücken auf, die das Team von medi-Headcoach Raoul Korner im weiteren Verlauf geschickt nutzte. Lazeric Jones und Matt Tiby glichen durch ihre Dreier zum 45:45 aus; Tiby holte die Bayreuther Führung zurück (45:46/24.). Die BG hielt ihrerseits mit Offensiv-Power dagegen, sodass sich kein Team absetzen konnte und die Führung immer wieder wechselte. Nach Lomazs‘ Freiwürfen zum 60:56 glichen die Gastgeber zum 60:60 aus (29.); einen Dreier des Letten konterten die Hausherren zum 63:64 (30.). Dann musste medi-Center Andreas Seiferth mit seinem 5. Foul das Parkett verlassen – Lomazs nutzte die beiden Freiwürfe zum 65:64 vor dem Schlussviertel.

Auch im letzten Abschnitt konnte sich zunächst kein Team absetzen. Odiase traf zum 69:68; David Walker antwortete von jenseits der 6,75-Meter-Linie zum 69:71 und zwang Moors zu einer Auszeit (33.). Danach lief es aber nicht besser für die Göttinger, bei denen im Angriff keine Würfe mehr fielen. So zog Bayreuth auf 70:77 davon – Moors musste den Lauf durch seine nächste Auszeit stoppen. Dieses Mal erhörte ihn sein Team und ließ vier Odiase-Punkte zum 74:77 folgen. Auch eine Korner-Auszeit konnte die Veilchen nicht aufhalten, denen durch Harper Kamp der Ausgleich gelang (78:78/38.). Zum Ende entwickelt sich ein Krimi. Nachdem Jones für Bayreuth zum 80:80 ausgeglichen hatte, holte Kamp 19 Sekunden vor dem Ende nach einem Fehlwurf von Nelson einen wichtigen Offensiv-Rebound und traf zum 82:80. Den letzten medi-Angriff verteidigte die BG gut, sodass Walker nur ein Notwurf von der Dreier-Linie blieb, der sein Ziel aber verfehlte.

Stimmen zum Spiel
Roel Moors (Headcoach BG Göttingen): „Das war ein sehr, sehr guter Sieg für uns gegen eine wirklich sehr gute Mannschaft, die heute schmerzlich auf Bastian Doreth verzichten musste. Wir lagen im ersten Viertel zurück und haben uns bis zur Pause zurückgekämpft. Das dritte Viertel war für uns dann ein Desaster, denn wir haben 30 Punkte zugelassen. Auch im vierten Viertel sahen wir beim 70:77 schon fast wie der Verlierer aus, doch wir haben auch hier gekämpft und am Ende gewonnen. Zwei Viertel mit wirklich sehr starker Verteidigung waren heute für uns der Schlüssel zum Sieg.“

Raoul Korner (Headcoach medi bayreuth): „Wir haben Göttingen in der ersten Halbzeit eigentlich nur durch dumme eigene Fehler ins Spiel gebracht. Dabei waren wir eigentlich sehr fokussiert in die Partie gestartet. Dann hatten wir eine Phase, in der wir ein paar Mal den Ball ohne jegliche Not weggeworfen haben, was schließlich zum Momentum von Göttingen geführt hat. Ab diesem Zeitpunkt war es dann ein enges Spiel, was jedoch vermeidbar gewesen wäre. Die Offensiv-Rebounds, die wir am Ende abgegeben haben, schmerzen, aber es hätte einfach nicht so weit kommen müssen.“

medi bayreuth – BG Göttingen 80:82 (34:38)
Die Viertel im Überblick: 20:17, 14:21, 30:27, 16:17
BG Göttingen: Booker, Weidemann (2 Punkte), Nelson (14/3 Dreier, 9 Assists), Vargas (2), Onwuegbuzie (n.e.), Kramer, Omuvwie (n.e.), Lomazs (18/1), Mönninghoff, Kamp (4), Odiase (22, 7 Rebounds), Dawkins (20/2).
medi bayreuth: Pardon (9 Punkte, 9 Rebounds), Wenzl (n.e.), Jalalpoor (2), Seiferth (6), Jones (13/1 Dreier), Tiby (7/2), Krug (n.e.), Walker (8/1, 7 Assists), Bartley (9), Olisevicius (26/1).