Veilchen gewinnen Nervenschlacht gegen Bonn

Kyan Anderson (links mit Bonns Yorman Polas Bartolo) führte die Veilchen mit 32 Punkten zum Sieg. Bild: Swen Pförtner

21. Dezember 2019 – Die BG Göttingen hat ihre letztes easyCredit Basketball Bundesliga-Heimspiel des Jahres gewonnen. Am Samstagabend besiegte die Mannschaft von BG-Headcoach Johan Roijakkers die Telekom Baskets Bonn 80:77 (43:42). Die 3.323 Zuschauern in der Sparkassen-Arena sahen einen wahren Krimi, in dem die Führung im letzten Abschnitt mehrfach hin- und herwechselte. Am Ende sicherte Kyan Anderson, der mit 32 Punkten bester Veilchen-Werfer war, durch seinen Dreier und seine Freiwürfe der BG den Sieg. Dennis Kramer erzielte ein Double-Double (15 Punkte/10 Rebounds). Für Bonn traf Ben Simons am häufigsten (26 Zähler).

Die Veilchen, bei denen Zane Waterman und Darius Carter als siebter und achter Ausländer pausierten, starteten nervös in die Partie und lagen schnell 0:7 zurück. Die ersten Göttinger Punkte erzielte Alex Ruoff von jenseits der 6,75-Meter-Linie zum 3:7 – gleichzeitig waren es die ersten Zähler des US-Forwards seit seiner Rückkehr (2.). Anderson legte gleich darauf ebenfalls von außen zum 6:9 nach, doch die Gäste aus dem Rheinland spielten schnell und setzten sich wieder etwas ab (10:16/5.). Die südniedersächsischen Hausherren fanden dann aber in der Defensive einen Weg, die Bonner Angriffe zu stoppen und gingen durch einen 7:0-Lauf zum ersten Mal in Front (17:16/7.). Die Göttinger hatten nun ihren Rhythmus im Angriff gefunden und beendeten den Abschnitt durch einen 7:2-Lauf zum 24:18.

Auch in zweiten Viertel brauchten die Gastgeber ein bisschen Zeit, um ihre ersten Punkte zu erzielen, verteidigten aber weiterhin gut. Anderson traf nach fast zwei Minuten zwei Freiwürfe zum 26:21 und gleich darauf einen Dreier zum 29:21 (13.). Im Anschluss hatte die Roijakkers-Truppe ein paar Mal Pech im Angriff, doch Bonn nutzte dies nicht aus. Die Mannschaft von Baskets-Headcoach Thomas Päch hatte schon schnell die Teamfoulgrenze erreicht und schickte die Veilchen an die Freiwurflinie. Doch auch die Göttinger ließen Zähler liegen, sodass die Rheinländer durch einen 0:6-Lauf auf 31:30 verkürzten und Roijakkers zu einer Auszeit zwangen (16.). Danach lief es für die Hausherren wieder besser – Terry Allen verwandelte zwei Freiwürfe zum 36:30 (17.). Durch einige BG-Flüchtigkeitsfehler kam die Päch-Truppe auf 38:37 heran, doch Ruoff und Dominic Lockhart hielten die Baskets zunächst auf Abstand (42:37/19.). Vor der Halbzeitpause agierten die Göttinger aber zu unkonzentriert, sodass der Vorsprung auf einen Punkt schmolz (43:42).

In die zweite Hälfte starteten die Veilchen mit zwei Offensiv-Fouls, doch auch die Bonner vergaben ihre Angriffs-Chancen. Die Göttinger fingen sich etwas schneller und setzten sich wieder ein wenig ab (47:42/23.). Die BG gestattete den Gästen in den ersten vier Minuten des Abschnitts nur einen Punkt von der Freiwurflinie und baute ihren Vorsprung so weiter aus (52:43/25.). Ein Lockhart-Dreier sorgte erstmals für eine zweistellige Veilchen-Führung (55:45/26.), aber die Baskets wehrten sich und kamen Stück für Stück heran (55:54/29.). Eine Roijakkers-Auszeit stoppte den Bonner Lauf, sodass sein Team mit einer 57:54-Führung ins Schlussviertel ging.

Im letzten Abschnitt taten sich die Hausherren im Angriff schwer und schafften es auch nicht mehr so gut, die Rheinländer zu stoppen. So ging Bonn erstmals seit der 7. Minute wieder in Front (57:58/32.). Anderson und Kramer holten die BG-Führung zurück, doch Simons glich per Dreier zum 61:61 aus (33.). Die Führung wechselte nun hin und her, die Partie blieb eng (71:69/37.). Baskets-Topscorer Branden Frazier schloss dann einen 0:5-Lauf seiner Mannschaft zum 71:74 ab, und Roijakkers rief die Veilchen erneut in einer Auszeit zusammen (38.). Diese wirkte, denn die Göttinger ließen einen 7:2-Lauf zum 78:76 folgen (40.). Im Gegenzug berührte Fraziers Dreier-Versuch nicht einmal den Ring, doch auch die Göttinger leisteten sich einen Ballverlust und schickten Frazier elf Sekunden vor dem Ende an die Freiwurflinie. Der US-Guard traf nur einen Freiwurf zum 78:77 und foulten Anderson. Der Aufbauspieler behielt die Nerven und sicherten den dritten Göttinger Saisonsieg an der Freiwurflinie.

Stimmen zum Spiel
Johan Roijakkers (Headcoach BG Göttingen): „Ich bin sehr zufrieden. Wir sind etwas zu ruhig ins Spiel gestartet, mit zu wenig Intensität. Wir haben dann die richtige Intensität gefunden, die man in der easyCredit BBL braucht, um Spiele zu gewinnen. Am Ende haben wir die Big Plays gemacht. Die Stimmung in der Halle hat uns einen Schub gegeben, es war sehr laut. So kennt man die Sparkassen-Arena.“

Thomas Päch (Headcoach Telekom Baskets Bonn): „Es war ein sehr umkämpftes und sehr hartes Spiel. Am Schluss hatten wir die besseren Möglichkeiten auf unserer Seite, aber Göttingen hat die Big Plays gemacht. Ein Grund dafür war Alex Ruoff. Meine Mannschaft arbeitet hart an sich, aber wir mussten heute auf den erkrankten Trey McKinney-Jones verzichten. Joshiko Saibou und Yorman Polas Bartolo waren auch krank – ihre Energie hat uns gefehlt.“

BG Göttingen – Telekom Baskets Bonn 80:77 (43:42)
Die Viertel im Überblick: 24:18, 19:24, 14:12, 23:23
Zuschauer: 3.323
BG Göttingen: Lockhart (5 Punkte/1 Dreier), Anderson (32/5, 5 Assists), Lasisi (3/1), Ruoff (9/1, 5 Assists), Kramer (15, 10 Rebounds), Omuvwie, Andric (4), Mönninghoff, Osetkowski (4), Allen (8), Hundt, Bryant (n.e.).
Telekom Baskets Bonn: Saibou, Subotic (8 Punkte/1 Dreier), Lischka, Frazier (13/1), DiLeo (9, 9 Assists), Breunig (10), Polas Bartolo (9), Binapfl (2), de Oliveira (n.e.), Simons (16/6), Zimmerman (5 Rebounds).