Veilchen halten gegen Berlin nur eine Halbzeit mit

22 Punkte und elf Rebounds von Dylan Osetkowski (links mit Berlins Landry Nnoko) reichten in Berlin nicht zum Sieg. Bild: Camera4

9. Februar 2020 – Die BG Göttingen hat die erneute Überraschung verpasst. Bei ALBA BERLIN verlor die Mannschaft von BG-Headcoach Johan Roijakkers am Sonntagnachmittag 71:96 (45:47). Vor 8.988 Zuschauern in der Mercedes-Benz Arena zeigte der easyCredit Basketball-Bundesligist aus Südniedersachsen eine starke Leistung in der ersten Halbzeit und lag bis zur 18. Minute sogar in Führung (40:38). In der zweiten Hälfte bereitete aber eine hohe Foulbelastung vom besten Veilchen-Akteur Dylan Osetkowski (22 Punkte/11 Rebounds) und Alex Ruoff den Göttingern Probleme. Die Gastgeber aus der Hauptstadt nutzten dies aus, zogen im dritten und vierten Viertel immer weiter davon und ließen der BG keine Chance. Für Berlin traf Niels Giffey am häufigsten (17 Zähler).

Die Veilchen, bei denen weiterhin Marvin Omuvwie aufgrund eines Bänderrisses nicht mitwirken kann, zeigten zu Beginn, dass sie keine Angst vor dem Turkish Airlines EuroLeague-Teilnehmer aus der Hauptstadt hatten. Osetkowski brachte die Gäste in der 3. Minuten 8:6 in Front, doch dann drehte Giffey auf. Der Nationalspieler erzielte acht Punkte in Folge zum 8:14 – den Lauf unterbracht erneut Osetkowski (10:14/5.). Zum Ende des ersten Abschnitts zeigten die Veilchen aber ihr Kämpferherz. Der gebürtige Berliner Bennet Hundt streute zwei Dreier hintereinander zum 20:18 ein (8.). Dann übernahm Elias Lasisi und traf zweimal in Folge zum 25:21-Viertelendstand.

Lasisi machte zum Start in den zweiten Abschnitt da weiter, wo er im ersten aufgehört hatte – mit einem Dreier. Der Belgier wurde dabei gefoult, versenkte auch den Bonus-Freiwurf und schloss so einen 17:3-Lauf zum 29:21 ab (11.). Die Mannschaft von ALBA-Headcoach Aito Garcia Reneses hatte aber die passende Antwort und arbeitete sich auf 32:31 heran (13.). Die Veilchen schafften es, ihre Führung zunächst zu verteidigen, erzielten aber selber keine Punkte mehr. In der 16. Minute war es dann Luke Sikma, der die Göttinger wieder in Rückstand brachte (32:34). Bis kurz der Halbzeitpause wechselte die Führung hin und her – Dominic Lockhart konterte einen Dreier von Marcus Eriksson zum 43:43 (20.). In die Pause ging die BG mit einem knappen 45:47-Rückstand.

Den Start in die zweite Hälfte verschliefen die Veilchen. Nur drei Punkte gelangen den Göttingern in den ersten rund vier Minuten, während die Hausherren auf 48:59 davonzogen (24.). Die anschließende Roijakkers-Auszeit zeigte Wirkung, denn Dennis Kramer und Terry Allen verkürzten auf 52:59 (25.). In dieser Phase musste die BG ohne Ruoff und Osetkowski auskommen, die beide mit vier Fouls zur Sicherheit erst einmal nicht mehr eingesetzt wurden. Die Gäste machten das Beste aus ihren Möglichkeiten und ließen die Berliner nicht weiter davonziehen. Vor dem Schlussviertel betrug der Veilchen-Rückstand aufholbare acht Punkte (60:68).

Die Roijakkers-Truppe bemühte sich, an den „Albatrossen“ dranzubleiben, was ihr zu Beginn des letzten Abschnitts auch gelang (64:74/33.). Doch dann starteten die Hauptstädter einen 3:14-Lauf, den Tyler Cavanaugh zum 67:88 abschloss (37.). Die Göttinger bäumten sich noch einmal auf und verkürzten auf 71:88, doch zum Ende der Partie gelang ihnen nicht mehr viel, sodass Roijakkers seine Leistungsträger schonte und die Gastgeber verdient gewannen.

Stimmen zum Spiel
Johan Roijakkers (Headcoach BG Göttingen): „ALBA hat verdient gewonnen. Ich bin zufrieden mit meiner Mannschaft. Wir haben nur in der ersten Halbzeit gut gespielt. Die Foulbelastung war ein Problem für uns und sie hat auch noch einige unserer Schlüsselspieler betroffen. ALBA war bereit für dieses Spiel, ist mit viel Härte und Intensität aufgetreten und hat uns Probleme beim Rebound bereitet. Im letzten Viertel ist uns der Sprit ausgegangen, und so war kein besseres Ergebnis möglich.“

Aito Garcia Reneses (Headcoach ALBA BERLIN): „Wenn man den Score betrachtet, könnte man meinen, es sei einfach gewesen, aber das ist nicht wahr. Ganz am Ende war es leicht, aber in der ersten Halbzeit war es sehr schwierig. Wir hätten da besser verteidigen müssen. Ich bin froh über den Sieg, aber ich mache mir sehr großes Sorgen wegen unserer Verletzungsprobleme. Wir haben ohne Johannes Thiemann, Tim Schneider, Kenneth Ogbe, Stefan Peno und Martin Hermannsson gespielt, und dann hat sich auch noch Makai Mason verletzt. Wir müssen jetzt die Untersuchung abwarten, wie schlimm es bei ihm ist. Dann ist auch noch Rokas Giedraitis vor dem Spiel Vater geworden. Dazu gratuliere ich ihm sehr herzlich, aber diese ganze Situation ist sehr schwer für uns. Bei unseren ganzen Verletzungsproblemen ist es häufig auch noch so, dass sie gehäuft auf den gleichen Positionen auftreten. Wir müssen irgendwie Lösungen dafür finden, aber das ist sehr, sehr schwierig für uns.“

ALBA BERLIN – BG Göttingen 96:71 (47:45)
Die Viertel im Überblick: 21:25, 26:20, 21:15, 28:11
Zuschauer: 8.988
BG Göttingen: Lockhart (6 Punkte/2 Dreier), Anderson (7/1, 6 Assists), Lasisi (9/2), Ruoff (2), Kramer (6), Andric (3/1), Mönninghoff, Waleskowski (n.e.), Osetkowski (22, 11 Rebounds), Allen (8/1), Hundt (8/2), Bryant.
ALBA BERLIN: Mason (4 Punkte), Siva (7/1 Dreier, 8 Assists), Giffey (17), Delow, Eriksson (16/4), Mattisseck (5/1), Brenneke, Giedraitis (14/4), Cavanaugh (13/1), Nnoko (11), Sikma (9, 8 Rebounds).