Veilchen halten gegen Ulm lange mit

Mihajlo Andric war mit 22 Punkten Topscorer gegen Ulm. Bild: Swen Pförtner

1. Mai 2019 – Die BG Göttingen ist noch nicht in die Erfolgsspur zurückgekehrt. Am Mittwochnachmittag verlor die Mannschaft von BG-Headcoach Johan Roijakkers gegen ratiopharm ulm 76:82 (38:41). Die Partie wurde präsentiert von der EBR Projektentwicklung. Die 2.801 Zuschauer in der Sparkassen-Arena sahen in der ersten Hälfte eine starke kämpferische Leistung des easyCredit Basketball-Bundesligisten aus Südniedersachen, der es dem hohen Favoriten alles andere als leicht machte und streckenweise sogar führte. In der zweiten Hälfte zogen die Ulmer dann auf zwölf Punkte davon, doch die BG gab nicht auf und kämpfte sich wieder an den Tabellensechsten heran. Am Ende setzte sich aber die Qualität der Gäste durch, die verdient gewannen. Bester Veilchen-Werfer war Mihajlo Andric mit 22 Punkten. Für Ulm traf Patrick Miller am häufigsten (17 Zähler).

Die Veilchen starteten mit viel Energie in die Partie und gingen durch Michael Stockton 7:4 in Front (3.). Allerdings schafften es auch die Göttinger wie die meisten anderen easyCredit BBL-Teams nicht, die Ulmer ohne Fouls zu stoppen. Die Gäste holten sich durch vier Freiwürfe in Folge die Führung (7:8/4.). Doch die Hausherren agierten auf Augenhöhe mit dem Tabellensechsten, sodass Penny Williams seine Mannschaft durch ein Drei-Punkte-Spiel (Korberfolg plus Freiwurf) erneut nach vorne brachte (12:9/5.). Bei den Ulmern brachte nun Nationalspieler Ismet Akpinar Energie von der Bank und führte die Süddeutschen mit einem 0:7-Lauf zum 12:16 (7.). Aber die Roijakkers-Truppe hatte die passende Antwort, ließ ihrerseits einen 7:0-Lauf zum 19:18 folgen und zwang Ulms Headcoach Thorsten Leibenath zu seiner ersten Auszeit (9.). Kurz danach bekam Derek Willis sein drittes Foul von den Schiedsrichtern gepfiffen und musste so wieder auf der Bank Platz nehmen. Doch die Gastgeber spielten trotz dieses Rückschlags mit viel Selbstvertrauen und erarbeiteten sich bis zum Viertelende einen kleinen Vorsprung (26:21).

Im zweiten Abschnitt ließ die BG rund vier Minuten keinen Korb der Gäste zu, während sie selber ihren Vorsprung auf 30:21 ausbaute (13.). Aber die Ulmer legten dann eine Schippe in der Verteidigung drauf, machten es den Veilchen im Angriff schwerer und erzwangen Ballverluste. So verkürzte die Leibenath-Truppe ihren Rückstand auf 30:27 und zwang Rojakkers zu seiner ersten Auszeit (14.). Die Göttinger verschafften sich dann wieder ein wenig Luft (35:29/18.), aber weiter ließen sich die Ulmer nicht abschütteln. Akpinar glich die Partie kurz darauf zum 35:35 aus und erzielte die erste Ulmer Führung seit Ende des ersten Viertels (35:37/19.). Andric brachte die Hausherren durch einen Dreier noch einmal auf 38:39 heran, in die Halbzeitpause gingen die Veilchen aber mit einem 38:41-Rückstand.

Zu Beginn der zweiten Hälfte spielten die Ulmer ihre Stärken aus und zogen durch einen 0:9-Lauf auf 40:50 davon (23.). Willis erhielt in dieser Phase sein viertes und fünftes Foul (darunter ein technisches), sodass der Arbeitstag für den US-Forward nur 5:52 Minuten dauerte. Die Göttinger kämpften, doch die Süddeutschen hatten die Partie in dieser Phase unter Kontrolle und blieben zweistellig in Front (44:56/24.). Aber der Einsatz der Hausherren zahlte sich aus. Stück für Stück arbeiteten sich die Veilchen an die Süddeutschen heran. Dennis Kramer traf in der 29. Minute per Dreier zum 57:62. Zwar antwortete Dwayne Evans direkt ebenfalls von jenseits der 6,75-Meter-Linie, doch die BG ließ Ulm nicht noch einmal davonziehen und ging mit einem 61:67-Rückstand ins Schlussviertel.

Im letzten Abschnitt brachte Stockton sein Team durch einen Dreier auf 64:69 heran (31.). Beide Mannschaften hatten danach Schwierigkeiten in der Offensive und blieben ohne Punkte. Die Gäste fanden ihren Rhythmus schneller wieder und zogen erneut auf 66:77 davon (36.). Die Veilchen gaben noch einmal alles, aber ohne Willis war dies Schwerstarbeit für das Roijakkers-Team. Dominic Lockhart und Stockton verkürzten eineinhalb Minuten vor dem Ende noch einmal auf 72:79 und Lockhart legte zum 74:80 nach. Aber die Zeit reichte für Göttingen nicht mehr aus, um die Partie zu drehen.

Stimmen zum Spiel:

Johan Roijakkers (Headcoach BG Göttingen): „Ich bin zufrieden mit unserer Verteidigung, die sehr physisch war. Wir haben unseren Gameplan gut umgesetzt. Offensiv waren wir phasenweise zu statisch. Wenn wir schnell gespielt haben, waren wir in der Lage zu punkten. Ich hätte mir ein bisschen weniger Ballverluste und ein paar mehr Offensiv-Rebounds gewünscht. Wenn man gegen ein Team wie Ulm gewinnen will, dann muss man in diesen Bereichen besser sein, um eine Chance zu haben.“

Thorsten Leibenath (Headcoach ratiopharm ulm): „Ich bin sehr glücklich, dass wir gewonnen haben. Die Zuschauer haben von unserer Seite kein sehr schönes Spiel zu sehen bekommen. Wir sind oft an die Freiwurflinie gegangen, hatten viele Ballverluste und haben den Ball nicht sehr gut bewegt. Das lag an der physischen Verteidigung von Göttingen, die uns damit auf die Nerven gegangen sind. Es gab nur eine Phase im Spiel, zu Beginn des dritten Viertels, in der wir souverän Basketball gespielt, gute Entscheidungen getroffen haben und den Ball haben laufen lassen. Ansonsten war das viel Stückwerk von uns. Ab dem zweiten Viertel haben wir den Kampf angenommen und besser verteidigt. Wenn man sieht, dass Dwayne Evans 37 Minuten, Javonte Green und Ryan Thompson je 31 Minuten spielen müssen, dann zeigt das, wie hart erkämpft dieser extrem wichtige Sieg war, der uns einen großen Schritt näher an die Playoff-Qualifikation bringt. Ich wünsche Johan Roijakkers und seinem Team alles Gute für die restliche Saison und freue mich auf die Spiele hier in der nächsten Saison.“

BG Göttingen – ratiopharm ulm 76:82 (38:41)

Zuschauer: 2.801

Die Viertel im Überblick: 26:21, 12:20, 23:26, 15:15

BG Göttingen: Lockhart (9 Punkte/1 Dreier), Albrecht (n.e.), Kramer (10/1, 7 Rebounds), Williams (7), Carter (5), Andric (22/2 Dreier), Mönninghoff (5/1), Stockton (15/2, 6 Assists), Larysz (n.e.), Willis (2), Haukohl (1), Grüttner Bacoul.

ratiopharm ulm: Reinhardt (n.e.), Miller (17 Punkte, 4 Assists), Evans (15/1 Dreier, 10 Rebunds), Green (16/1), Günther, Thompson (13/1), Akpinar (14/2),Pape (n.e.), Radosavljevic (2), Schilling, Fotu (3), Krämer (2).