Veilchen können Coup gegen Berlin nicht wiederholen

Deishuan Booker (links mit Berlins Jayson Granger) und die Veilchen konnten die Partie gegen Berlin nicht mehr drehen. Bild: Swen Pförtner

2. Februar 2021 – Die BG Göttingen hat es nicht geschafft, ALBA BERLIN erneut zu Hause zu bezwingen. Die Mannschaft von BG-Headcoach Roel Moors verlor am Dienstagabend gegen den Favoriten aus der Hauptstadt 75:86 (35:41). Zuschauer waren in der Sparkassen-Arena aufgrund der Corona-Pandemie weiterhin nicht zugelassen. Nach einem schlechten ersten Viertel steigerte sich der easyCredit Basketball-Bundesligist aus Südniedersachsen und kämpfte sich bis zur Pause zurück ins Spiel. Nach dem Seitenwechsel gelang es den Göttingern aber nicht, die starke Offensive der Gäste aus Berlin zu stoppen. Vor allem bei den Rebounds war der EuroLeague-Vertreter überlegen und baute seinen Vorsprung zeitweise sogar auf 21 Punkte aus (53:74/32.). Doch die BG gab nicht auf, verringerte den Rückstand Stück für Stück und kam durch einen 22:8-Lauf auf 75:82 heran (39.). Am Ende reichte die Energie aber nicht mehr, um das Spiel zu drehen. Bester Veilchen-Werfer war Rihards Lomazs mit 22 Punkten. Für Berlin traf Maodo Lo am häufigsten (23 Zähler).

Die Veilchen hielten in den ersten Minuten mit dem Favoriten mit (6:6/3.). Dann gelang es den Göttingern aber immer seltener, die Berliner Angriffe zu stoppen, sodass die Gäste sich einen kleinen Vorsprung erarbeiteten (6:13/5.). Zwar verkürzte Lomazs durch einen Dreier auf 9:13, doch Lo antwortete direkt zum 9:16 (7.). So schnell ließ sich die Moors-Truppe aber nicht abschütteln. Tai Odiase und erneut Lomazs verkürzten auf 13:16, aber der starke Lo verschaffte den Hauptstädtern erneut von jenseits der 6,75-Meter-Marke Luft und zwang Moors zu seiner ersten Auszeit (13:19/8.). Das Team von ALBA-Headcoach Aito Garcia Reneses zeigte sich wenig beeindruckt und baute seiner Führung innerhalb kürzester Zeit auf 13:26 aus (10.). Fünf Lomazs-Zähler in Folge zum 18:26 ließen den Abschnitt am Ende nicht ganz so schlimm aussehen.

Im zweiten Viertel mühten sich die Hausherren zunächst vergeblich. Zwar brachte der gebürtige Berliner Marvin Omuvwie die Veilchen durch einen Dreier wieder auf 21:31 heran, doch ALBA gab einfach wieder ein bisschen mehr Gas und zog auf 21:35 davon (13.). Trotzdem zeigten die Göttinger weiterhin Einsatz. Luke Nelson und Deishuan Booker machten den Gastgebern durch ihre beiden Dreier zum 30:37 wieder Hoffnung (17.). Allerdings war dies auch einer miserablen Dreier-Trefferquote der Gäste geschuldet (nur 25 Prozent zur Halbzeitpause). Seiner Rebound-Überlegenheit verdankte es das Reneses-Team, dass es seinen Vorsprung zunächst wieder auf 30:41 erhöhte, doch zur Halbzeitpause verringerten Odiase und Booker den Rückstand auf sechs Zähler (35:41).

Nach dem Seitenwechsel agierten die Berliner konzentrierter und verbesserten ihre Dreier-Trefferquote enorm. Sechs der zehn Versuche fanden in diesem Abschnitt ihr Ziel – in der gesamten ersten Hälfte waren es nur vier von 16 gewesen. Dennoch ließen die Moors-Jungs den Rückstand zunächst nicht deutlich anwachsen – Mathis Mönninghoff traf von außen zum 44:51 (26.). Dann machten sich die Göttinger das Leben durch einfache Ballverluste aber selber schwer. ALBA nutzte dies konsequent aus und zog durch einen 0:10-Lauf auf 44:61 davon (29.). Bei den Berlinern kam dann auch noch Glück dazu: Tim Schneider und Jonas Mattisseck trafen jeweils einen Dreier mit Ablauf der Angriffszeit, sodass der Göttinger Rückstand vor dem Schlussviertel 17 Punkte betrug (51:68).

Gleich zu Beginn des letzten Abschnitts wuchs der Rückstand sogar auf 21 Zähler an (53:74/32.), aber die Veilchen gaben sich nicht auf. Das Moors-Team zeigte sein Kämpferherz, ging entschlossener zum Rebound und arbeitete sich heran. Einen 13:3-Lauf schloss BG-Kapitän und Ex-ALBA-Spieler Akeem Vargas zum 66:77 ab (36.). Zwar ließ Lo die Gäste durch einen Dreier kurz aufatmen, doch die Göttinger starteten den nächsten Lauf angeführt von Lomazs und Omuvwie zum 75:82 (39.). 57 Sekunden vor dem Ende hatte Omuvwie die Chance, seine Mannschaft durch zwei Freiwürfe auf 77:82 heranzubringen, vergab aber beide. Bei den Veilchen reichte die Energie dann nicht mehr, um die Partie zu drehen.

Stimmen zum Spiel
Roel Moors (Headcoach BG Göttingen): „Wir haben heute nicht genug an unsere Chance geglaubt. Eigentlich war es ein sehr schlechtes erstes Viertel von uns, aber wir sind zurück ins Spiel gekommen. Dann hatten wir ein dramatisches drittes Viertel. Ich habe viele gute Sachen gesehen und finde, dass wir Schritte nach vorne machen. Aber wenn man 17 Offensiv-Rebounds abgibt und 18 Ballverluste hat, dann wird es schwierig. Ich habe eine gute Reaktion gesehen, und wir haben bis zum Ende gekämpft. Aber gegen ein Team wie Berlin reicht es nicht, wenn man nicht 40 Minuten konstant spielt.“

Aito Garcia Reneses (Headcoach ALBA BERLIN): „Göttingen hat mit guter Energie gespielt. Aber trotz aller Probleme, die wir haben, haben wir eine größere Rotation als Göttingen, sodass wir am Ende gewonnen haben. Wir spielen momentan alle zwei Tage, weshalb es schwer ist, alle Spieler gesund und mental bereit zu behalten. Ich bin zwar nicht froh, weil wir viele Chancen vergeben haben, aber ich froh über die Energie, mit der wir gespielt haben.“

BG Göttingen – ALBA BERLIN 75:86 (35:41)
Die Viertel im Überblick: 18:26, 17:15, 16:27, 24:18
BG Göttingen: Booker (9 Punkte/3 Dreier, 6 Assists), Weidemann (2), Nelson (5/1), Vargas (3/1), Kramer, Omuvwie (11/1), Lomazs (22/4), Mönninghoff (3/1), Kamp (2), Odiase (13, 6 Rebounds), Dawkins (5/1).
ALBA BERLIN: Lo (23 Punkte/4 Dreier), Delow, Eriksson (11/3), Mattisseck (4/1), Schneider (3/1), Nikic, Olinde (8), Fontecchio (13/1), Thiemann (2), Granger (3/1), Sikma (15/1, 12 Rebounds, 8 Assists), Lammers (4).