Veilchen können Oldenburg nicht in Bedrängnis bringen

Tai Odiase (Mitte) erzielte gegen Oldenburg um Rickey Paulding (links) und Rasid Mahalbasic 15 Punkte. Bild: Ulf Duda

11. Mai 2021 – Die BG Göttingen hat die easyCredit Basketball Bundesliga-Saison 2020/21 auf dem zwölften Tabellenplatz abgeschlossen. Die Mannschaft von BG-Headcoach Roel Moors musste sich am Dienstagabend im letzten Saisonspiel bei den EWE Baskets Oldenburg 77:98 (43:54) geschlagen geben. Zuschauer waren in der EWE Arena aufgrund der Corona-Pandemie weiterhin nicht zugelassen. Beim fünften Spiel innerhalb von zehn Tagen war den Gästen aus Südniedersachsen anzumerken, dass ihnen die nötige Energie fehlte, um das beste Offensiv-Team der Liga in Bedrängnis zu bringen. Während es in der Verteidigung nicht gut lief, zeigte die BG trotz schlechter Dreier-Trefferquote gute Ansätze im Angriff und erlaubte sich in der ersten Hälfte nur zwei Ballverluste. Nach dem Seitenwechsel kämpften die Göttinger, waren aber beim Rebound-Duell deutlich unterlegen und vergaben auch freie Würfe. Vor allem im letzten Viertel lief nicht mehr viel bei der Moors-Truppe, die den Hausherren nichts mehr entgegenzusetzen hatten. Bester Veilchen-Werfer war Rihards Lomazs mit 16 Punkten. Für Oldenburg traf Keith Hornsby am häufigsten (25 Zähler).Der zwölfte Tabellenplatz ist das viertbeste Ergebnis, das die BG seit dem Wiederaufstieg erreicht hat – mehr als 13 Siege gelangen sogar nur zweimal.

Die Veilchen, die auf Aubrey Dawkins (Sprunggelenksverletzung) verzichten mussten, erwischten keinen guten Start und lagen schnell 3:10 zurück (3.). Nach einer Moors-Auszeit lief es in der Offensive etwas besser, sodass Lomazs sein Team auf 8:13 heranbrachte (5.). Doch die BG zeigte zu wenig Intensität in der Verteidigung. Das nutzten die Oldenburger aus und zogen durch Dreier von Rasid Mahalbasic und Hornsby auf 14:23 davon (7.). Aber die südniedersächsischen Gäste kämpften und arbeiteten sich wieder an die Hausherren heran. Einen 9:4-Lauf schloss Marvin Omuvwie zum 23:27 ab (9.). Die Baskets blieben aber treffsicher und bauten ihren Vorsprung durch zwei Dreier zum Viertelende wieder aus (25:33).

Auch im zweiten Abschnitt dauerte es ein wenig, bis die Veilchen wieder offensiven Schwung aufnahmen. Nachdem Sebastian Herrera die Nordwestdeutschen 27:41 in Front gebracht hatte, konterten die Göttinger mit einem 5:0-Lauf zum 32:41 und zwangen Baskets-Headcoach Mladen Drijencic zu einer Auszeit (14.). Diese wirkte, denn sein Team bauten den Vorsprung angeführt von ihrem Kapitän Rickey Paulding schnell wieder auf 14 Zähler aus (34:48/16.). Aber die Moors-Truppe versuchte dagegenzuhalten und setzte Tai Odiase nun in der Zone gut ein. Der US-Center erzielte sechs Zähler in Folge zum 42:52 (19.). Zur Halbzeitpause betrug der Veilchen-Rückstand neun Zähler (43:54).

Nach dem Seitenwechsel agierten die Gäste wie schon im zweiten Abschnitt mit der Drijencic-Truppe zunächst auf Augenhöhe. Durch einen 7:0-Lauf verkürzte die BG auf 50:59 (24.). Aber weiterhin gelang es den Veilchen nicht, ihre Verteidigung zu intensivieren und die Oldenburg zu schweren Würfen zu zwingen. So zogen die Hausherren durch einen kurzen Zwischenspurt wieder davon (50:67/25.). Trotzdem ließen sich die Göttinger nicht entmutigen und fingen sich. Dennis Kramer traf in der 28. Minute einen Dreier zum 58:72 und ließ ein Drei-Punkte-Spiel (Korberfolg plus Freiwurf) zum 61:72 folgen. Ins Schlussviertel ging die Moors-Truppe mit einem 64:77-Rückstand.

Im letzten Abschnitt fehlte den Veilchen dann aber endgültig die Kraft, um die Partie noch einmal eng zu gestalten. Nur ein Punkt (ein Freiwurf von Lomazs wegen eines technischen Fouls von Martin Breunig) gelang den Südniedersachsen in den ersten vier Minuten, sodass die Baskets ihre Führung Stück für Stück ausbauten (65:87/35.). Die BG mühte sich, aber der Tabellendritte war an diesem Abend einfach eine Nummer zu groß für die müden und dezimierten Veilchen. Odiase verkürzte in der 38. Minute noch einmal auf 72:91, doch der Favorit blieb souverän und gewann verdient.

Stimmen zum Spiel
Roel Moors (Headcoach BG Göttingen): „Wir konnten die Offensive der Oldenburger nicht stoppen. Mit unserer offensiven Leistung in der ersten Halbzeit war ich sehr zufrieden, da hatten wir 15 Assists und nur zwei Ballverluste. Danach hat ein wenig die Konstanz gefehlt. Dennoch beenden wir das Spiel mit 24 Assists bei 77 Punkten – das ist in Ordnung. In der zweiten Halbzeit hatten wir dann wieder acht Ballverluste. Um gegen ein Team wie Oldenburg eine kleine Chance auf den Sieg zu haben, muss man ein perfektes Spiel abliefern.“

Mladen Drijencic (Headcoach EWE Baskets Oldenburg): „Wir haben sehr engagiert gespielt, intensiv und physisch. Im Verlauf der ersten Halbzeit haben wir jedoch neun Ballverluste produziert, ohne dass das unbedingt an der Defensive lag. Dadurch haben wir ein wenig den Rhythmus verloren und den Gästen die Gelegenheit gegeben mit Fastbreaks zu punkten. In der zweiten Halbzeit haben wir das dann besser gemacht, unsere Offense besser gespielt und da noch 15 Assists draufgelegt und am Ende 27 gehabt. Die Rebounds haben wir deutlich gewonnen, was mir zeigt, dass die Jungs heute sehr konzentriert waren.“

EWE Baskets Oldenburg – BG Göttingen 98:77 (54:43)
Die Viertel im Überblick: 33:25, 21:18, 23:21, 21:13
BG Göttingen: Booker (5 Punkte/1 Dreier), Weidemann (4, 5 Assists), Nelson (6, 5 Assists), Vargas, Onwuegbuzie (3/1), Kramer (12/1), Omuvwie (4), Lomazs (16/2), Mönninghoff (7/1), Kamp (5/1), Odiase (15).
EWE Baskets Oldenburg: Hobbs (11 Punkte/3 Dreier), Hornsby (25/3), Herrera (4), Tadda (8/2), Hollatz, Breunig (4), Agbakoko (2), Paulding (20/4), Mahalbasic (9/1, 7 Rebounds, 8 Assists), Pressey (7/1), Schwethelm (6/2), Boothe (2).