Veilchen melden sich in Bamberg eindrucksvoll zurück

Marvin Omuvwie (links mit Bambergs Mateo Seric) war in Bamberg bester BG-Rebounder. Bild: Daniel Löb

7. Mai 2021 – Die BG Göttingen hat im dritten Spiel nach ihrer zweiwöchigen Quarantäne eine eindrucksvolle Leistung gezeigt. Die Mannschaft von BG-Headcoach Roel Moors besiegte am Freitagabend Brose Bamberg souverän 106:84 (53:39). Zuschauer waren in der brose ARENA aufgrund der Corona-Pandemie weiterhin nicht zugelassen. Nach einem ausgeglichenen ersten Abschnitt steigerten sich die Gäste aus Südniedersachsen ab Mitte des zweiten Viertels und bauten ihren Vorsprung bis zur Halbzeitpause auf 14 Zähler aus. Nach der Pause zog die BG auch dank ihrer überragenden Dreier-Trefferquote (14/22) immer weiter davon, während von den Franken wenig Gegenwehr kam. Die Göttinger ließen die Hausherren im letzten Abschnitt nicht mehr näher als auf 18 Punkte herankommen (98:80/38.) und gewannen verdient. Bester Veilchen-Werfer war Luke Nelson mit 22 Punkten. Für Bamberg traf Chase Fieler am häufigsten (16 Zähler).

Die Veilchen, die auf Harper Kamp (Schmerzen im Fuß) und Deishuan Booker (disziplinarische Gründe) verzichten mussten, starteten mit guten Aktionen in der Offensive in die Partie und gingen durch Mathis Mönninghoff 8:5 in Front (3.). Doch es dauerte nicht lange bis auch die fränkischen Gastgeber im Spiel angekommen waren und ab der 6. Minute durch einen 0:7-Lauf das Momentum auf ihre Seite holten (14:19/8.). Im Anschluss zeigte Nelson, dass er nach seiner Corona-Infektion auf dem besten Weg zu alter Stärke ist. Der Brite holte die Veilchen-Führung durch zwei Dreier zum 20:19 zurück (10.). Dann gab es eine Schrecksekunde für die Bamberger: Bei einem Dunk-Versuch, den Marvin Omuvwie zu blocken versuchte, blieb Topscorer Devon Hall mit der Hand am Korbnetz hängen, prallte auf den Boden und konnte nicht mehr weiterspielen. In die Viertelpause gingen beide Teams beim Stand von 22:22.

Auch zu Beginn des zweiten Abschnitts blieb die Partie zunächst ausgeglichen. Punkte von Ex-Veilchen Bennet Hundt konterte Aubrey Dawkins zum 26:25 (12.). Dann ließ die BG einen 8:0-Lauf folgen, den Bambergs Headcoach Johan Roijakkers auch durch eine Auszeit nicht stoppen konnte (34:27/14.). Kurze Zeit später konterte Nelson Weidemann, der gegen sein ehemaliges Team eine sehr gute Leistung zeigte, einen Dreier von Christian Sengfelder zum 39:32 – Mönninghoff erhöhte auf 41:32 und zwang den ehemaligen Göttinger Headcoach Roijakkers zu seiner nächsten Auszeit (16.). Die Bamberger streuten einen kurzen Zwischenspurt zum 41:37 ein, den nun wiederum Moors mit einer Auszeit stoppte (17.). Danach lief es wieder besser bei den Gästen. Rihards Lomazs, Nelson und Dawkins schraubten die Trefferquote von jenseits der 6,75-Meter-Marke mit ihren Dreiern auf 80 Prozent und die Führung auf 50:37 (19.). Vor der Halbzeitpause erhöhte Lomazs noch auf 53:39.

Nach dem Seitenwechsel bleiben die Göttinger am Drücker. Das Team vom ehemaligen Bamberger Cheftrainer Moors traf aus fast allen Lagen und baute seinen Vorsprung durch einen 12:2-Lauf auf 65:41 (24.). Zwar antworteten die Hausherren ihrerseits mit einem Lauf zum 65:49, doch auch diesen stoppte Moors mit einer Auszeit. Schnell sorgten Nelson, der von der Drei-Punkte-Linie ohne Fehlwurf blieb, und Tai Odiase wieder für eine 20-Punkte-Führung (71:51/26.). Weil beide Mannschaften sich nun auf Augenhöhe bewegten, blieb es bis zur Viertelpause auch bei diesem Abstand (83:63).

Im Schlussabschnitt drehte Weidemann auf und sorgte mit sieben Punkten in Folge dafür, dass seine Mannschaft auf 92:67 davonzog (32.). Viel zu leicht machten es die Bamberger, die auch auf einige Leistungsträger verzichten mussten, den Göttingern, die ihren hohen Vorsprung annähernd konstant hielten (98:74/35.). Auch eine kurze offensive BG-Schwächephase konnten die Franken nicht ausnutzen; die 100 Punkte machte Odiase in der 38. Minute voll (100:80). Die Gastgeber schafften es nicht, sich noch einmal aufzubäumen, sodass die Veilchen keine Probleme hatten, die souveräne Führung ins Ziel zu bringen.

Stimmen zum Spiel
Roel Moors (Headcoach BG Göttingen): „Es war ein sehr gutes Spiel von uns. Ich bin sehr stolz, wie wir aus der Quarantäne herausgekommen sind. Das war nicht einfach. Wir haben auch gegen Hamburg schon ein gutes Spiel gezeigt, allerdings haben uns die 22 Ballverluste wehgetan. Heute haben wir den Ball gut bewegt, 25 Assists gegeben und lediglich neun Ballverluste gehabt. Die Stimmung war gut, wir haben einen guten Job gemacht. Alles in allem ein starker Sieg von unserem Team.“

Johan Roijakkers (Headcoach Brose Bamberg): „Ich denke nicht, dass wir heute mental bereit waren. Wir hatten einige Spieler, die schon verletzt waren. Jetzt hoffen wir, dass Devon Hall nicht die restliche Saison ausfällt.“

Brose Bamberg – BG Göttingen 84:106 (39:53)
Die Viertel im Überblick: 22:22, 17:31, 24:30, 21:23
BG Göttingen: Weidemann (18 Punkte/4 Dreier, 7 Assists), Nelson (22/5), Vargas, Onwuegbuzie, Kramer (5), Omuvwie (8, 8 Rebounds), Lomazs (14/2), Mönninghoff (6), Odiase (16), Dawkins (17/3).
Brose Bamberg: Lockhart (5 Punkte/1 Dreier), Plescher, Seric (14/1), Fieler (16/2), Hall (3/1), Ogbe (14/2), Thompson, Hundt (8/1, 9 Assists), Sengfelder (13/3, 7 Rebounds), Larson (11).