Veilchen müssen sich Favorit Oldenburg geschlagen geben

Veilchen-Kapitän Akeem Vargas (links mit Oldenburgs Rickey Paulding) und sein Team haben dem Favoriten kein Bein stellen können.

23. Dezember 2020 – Für die BG Göttingen ist der Favorit aus Oldenburg eine Nummer zu groß gewesen. Die Mannschaft von BG-Headcoach Roel Moors verlor am Mittwochabend im Niedersachsen-Derby gegen die EWE Baskets Oldenburg 73:89 (31:42). Zuschauer waren in der Sparkassen-Arena aufgrund der Corona-Pandemie weiterhin nicht zugelassen. Bis zum Beginn des zweiten Abschnitts hielten die südniedersächsischen Hausherren mehr als nur mit dem Favoriten mit. Dieser übernahm dann aber die Kontrolle, spielte sich freie Würfe heraus und traf diese auch. So wuchs der Göttinger Rückstand Stück für Stück. Die BG kämpfte in der zweiten Halbzeit, doch der Qualitätsunterschied war zu groß, als dass die Gastgeber den Baskets-Erfolg noch einmal hätten in Gefahr bringen können. Bester Veilchen-Werfer war Tai Odiase mit 22 Punkten. Für Oldenburg traf Nathan Boothe am häufigsten (25 Zähler).

Die Veilchen mussten weiterhin auf Mathis Mönninghoff (Bänderriss im Sprunggelenk) und Luke Nelson (Muskelfaserriss im Oberschenkel) verzichten. Gegen den Favoriten aus Oldenburg hielten die Hausherren in den ersten Minuten gut mit und übernahmen in der 3. Minute die Führung (6:4). Doch die Gäste antworteten mit einem 0:5-Lauf zum 6:9 (6.). Die Göttinger schafften es zunächst, an den Baskets dranzublieben (10:11/7.). Im weiteren Verlauf häuften sich bei der BG allerdings Flüchtigkeitsfehler, die das Team von Baskets-Headcoach Mladen Drijencic ausnutzte, um auf 10:18 davonzuziehen (8.). Nach einer Moors-Auszeit fing sich seine Mannschaft wieder und ließ einen 8:0-Lauf folgen, den Aubrey Dawkins per Dreier zum 18:18-Viertelendstand abschloss.

In den zweiten Abschnitt erwischten die Veilchen einen optimalen Start. Nach Punkten von Jorge Gutiérrez und Galen Robinson Jr. zum 22:18 rief Drijencic sein Team in einer Auszeit zusammen (12.). Danach lief es für die Gäste wieder besser. Vor allem die Dreier fielen bei den Oldenburgern nun häufiger, sodass sie die Führung übernahmen und sich durch einen 2:15-Lauf auf 24:33 absetzten (16.). Die Göttinger kämpften aber und verkürzten auf 29:35 (17.). Allerdings tat sich die Moors-Truppe schwer, gegen die intensivere Baskets-Verteidigung zu leichten Punkten zu kommen. Im Gegenzug spielten die Oldenburger ihre Dreier-Werfer frei, die weiterhin sicher trafen. So erhöhte sich der Rückstand auf 29:42 (20.). Den Schlusspunkt der ersten Halbzeit setzte aber Marvin Omuvwie mit einem krachenden Dunk zum 31:42.

Nach dem Seitenwechsel hatten die Göttinger immer größere Probleme, die Angriffe der Oldenburger zu stoppen. Vor allem Boothe drehte nun auf und war nicht unter Kontrolle zu bringen. Der US-Forward erzielte zehn Punkte in Folge zum 36:52 (24.). Die BG mühte sich gegen die Norddeutschen, musste sich aber jeden Korb hart erkämpfen. Gutiérrez brachte sein Team auf 45:59 heran (28.), doch die Baskets blieben treffsicher von jenseits der 6,75-Meter-Marke. So erhöhte sich der Göttinger Rückstand vor dem Schlussviertel auf 20 Punkte (47:67).

Im letzten Abschnitt gaben sich die Veilchen trotz des hohen Rückstands nicht auf und kämpften. Robinson Jr. hatte mit sechs Zählern großen Anteil daran, dass die Südniedersachsen auf 58:71 herankamen (33.). Zwar hielten Boothe und Co. die Göttinger zunächst auf Abstand, doch nach Odiases Zählern zum 62:73 nahm Drijencic eine Auszeit (36.). Die Oldenburger konnten sich auf Boothe verlassen, der zum 62:76 traf (36.). Nach dem nächsten BG-Angriff beschwerte sich Moors vehement bei den Schiedsrichtern, die zwei technische Fouls hintereinander verhängten, sodass der Veilchen-Trainer den Arena-Innenraum verlassen musste und sein Assistent Thomas Crab übernahm (37.). In einer Auszeit schwor der Belgier die Göttinger für den Endspurt ein, in dem Odiase acht Punkte erzielte und dafür sorgte, dass die Hausherren das letzte Viertel für sich entschieden. Am verdienten Oldenburg Sieg änderte dies aber nichts mehr.

Stimmen zum Spiel
Roel Moors (Headcoach BG Göttingen): „Das war wieder ein schwieriges Spiel für uns. Wir haben nicht gut angefangen und hatten zu viele Ballverluste. Der Qualitätsunterschied zwischen den beiden Teams war groß. Wenn man die Passfähigkeiten und die Dreier-Quoten anschaut, sieht man den großen Unterschied. Ich habe in der zweiten Halbzeit eine gute Reaktion gesehen. Aber wenn wir Spiele gewinnen wollen, dann müssen wir besser anfangen. Das haben wir heute erneut nicht gemacht.“

Mladen Drijencic (Headcoach EWE Baskets Oldenburg): „Es war das erwartet schwere Spiel gegen eine aggressive, schnelle Mannschaft. Es war auch schwer für uns nach dem großartigen Sieg gegen Bayern München. Meine Sorge war das emotionale Level. Es war schön zu sehen, dass die Jungs genug Emotionen und Energie hatten. In den ersten drei Vierteln haben wir nur 47 Punkte erlaubt. Dann kann man den Jungs ein Lob aussprechen und das letzte Viertel vergessen. Wir haben mit einer sehr großen Rotation gespielt, weil das Spiel gegen Bayern München sehr viel Kraft gekostet hat. In drei Tagen haben wir eine sehr lange Reise vor uns, deshalb war es wichtig, die Spielzeit zu verteilen.“

BG Göttingen – EWE Baskets Oldenburg 73:89 (31:42)
Die Viertel im Überblick: 18:18, 13:24, 16:25, 26:22
BG Göttingen: Weidemann (5 Punkte/1 Dreier), Gutiérrez (10, 6 Assists), Vargas (5/1), Onwuegbuzie (n.e.), Kramer, Omuvwie (5/1), Kamp, Rayman, Odiase (22, 7 Rebounds), Dawkins (13/3), Robinson Jr. (13).
EWE Baskets Oldenburg: Hobbs (7 Punkte/1 Dreier), Hornsby (10/1), Herrera (7/1), Tadda (3), Hollatz (1), Breunig (8, 6 Rebounds), Paulding, Mahalbasic (11/1, 6 Assists), Pressey (5/1), Schwethelm (12/4), Boothe (25/4).