Veilchen reisen mit Selbstvertrauen nach Ludwigsburg

Die BG Göttingen um Center Philipp Hartwich (hinten) trifft auf physisch starke Ludwigsburger mit Tremmell Darden (vorne). Bild: Matthias Klar

15. Februar 2022 – Nach zweiwöchiger Pause hat sich die BG Göttingen am vergangenen Wochenende eindrucksvoll zurückgemeldet und mit dem 91:87-Erfolg gegen das favorisierte ratiopharm ulm ihr Selbstvertrauen gestärkt. Das benötigt das Team von BG-Headcoach Roel Moors auch für die kommende Aufgabe, denn am Mittwoch, 16. Februar, steht ein schweres Auswärtsspiel bei den MHP RIESEN Ludwigsburg auf dem Programm (20:30 Uhr, MHP Arena, live bei MagentaSport). „Ludwigsburg ist die Mannschaft mit dem physischsten Spielstil aller easyCredit BBL-Teams“, sagt BG-Assistenztrainer Olivier Foucart. „Wir müssen gut darauf vorbereitet sein, fokussiert bleiben und bereit sein, zu kämpfen.“ Nach der Partie in Ludwigsburg gehen die Veilchen in eine kurze Pokal- und Länderspielpause; das nächste Spiel steht am 6. März gegen die NINERS Chemnitz an.

Das Team von RIESEN-Headcoach John Patrick liegt mit 13 Siegen momentan einen Platz vor den Göttingern auf Rang sechs der easyCredit BBL-Tabelle, hat allerdings auch bereits 20 Spiele absolviert; die BG erst 18. Das Hinspiel Mitte Oktober vergangenen Jahres entschieden die Veilchen überraschend 78:69 für sich, weil sie sich von der Physis der Ludwigsburger nicht beeindrucken ließen und Kamar Baldwin (21 Punkte) sowie Jake Toolson (20) nicht zu stoppen waren. „Außerdem haben wir den Ball sehr gut bewegt“, sagt Foucart.

Obwohl die RIESEN am vergangenen Wochenende deutlich gegen die NINERS Chemnitz (56:74) und unter der Woche in der Basketball Champions League beim israelischen Vertreter Hapoel Holon (51:69) verloren, ist die Patrick-Truppe nicht zu unterschätzen. Die Mannschaft nimmt die zweitmeisten Würfe aller easyCredit BBL-Teams (rund 67 pro Partie), leistet sich die wenigsten Ballverluste (11,0 Turnover), klaut dem Gegner am häufigsten den Ball (8,9 Steals) und holt die zweitmeisten Offensiv-Rebounds (13,3). „Die wenigen Ballverluste, die Steals und die Offensiv-Rebounds sorgen dafür, dass Ludwigsburg mehr Ballbesitze als andere Teams hat“, erklärt Foucart. Diese nutzen sie in erster Linie, um von jenseits der Drei-Punkte-Linie auf den Korb zu werfen, was zu durchschnittlich zehn Dreiern pro Partie führt.

Auf einen ihrer besten Dreier-Werfer, Jordan Hulls, der gegen die BG regelmäßig zur Höchstform aufläuft, mussten die RIESEN aufgrund seiner Wadenprobleme in den vergangenen drei Spielen verzichten. Doch auch der nachverpflichtete US-Guard James Woodard (37 Prozent Dreier-Trefferquote), Veteran Tremmell Darden (37) und Aufbauspieler Jonah Radebaugh (40) sind gefährlich von außen. Radebaugh ist effizientester Ludwigsburger Akteur, erzielt im Schnitt 13,6 Punkte pro Spiel, holt 4,9 Rebounds, gibt 3,4 Assists und steht die meisten Minuten auf dem Parkett (rund 30).

Ebenfalls zweistellig punkten US-Forward Justin Simon (12,2) und Darden (11,5). Simon holt die meisten Rebounds (5,6) gefolgt vom nachverpflichteten US-Center Ethan Happ (5,0). Bester Assistgeber ist Hulls (4,0). Gegen Holon feierte die vierte Ludwigsburger Nachverpflichtung in dieser Saison, Tekele Cotton, sein Debüt. „Bei Ludwigsburg ist er schwerer als bei anderen Teams, Schlüsselspieler zu nennen. Sie haben viele Spieler mit hoher Qualität, die sehr kreativ sind. Darden ist sehr erfahren, Simon sehr dominant, Radebaugh und Woodard können leicht punkten“, sagt Foucart. „Aber ihre größte Stärke ist ihre Verteidigung.“

Rund 75 Punkte gestatten die RIESEN ihrem Gegner pro Spiel, nur der FC Bayern München und ALBA BERLIN verteidigen besser. „Alle Ludwigsburger Spieler sind gute Verteidiger und zeigen den Willen, das ganze Spiel über das ganze Feld zu verteidigen“, so der belgische Co-Trainer. „Nach den zwei Partien, in denen Ludwigsburg Schwierigkeiten hatte, müssen wir erst recht auf ihre sehr aggressive Spielweise gefasst sein.“