Veilchen reisen zum Double-Sieger nach Berlin

Der Berliner Maodo Lo (rechts mit Harper Kamp) war im Hinspiel mit 23 Punkten Top-Scorer. Bild: Swen Pförtner

11. März 2021 – Der Blick der BG Göttingen richtet sich nach vorn, denn ungeschehen kann sie die bittere und unnötige Niederlage gegen die FRAPORT SKYLINERS nicht machen. An der Position der Veilchen hat sie ohnehin nichts geändert: Die Mannschaft von BG-Headcoach Roel Moors hat weiterhin drei Siege Vorsprung auf einen Abstiegsplatz und drei Siege Rückstand auf einen Playoff-Rang. Am kommenden Wochenende habe Veilchen-Kapitän Akeem Vargas und sein Team die Chance zu zeigen, dass sie sich weiter stabilisieren können – allerdings wartet eine schwere Aufgabe. Die Göttinger sind am Sonntag, 14. März, beim deutschen Double-Sieger ALBA BERLIN zu Gast (15 Uhr, Mercedes-Benz Arena, live auf MagentaSport). Für Vargas ist es die Rückkehr zu seinem alten Arbeitgeber, zu dem er nach einer Saison mit der BG 2013 wechselte und dort bis 2018 die erfolgreichste Zeit seiner Karriere (zwei Pokalsiege) verbrachte. „Wir haben nichts zu verlieren, darum können wir ohne allzu großen Druck nach Berlin fahren“, sagt BG-Co-Trainer Thomas Crab. „Wir müssen versuchen, eine gute Partie zu spielen und sehen dann, was passiert.“

Die Berliner haben die Doppelbelastung aus nationalem und internationalem Wettbewerb inklusive großem Verletzungspech bisher fast mühelos weggesteckt. Erst drei Niederlagen musste die Mannschaft von ALBA-Headcoach Aito Garcia Reneses in der easyCredit BBL hinnehmen und ist damit auf dem zweiten Tabellenplatz der stärkste Verfolger von Tabellenführer MHP RIESEN Ludwigsburg. Am Dienstag fügten die EWE Baskets Oldenburg den Albatrossen ihre erste Heimniederlage zu (81:89). „Ich mache mir keine Sorgen, dass ALBA seinen Rhythmus wiederfinden wird“, sagt Crab. „Es ist eine lange Saison für Berlin mit vielen Spielen.“

In der Tat bleibt den Hauptstädtern nicht viel Zeit zum Nachdenken. Denn schon am Mittwoch reisten die Berliner nach Frankreich, um am Donnerstag in der EuroLeague bei LDLC ASVEL Villeurbanne anzutreten. Als Tabellenfünfzehnter bei noch sechs verbleibenden Partien hat der Veilchen-Gegner keine Chance mehr, in die EuroLeague-Playoffs einzuziehen. Doch für den deutschen Meister gab es zu Wochenbeginn die gute Nachricht, dass er auch in den kommenden zwei Spielzeiten in der EuroLeague antreten darf.

Im Hinspiel in der Göttinger Sparkassen-Arena gaben sich die Berliner keine Blöße. Zwar zeigten die Veilchen eine gute Leistung und entschieden zwei Viertel für sich, gegen das qualitativ viel hochwertiger besetzte ALBA-Team reichte dies allerdings nicht zum Sieg. Ein glänzend aufgelegter Maodo Lo, der mit 23 Punkte seine persönliche Karriere-Bestleistung in der easyCredit BBL erzielte, und ein starker Luke Sikma (15 Punkte/zwölf Rebounds/acht Assists) sorgten für die 75:86-Niederlage der BG. 22 Punkte von Rihards Lomazs konnten diese nicht verhindern.

Eine der größten Berliner Stärken ist die mannschaftliche Geschlossen- und Ausgeglichenheit. „Bei ALBA geht es in erster Linie ums Team“, so Crab. „Luke Sikma ist der Haupt-Schlüsselspieler, aber sie haben zu viele gute Spieler, um nur einen zu nennen.“ Mit durchschnittlich 22,6 Assists pro Spiel führt das Reneses-Team das Liga-Ranking an – bei durchschnittlich 85,7 erzielten Punkten pro Partie (Rang sechs). Fünf Akteure punkten im Schnitt zweistellig pro Spiel: Niels Giffey (12,9), Marcus Eriksson (12,1), Simone Fontecchio (11,3), Peyton Siva (11,1) und Sikma (10,1).

Die meisten Rebounds holt Sikma (7,1) gefolgt von Louis Olinde (5,2.). Der Sohn der Göttinger Basketball-Legende Wilbert Olinde hat seine Handverletzung überstanden und ist wieder einsatzbereit. Das gilt nicht für Aufbauspieler Jayson Granger, der sich im Hinspiel in Göttingen eine Fraktur des Mittelhandknochens zuzog und bester ALBA-Vorlagengeber ist (6,3 Assists pro Spiel). Dafür ist Siva wieder mit von der Partie, der im Schnitt auf 5,2 Assists pro Spiel kommt. „Wir müssen versuchen, Berlin als Team zu kontrollieren und 40 Minuten verteidigen, was mit der Transition beginnt“, sagt der belgische Assistenztrainer. „Wir dürfen ihnen keine leichten Würfe geben, weil das Netz sonst glühen wird und wir eine schwere Zeit haben werden.“