Veilchen ringen Favoriten aus Berlin nieder

BG-Kapitän Michael Stockton (rechts mit Berlins Martin Hermannsson) führte sein Team mit 22 Punkten zum Sieg gegen Berlin. Bild: Swen Pförtner

26. Januar 2019 – Die BG Göttingen hat einen Überraschungserfolg gefeiert. Am Samstagabend besiegte die Mannschaft von BG-Headcoach Johan Roijakkers Titelkandidat ALBA BERLIN 91:85 (50:44). In der mit 3.447 Zuschauern ausverkauften Sparkassen-Arena zeigte der easyCredit Basketball-Bundesligist aus Südniedersachsen eine starke kämpferische Leistung und ließ den Favortien aus der Hauptstadt nicht ein einziges Mal in Führung gehen. Als ALBA in der 27. Minute zum ersten Mal seit dem ersten Viertel wieder ausglich (61:61), behielten die Göttinger die Nerven und bauten ihren Vorsprung wieder aus. Am Ende traf die BG wichtige Würfe und zeigte eine starke Verteidigung, sodass sie den Berlinern die vierte easyCredit BBL-Saisonniederlage zufügte. Bester Veilchen-Werfer in dem vom Toyota Autohaus DiT Göttingen präsentierten Spiel war erneut Kapitän Michael Stockton mit 22 Punkten. Für Berlin traf Rokas Giedraitis am häufigsten (21 Zähler).

Die Veilchen, die neben Center Darius Carter (Nasenbeinbruch) auch auf Dennis Kramer (Sprunggelenksverletzung) verzichten mussten, starteten trotz der Schwächung mit viel Schwung in die Partie und kämpften um jeden Ball. Joanic Grüttner Bacoul brachte die Göttinger in der 3. Minute 9:1 in Front. Die Gäste aus der Hauptstadt gewöhnten sich dann langsam an das Tempo und verkürzten auf 9:6 (4.). Zwar hielt Mihajlo Andric die Berliner durch seinen Dreier zunächst auf Abstand, aber das Team von ALBA-Headcoach Aito Garcia Reneses war nun endgültig im Spiel angekommen und glich durch zwei Giedraitis-Dreier zum 14:14 aus (8.). Doch die Hausherren ließen sich davon nicht beeindrucken und spielten entfesselt auf: Einen 13:2-Lauf schloss Grüttner mit der Viertelsirene per Dreier zum 27:16 ab.

Auch im zweiten Abschnitt ließ die Roijakkers-Truppe nicht nach. Einen Dreier von Joshiko Saibou konterte Grüttner zum 32:19 (12.). Die Berliner versuchten sich heranzukämpfen und verkürzten durch Niels Giffey auf 33:23 (13.). Doch bei den Veilchen stimmten die Einstellung und die Energie. Bis Mitte des Viertels hatten sie sich auf 41:26 abgesetzt (15.). Bei den Göttingern wurde es auf den großen Positionen nun immer dünner, denn Derek Willis musste mit seinem dritten Foul vorerst auf der Bank Platz nehmen. ALBA bekam auch dadurch wieder ein bisschen Oberwasser und kam auf 45:36 heran (18.). Zwar wehrten sich die Gastgeber und schafften es auch, den Vorsprung wieder auf eine zweistellige Zahl auszubauen (50:39/19.), doch vor der Halbzeitpause wechselte das Momentum zu den Albatrossen. So gingen die Veilchen mit einer 50:44-Führung in die Kabine.

Nach dem Seitenwechsel widersetzten sich die Göttinger den Berlinern weiterhin mit allem, was sie hatten. Aber nicht nur Willis, sondern auch Dominic Lockhart, der auf der Position 4 als Power Forward aushalf, war mit drei Fouls belastet. Zudem schwanden bei den Veilchen nach und nach auch die Kräfte. Trotzdem schafften die Hausherren es, die Berliner zunächst nicht näher herankommen zu lassen (58:52/24.). Allerdings wurde dies gegen den hohen Favoriten immer schwerer, der dann in der 27. Minute durch Stefan Peno auch zum 61:61 ausglich. Aber die Südniedersachsen ließen es nicht zu, dass ALBA die Führung übernahm. Im Gegenteil: Bis zum Start des Schlussviertels bauten die Hausherren angeführt von Andric ihren Vorsprung wieder auf 69:64 aus.

In den letzten Abschnitt startete die BG mit guter Defense und einem Grüttner-Dreier zum 72:64. Aber die Berliner hatten die passende Antwort und trafen durch Giedraitis zweimal hintereinander von außen (72:70/32.). Die anschließende Roijakkers-Auszeit zeigte Wirkung: Penny Williams und Andric bauten die Führung wieder auf 76:70 aus (33.). Die Albatrosse mühten sich weiterhin, die Partie zu drehen und verkürzten durch Martin Hermannsson auf 78:75 (36.). Doch Lockhart und Stockton stellten den alten Abstand wieder her (82:76/38.). In der Sparkassen-Arena verstand man in der Schlussphase dann ein eigenes Wort nicht mehr. Angepeitscht vom Publikum war es Willis, der mit seinen Punkten zum 84:78 und 87:80 den Sieg fast perfekt machte (39.). Hermannsson traf rund 40 Sekunden vor dem Ende noch einmal zum 87:83, aber Andric und Lockhart behielten die Nerven an der Freiwurflinie und retteten Vorsprung über die Zeit.

Stimmen zum Spiel:

Johan Roijakkers (Headcoach BG Göttingen): „Offensichtlich waren wir etwas gehandicapt dadurch, dass und Darius Carter und Dennis Kramer gefehlt haben. Im Prinzip haben wir nur mit acht Spieler gespielt, und dann schlägt man ein Team wie ALBA BERLIN nicht. Aber es kann passieren, wenn man daran glaubt, und das haben meine Jungs getan. Außerdem hilft es, wenn einige Spieler, das Spiel ihrer Karriere machen. Ich habe in der Kabine gesagt, dass ich Joanic Grüttner Bacoul adoptieren werde. Wenn man solch ein Leistung jemandem gönnt, dann ihm. Zudem waren die Zuschauer fantastisch und feurig.“

Aito Garcia Reneses (Headcoach ALBA BERLIN): „Göttingen hat sehr gut gespielt, mit sehr viel Energie. Wir haben nicht mit derselben Energie gespielt, wie im Pokalspiel gegen Frankfurt. Aus diesem Grund hat Göttingen gewonnen.“

BG Göttingen – ALBA BERLIN 91:85 (50:44)

Zuschauer: 3.447 (ausverkauft)

Die Viertel im Überblick: 27:16, 23:28, 19:20, 22:21

BG Göttingen: Lockhart (15 Punkte, 7 Assists), Albrecht (n.e.), Williams (11/2 Dreier), Andric (13/1), Mönninghoff, Stockton (22/2), Larysz (n.e.), Willis (11/3, 8 Rebounds), Haukohl (4), Grüttner Bacoul (15/3).

ALBA BERLIN: Saibou (8 Punkte/1 Dreier), Giffey (7/1), Schneider (8/2), Hermannsson (19/4, 8 Assists), Wagner (3/1), Ogbe (n.e.), Giedraitis (21/5), Thiemann (1), Clifford (2), Nnoko (2), Sikma (4, 7 Rebounds), Peno (10).