Veilchen setzen Siegesserie fort

Penny Williams war nach Michael Stockton zweitbester Veilchen-Werfer (22 Punkte) gegen Würzburg. Bild: Swen Pförtner

14. Oktober 2018 – Die BG Göttingen hat ihre Erfolgsserie fortgesetzt. Am Sonntagnachmittag gewann die Mannschaft von BG-Headcoach Johan Roijakkers gegen s.Oliver Würzburg 91:87 (57:48) und holte damit ihren dritten Sieg in Folge. Die beiden Teams unterhielten die 3.058 Zuschauern in der Göttinger Sparkassen-Arena mit teilweise spektakulärem Offensiv-Basketball. Nach einem ausgeglichenen ersten Abschnitt erarbeitete sich der easyCredit Basketball-Bundesligist aus Südniedersachsen leichte Vorteile und ging mit einem Neun-Punkte-Vorsprung in die Pause. Nach dem Seitenwechsel holten die fränkischen Gäste Rückstände immer wieder auf, schafften es aber nie, in Führung zu gehen. Am Ende war es Veilchen-Kapitän Michael Stockton (insgesamt 25 Punkte), der den Krimi für die Hausherren entschied. Bester Würzburger Werfer war Jordan Hulls mit 23 Punkten.

Die Veilchen mussten zu Beginn einen kleinen Dreier-Regen der Würzburger über sich ergehen lassen. Florian Koch traf in der 3. Minute den dritten Distanzwurf der Franken zum 4:11. Doch die Göttinger ließen sich davon nicht nervös machen. Penny Williams brachte die Hausherren durch fünf Punkte in Folge auf 9:11 heran und erzielte kurz darauf den 13:13-Ausgleich (6.). Die fränkischen Gäste blieben treffsicher von jenseits der 6,75-Meter-Linie, doch auch die BG hatte ein sicheres Händchen von außen. Einen Dreier von Hulls konterte Mihajlo Andric ebenfalls von außen zum 23:23 (10.). Hulls sorgte im Gegenzug durch ein Vier-Punkte-Spiel (erfolgreicher Dreier plus Freiwurf) für die erneute Würzburger Führung. Aber auch darauf hatten die Veilchen eine Antwort: Stockton traf unter den Augen seines Vater – NBA-Legende John Stockton – mit der Viertelsirene zum 27:27.

Im zweiten Abschnitt war es weiterhin Hulls, der Würzburg mit der BG mithalten ließ. Sein fünfter Dreier sorgte für das 38:39, doch vier Stockton-Punkte in Folge ließen die Hausherren wieder in Front gehen (42:39/15.). Würzburgs Headcoach Denis Wucherer nahm kurz darauf eine Auszeit, die die Göttinger jedoch nicht beeindruckte. Williams traf zum 47:41, Stockton legte trotz Foul zum 49:41 nach, und Wucherer rief sein Team wieder in einer Auszeit zusammen (17.). Danach lief es für die Gäste wieder etwas besser, die rollende Veilchen-Offensive konnten sie allerdings nicht stoppen. So ging die BG mit einem Neun-Punkte-Vorsprung in die Halbzeitpause (57:48).

Nach dem Seitenwechsel ließen es beide Mannschaften etwas langsamer angehen – insbesondere der Gastgeber. Während die Veilchen in den ersten Minuten des dritten Abschnitts nur zwei Punkte durch Williams erzielten, kamen die fränkischen Gäste immer näher heran. Gabriel Olaseni glich in der 24. Minute durch ein Drei-Punkte-Spiel (erfolgreicher Korb plus Freiwurf) zum 59:59 aus. Aber die Veilchen überstanden diese knifflige Phase zunächst und gingen wieder in Front (64:59/26.). Zwar blieb Würzburg an den Göttingern dran, doch zwei Andric-Dreier zum Viertelende ließen den Vorsprung wieder auf sechs Zähler anwachsen (74:68).

Gleich zu Beginn des Schlussabschnitts erzielte Darius Carter die höchste BG-Führung der Partie (78:68/32.). Aber das Wucherer-Team machte es den Göttingern nicht so einfach. Die Gäste verteidigten nun besser, sodass die Veilchen-Offensive ins Stocken geriet. Hulls glich in der 35. Minute erneut aus (78:78). Die Schlussminuten waren nichts für schwache Nerven. Zwar erhöhten die Hausherren ihre Führung durch Stephan Haukohl wieder auf 86:80, doch wenig später schien der Forward zur tragischen Figur werden zu können. Haukohl stoppte einen Würzburger Schnellangriff ungeschickt und bekam von den Schiedsrichtern ein unsportliches Foul. Skyler Bowlin brachte sein Team so 50 Sekunden vor dem Ende auf 86:84 heran, aus dem anschließenden Ballbesitz resultierten allerdings keine Punkte. Im Gegenzug war es erneut Stockton, der beim Korberfolg gefoult wurde und seinem Team etwas Luft verschaffte (89:84). Doch die Partie war noch nicht vorbei, und Hulls traf acht Sekunden vor dem Ende zum 89:97. Stockton machte dann aber fünf Sekunden vor der Schlusssirene den Sack durch zwei Freiwürfe endgültig zu.

Stimmen zum Spiel:

Johan Roijakkers (Headcoach BG Göttingen): „Es war ein glücklicher Sieg. Um in der Liga zu bleiben, braucht man zwei oder drei Siege gegen Playoff-Kandidaten. Darum bin ich froh, dass uns das schon so früh gelungen ist. Ich war sehr zufrieden mit der Energie meiner Mannschaft. Auch die Zuschauer haben diese Energie und geben sie an uns zurück. Wir haben hart gekämpft. Die Verteidigung war besser, als es die Anzeigetafel zeigt. Wir haben ein paar Dinge, die wir uns vorgenommen hatten, exzellent umgesetzt. Und dann haben wir Michael Stockton. Da muss man nicht viel coachen. Gib ihm den Ball, und er gewinnt das Spiel für dich. So einfach ist das.“

Denis Wucherer (Headcoach s.Oliver Würzburg): „Wenn man 87 Punkte in fremder Halle macht, dann sollte man am Ende eine bessere Chance haben, das Spiel zu gewinnen, als wir heute. Unsere nicht existente Verteidigung in der ersten Halbzeit war dafür Ausschlag gebend, dass wir diese Chance nicht hatten. In der zweiten Halbzeit haben wir das besser gemacht – nicht gut, aber besser. Wir müssen in Zukunft eine Verteidigung finden, die es uns erlaubt, solche Spiele auch in Göttingen zu gewinnen.“

BG Göttingen – s.Oliver Würzburg 91:87 (57:48)

Zuschauer: 3.058

Die Viertel im Überblick: 27:27, 30:21, 17:20, 17:19

BG Göttingen: Coggins (n.e.), Lockhart (7 Punkte/1 Dreier, 6 Rebounds, 6 Assists), Albrecht (n.e.), Kramer (6), Williams (22/3), Carter (8, 6 Rebounds), Andric (12/4), Mönninghoff, Stockton (25/1), Willis (9/1), Haukohl (2), Grüttner Bacoul.

s.Oliver Würzburg: Olaseni (15 Punkte, 6 Rebounds), Hulls (23/6 Dreier), Richter, Cooks (1), Loncar (n.e.), Bowlin (13/2, 6 Rebounds, 8 Assists), Koch (16/4), Wells (7/1), Ellis (12/2), Hoffmann, Loesing.