Veilchen siegen zum Turnierstart

Die Veilchen um Terry Allen zeigten mehr Kampfgeist als ihr Gegner. Bild: Ulf Duda

6. Juni 2020 – Die BG Göttingen hat das Auftaktspiel beim easyCredit BBL Final-Turnier 2020 gewonnen. Am Samstagabend besiegte die Mannschaft von BG-Headcoach Johan Roijakkers die HAKRO Merlins Crailsheim 89:78 (51:42). Im Münchener Audi Dome, in dem laut Hygienevorschriften keine Zuschauer anwesend waren, führten die Südniedersachsen von der ersten bis zur letzten Minute und ließen auch keinen Ausgleich durch die Crailsheimer zu. Auch dank ihrer sehr guten Dreier-Trefferquote von 44 Prozent (15 von 34) schafften es die Veilchen, kurze Schwächephasen zu überstehen und ihre Führung immer wieder auszubauen. Rund zwei Minuten vor dem Ende machte es Javontae Hawkins durch seinen Dreier zum 82:77 noch einmal spannend, doch Mihajlo Andric und der überragende Bennet Hundt (30 Punkte, Karriere-Bestleistung) hatten die passenden Antworten und sicherten den Göttingern den Sieg. Neben Hundt erzielte Alex Ruoff ein Double-Double (zwölf Punkte, zehn Assists). Für Crailsheim traf Hawkins am häufigsten (17 Zähler).

Die Veilchen, die ohne die nicht mit nach München gereisten Elias Lasisi (Oberschenkelverletzung) und Kevin Bryant (wenig Aussicht auf Spielzeit) antreten mussten, starteten mit einem Hundt-Dreier in das Final-Turnier. Ruoff baute die BG-Führung kurz darauf ebenfalls von jenseits der 6,75-Meter-Linie auf 8:2 aus (3.), aber die Merlins kamen dann im Spiel an und auf 8:7 heran (5.). Allerdings ließen sich die Göttinger davon nicht beeindrucken und erhöhten den Vorsprung nach und nach. Terry Allen traf erneut von außen zum 15:7. Zum Ende des Abschnitts streuten auch Dominic Lockhart und Andric Dreier ein, sodass die Führung auf 27:17 anwuchs (10.). Den Abschnitt schloss Hundt durch Punkte zum 29:20 ab.

Den besseren Start ins zweite Viertel erwischten die Merlins, die sich auf 29:25 heranarbeiteten. Hundt verschaffte seinem Team wieder etwas Luft; Ruoff und Jito Kok legten zum 38:27 nach (15.). Die anschließende Auszeit von Merlins-Headcoach Tuamos Iisalo zeigte Wirkung, denn sein Team verkürzte wieder auf 40:36 (16.). Im Gegenzug nahm auch Roijakkers eine Auszeit, die ebenfalls wirkte. Andric schloss einen 11:2-Lauf zum 51:38 ab (19.). Doch die Crailsheimer schafften es, diesen Abschnitt ausgeglichen zu gestalten und erzielten zur Pause das 51:42.

Nach dem Seitenwechsel wirkten die Veilchen müde. Das Roijakkers-Team musste fast fünf Minuten auf die ersten Punkte in diesem Viertel warten. Erzielt wurden sie durch – wie sollte es anders sein – Hundt zum 54:38 (25.). Ruoff legt sofort zum 57:48 nach, doch die Crailsheimer zeigten nun mehr Kampfgeist. Hawkins verkürzte auf 57:54, was eine erneute Göttinger Auszeit nach sich zog (27.). Die Veilchen fingen sich nun wieder, aber auch in diesem Abschnitt erzielten beide Mannschaften gleich viele Punkte, sodass es vor dem Schlussviertel beim Neun-Punkte-Vorsprung der BG blieb (68:59).

Der Start in den letzten Abschnitt lief für die Veilchen wieder besser: Ruoff und Marvin Omuvwie bauten den Vorsprung erneut auf 13 Zähler aus (72:59/32.). Die Merlins gaben sich aber noch nicht geschlagen und kämpften sich auf sechs Punkte heran (75:69/35.). Zwar antworteten die Göttinger immer wieder, aber Crailsheim blieb zäh und macht es durch Hawkins‘ Dreier zum 82:77 noch einmal spannend (38.). Doch Andric behielt die Nerven und versenkte seinen vierten Dreier zum 85:77. Danach gingen dem Iisalo-Team die Kräfte aus, sodass die BG den Vorsprung bis zum Ende verteidigen konnte.

Stimmen zum Spiel
Johan Roijakkers (Headcoach BG Göttingen): „Ich gratuliere meiner Mannschaft, der Organisation, unseren Fans und den Sponsoren. Ich war überrascht über unser hohes Niveau in der ersten Halbzeit. Wir haben den Ball bewegt, als Team zusammengespielt und dort weitergemacht, wo wir im März im Spiel gegen die Hamburg Towers aufgehört haben. In der zweiten Halbzeit ging es dann etwas mehr hoch und runter, aber das hat sicherlich auch mit der Fitness zu tun. Bei uns war die Energie und die Fitness etwas besser. Ich muss unserem Athletiktrainer Domenik Theodorou ein Riesen-Kompliment aussprechen. Er hat dafür gesorgt, dass die Spieler so fit sind. Ohne ihn ist Göttingen gar nichts.“

Tuomas Iisalo (Headcoach HAKRO Merlins Crailsheim): „Göttingen hat sehr gut gespielt nach dieser langen Pause und richtig gut gekämpft. Das haben wir auch, aber es hat nicht gereicht. Es wird jetzt für uns nicht leichter im nächsten Spiel. Javontae Hawkins und DeWayne Russell sind unsere Schlüsselspieler, aber sie sind nicht richtig fit. Es spricht für ihren Charakter, dass sie dem Team trotzdem helfen wollten, und es versucht haben. Göttingen war die fittere Mannschaft.“

BG Göttingen – HAKRO Merlins Crailsheim 89:78 (51:42)
Die Viertel im Überblick: 29:20, 22:22, 17:17, 21:19
BG Göttingen: Kok (8 Punkte), Lockhart (3/1 Dreier), Williams (2), Ruoff (12/2, 10 Assists), Ersek (n.e.), Kramer, Omuvwie (2), Andric (18/4, 8 Rebounds), Mönninghoff, Allen (14/3), Hundt (30/5).
HAKRO Merlins Crailsheim: Russell (3 Punkte, 5 Assists), Carpenter (n.e.), Stuckey (8/2 Dreier, 5 Assists), A. Kovacevic (n.e.), Herrera (15/3), Brembly (9/2), Bleck (8, 8 Rebounds), Ogunsipe (6, 8 Rebounds), Lazic (n.e.), D. Kovacevic (12), Hawkins (17/5).