Veilchen-Siegesserie reißt im Derby gegen Braunschweig

Jake Toolson (rechts mit Braunschweigs Luc van Slooten) mussten sich im Derby erneut den Löwen geschlagen geben. Bild: Sabine Klar

2. Januar 2022 – Die Siegesserie der BG Göttingen ist gerissen. Die Mannschaft von BG-Headcoach Roel Moors verlor am Sonntagnachmittag das Derby gegen die Basketball Löwen Braunschweig 85:93 (44:46). Vor 500 Zuschauern in der ausverkauften Göttinger Sparkassen-Arena taten sich die Veilchen vor allem in der Verteidigung schwer. Die mit hohem Tempo und viel Selbstvertrauen spielenden Gäste waren von den Hausherren kaum zu stoppen und erzielten in der ersten Hälfte schon fast 50 Punkte. Die Göttinger versuchten sich immer wieder aufzubäumen, was ihnen phasenweise auch gelang. Doch am Ende reichten die Kräfte der Hausherren nicht aus, um die Partie zu drehen. Bester BG-Werfer war Kamar Baldwin mit 20 Punkten. Für die Braunschweiger traf Owen Klassen am häufigsten (18 Zähler).

Die Veilchen starteten nervös in die Partie und konnten mit dem Energie-Level der Braunschweiger nicht mithalten. Vor allem Owen Klassen bereitete der BG-Verteidigung Probleme. Nach seinen Punkten zum 2:9 nahm Moors die erste Auszeit (3.). Durch zwei Dreier von Jake Toolson und einem Korbleger von Baldwin kamen die Hausherren auf 10:11 heran, doch David Krämer konterte zum 10:14 (6.). Die Göttinger kamen dann aber immer besser in die Partie. Mathis Mönninghoff glich durch seinen Dreier zum 14:14 aus, Philipp Hartwich besorgte nach schönen Baldwin-Anspiel per Alley-Hoop die erste Veilchen-Führung (16:15/8.). Doch die Löwen kamen weiterhin zu leicht zum Korb, sodass die Partie eng blieb. In die Viertelpause ging die BG mit einer knappen 24:23-Führung.

Auch im zweiten Viertel schafften es die Gastgeber nicht, die Löwen-Offensive zu stoppen. Auf einen Dreier von Haris Hujic antwortete Ex-Veilchen Benedikt Turudic ebenfalls von außen zum 27:28 (12.). Nach Baldwin-Punkten zum 31:32 nahm Braunschweigs Headcoach Jesus Ramirez seine erste Auszeit, doch Baldwin legte zum 34:32 nach (15.). Aber die Gäste spielten weiter mutig, mit viel Tempo und erarbeiteten sich erneut einen Vorsprung (34:40/17.). Die Göttinger kämpften und konnten sich nicht nur auf Baldwin, sondern auch auf Toolson verlassen. Der US-Guard brachte seine Mannschaft durch einen Dreier auf 43:44 heran. Zur Halbzeitpause führten die Braunschweiger allerdings 44:46.

Auch nach dem Seitenwechsel blieben die Löwen gefährlich. Zwar kamen die Hausherren durch zwei Dreier von Jeff Roberson auf 50:51 an die Gäste heran (23.), aber die Braunschweiger waren treffsicher von außen und zogen erneut etwas davon (50:56/24.). Die Veilchen mühten sich und ließen einen 10:3-Lauf folgen, den Stephen Brown Jr. durch ein Drei-Punkte-Spiel zum 60:59 abschloss (26.). Wie schon im Spiel gegen Ulm drei Tage zuvor bekam die BG auch dieses Mal Foul-Probleme auf der Center-Position. Zudem waren der Moors-Truppe die anstrengenden Auswärtsreisen mit dezimiertem Kader nun anzumerken. In der Verteidigung kam sie oft einen Schritt zu spät, und ihre Würfe hatten nicht mehr die richtige Länge. So erarbeiteten sich die Gäste vor dem Schlussviertel einen Neun-Punkte-Vorsprung (64:73).

Zu Beginn des letzten Abschnitts gaben die Löwen noch einmal richtig Gas und ließen den Veilchen-Rückstand auf 14 Zähler anwachsen (64:78/32.). Die BG versuchte noch einmal alles, um zurückzukommen und kam auf 70:80 heran (34.), doch dann kassierte Baldwin kurz hintereinander sein 4. und 5. Foul, sodass der Göttinger Topscorer auf der Bank Platz nehmen musste (34.). Die Gastgeber stemmten sich mit Kräften gegen die drohende Niederlage und zwangen Ramirez nach einem Dreier von Brown Jr. zum 79:87 zu einer Auszeit (38.). Mönninghoff legte zum 82:87 nach, aber die Gastgeber konnten die kurze Nervosität der Löwen nicht ausnutzen und mussten sich nach dem Pokalspiel zum zweiten Mal in dieser Saison den Braunschweigern geschlagen geben.

Stimmen zum Spiel
Roel Moors (Headcoach BG Göttingen): „Das war ein verdienter Sieg für Braunschweig. Ich hatte eigentlich nicht eine Minute lang das Gefühl, dass wir dieses Spiel gewinnen können. Braunschweig hat uns von Anfang bis Ende in jedem Duell dominiert. Heute haben wir noch einmal gesehen, dass wir nicht siegen können, wenn wir nur da sind. Wir müssen mit unserer Identität spielen. Das haben wir defensiv sicherlich nicht gemacht, offensiv auch nicht, obwohl wir 85 Punkte erzielt haben. Aber das waren Einzelaktionen. Das Hauptproblem war unsere Verteidigung, in der wir ohne Fokus und ohne Aggressivität gespielt haben. Aber Braunschweig war auch sehr stark.“

Jesus Ramirez (Headcoach Basketball Löwen Braunschweig): „Es war eine sehr gute Vorstellung von uns, weshalb ich sehr froh für jeden bin, der zum Team gehört. Wir haben in dieser Woche einen Rückschlag erlitten, aber manchmal helfen solche Emotionen, um besseren Basketball zu spielen und mehr Energie zu bringen. Wir haben heute alles etwas besser umgesetzt als bisher – und vor allem konstanter. Wir haben vier Viertel solide gespielt, natürlich passieren immer noch falsche Dinge. Aber die meiste Zeit haben wir Göttingen in eine Position gebracht, in der sie nicht ihren Basketball spielen konnten. Dieser Sieg ist für Robin Amaize. Wir hoffen, dass er besser und stärker zurückkommen wird.“

BG Göttingen – Basketball Löwen Braunschweig 85:93 (44:46)
Die Viertel im Überblick: 24:23, 20:23, 20:27, 21:20
Zuschauer: 500 (ausverkauft)
BG Göttingen: Toolson (17 Punkte/5 Dreier), Roberson (8/2, 5 Rebounds), Boakye (n.e.), Vargas (5/1), Hujic (3/1), Wüllner (n.e.), Hartwich (6), Mönninghoff (8/2), Kamp (6), Brown Jr. (12/3, 9 Assists), Giotis (n.e.), Baldwin (20/2).
Basketball Löwen Braunschweig: Brown (15 Punkte), Krämer (8/2), N. Tischler (9), van Slooten (9/3), Klassen (18, 6 Rebounds), Fru (2), B. Tischler (1), Peterka (9/1), Sehnal (17/4, 8 Assists), Turudic (5/1).