Veilchen sind in Vechta nicht zu stoppen

Deishuan Booker war mit 23 Punkten BG-Topscorer gegen Vechta. Bild: Christian Becker

27. März 2021 – Die BG Göttingen hat sich dank einer über weite Strecken souveränen Leistung den neunten Saisonsieg in der easyCredit Basketball Bundesliga geholt. Die Mannschaft von BG-Headcoach Roel Moors gewann am Samstagabend bei RASTA Vechta 103:79 (69:36) und sicherte sich auch den direkten Vergleich. Zuschauer waren aufgrund der Corona-Pandemie im RASTA Dome nicht zugelassen. Die Gäste aus Göttingen starteten mit einer starken Offensive in die Partie und erzielten im ersten und zweiten Abschnitt jeweils mehr als 30 Punkte. So betrug die Veilchen-Führung bereits zur Halbzeitpause 33 Zähler. In der zweiten Hälfte spielten die Gastgeber mit dem Mut der Verzweiflung und verkürzten ihren Rückstand. Doch die Südniedersachsen überstanden eine kurze Drangphase, konzentrierten sich wieder und brachten den Vorsprung souverän über die Zeit. Bester Veilchen-Werfer war Deishuan Booker mit 23 Punkten. Für Vechta traf Josh Young am häufigsten (19 Zähler).

Die Veilchen begannen mit einem 6:0-Lauf, doch die Gastgeber fingen sich und kamen auf 8:7 heran (4. Minute). Bei der Moors-Truppe lief es von Beginn an aber sehr gut von jenseits der Dreier-Linie, sodass Rihards Lomazs, Akeem Vargas und Luke Nelson den Vorsprung schnell wieder auf 17:7 ausbauten und RASTA-Headcoach Thomas Päch zu seiner ersten Auszeit zwangen (5.). Diese zeigte jedoch keine nennenswerte Wirkung, da sein Team die Gäste weiterhin nicht stoppen konnte. Booker traf in der 8. Minuten zwei Freiwürfe zum 26:13. Dann agierten die Südniedersachsen kurz ein wenig zu unkonzentriert, was Vechta sofort ausnutzte, um auf 26:21 zu verkürzen (9.). Doch Moors‘ Auszeit wirkte. Bis zum Viertelende gestattete die BG den Nordwestdeutschen keine Punkte mehr, während allen voran Booker mit zwei Vier-Punkte-Spielen (erfolgreicher Dreier plus Freiwurf) dafür sorgte, dass sein Team den Abschnitt 34:21 für sich entschied.

Im zweiten Viertel machten die Göttinger in der Offensive da weiter, wo sie im ersten aufgehört hatten. Booker ließ das nächste Vier-Punkte-Spiel zum 41:21 folgen und raubte den Gastgebern die Nerven. Auch die nächste Päch-Auszeit wirkte nicht, denn die Veilchen trafen weiter. Aubrey Dawkins schloss den 11:0-Lauf ebenfalls von jenseits der 6,75-Meter-Linie zum 45:21 ab (12.). RASTA versuchte sich zu wehren und schöpfte durch einen 0:6-Lauf kurz Hoffnung, die Dawkins aber mit acht schnellen Punkten in Folge sofort wieder zunichte machte (53:27/16.). Die BG hatte vor allem in Angriff auf fast alles eine Antwort und zog immer weiter davon. Ein Drei-Punkte-Spiel von Harper Kamp (Korberfolg plus Freiwurf) sorgte für das 59:30 (17.). Vor der Halbzeitpause war es dann Luke Nelson, der mit acht Zählern in Folge den Abschnitt beendete. 69 Punkte, 14 von 18 Dreier – es war eine fast perfekte erste Hälfte für die Gäste, die auch nur 36 Zähler zuließen.

Nach dem Seitenwechsel nahmen die Göttinger angesichts der hohen Führung ein bisschen Tempo aus dem Spiel, während Vechta mit dem Mut der Verzweiflung kämpfte. Durch einen 2:8-Lauf arbeiteten sich die Hausherren angeführt von Tim Hasbargen auf 71:44 heran (23.). Doch die Südniedersachsen schafften es immer wieder, kleine Nadelstiche zu setzen und den Vorsprung hoch zu halten. Nach Kamps Punkten zum 76:47 nahm Päch die nächste Auszeit (25.). Im Anschluss daran stabilisierte sich sein Team etwas, weil bei der Moors-Truppe auch die Konzentration etwas nachließ. Den Abschnitt beendete RASTA mit einem 4:11-Lauf und arbeitete sich so auf 80:58 an die Veilchen heran.

Gleich zu Beginn des Schlussviertels schrumpfte der BG-Vorsprung auf 18 Zähler, doch Lomazs traf einen wichtigen Dreier zum 83:62 (32.). Die Hausherren versuchten zu kämpfen, aber die Göttinger wurden nicht nervös und zogen bis zur 34. Minute wieder auf 90:64 davon. Erneut folgte bei den Veilchen eine kurze Phase, in der die Konzentration nachließ, was Vechta wieder ausnutzte. Jannes Hundt schloss einen 3:13-Lauf zum 93:77 ab (38.). Die Gäste hatten aber erneut eine Antwort, die allerdings mit einem Wermutstropfen verbunden war. Vargas knickte bei einem Schnellangriff nach seinem Korbleger zum 97:77 um und musste sich sofort in der Kabine behandeln lassen (39.). Wie schwer seine Verletzung ist, müssen Untersuchungen in den nächsten Tagen klären. Booker tütete den deutlichen Sieg dann endgültig ein.

Stimmen zum Spiel
Roel Moors (Headcoach BG Göttingen): „Wir haben vor zwei Wochen gesehen, wie RASTA wirklich stark und mit viel Energie gegen Ulm gespielt hat. Wir sind dementsprechend mit viel Respekt nach Vechta gekommen. Wir haben eine unglaubliche erste Halbzeit gespielt – natürlich mit einer überragenden Dreierquote. 14 von 18, so trifft man nicht in jedem Spiel. Aber wir haben eben den Ball auch sehr gut bewegt und in der Defense mit unglaublich viel Energie gespielt. In den letzten zwei, drei Wochen haben wir viel an den Rotationen gearbeitet und das heute auch umgesetzt. Das war sehr, sehr stark. In der Pause wussten wir, dass es in der zweiten Halbzeit schwieriger wird. Wir haben nur noch einen Dreier getroffen und haben den Ball auch nicht mehr so gut bewegt. Vechta ist ein Team, das nie aufgibt. Das hatten wir auch im Pokal erlebt. Aber trotzdem ist uns ein sehr guter und wichtiger Sieg gelungen.“

Thomas Päch (Headcoach RASTA Vechta): „Wir haben jetzt zweimal hintereinander mehr als 100 Punkte kassiert und in beiden Spielen die erste Halbzeit komplett versemmelt. Es ist schon schwer zu erklären, warum man in beiden Spielen so einen unglaublichen Blackout hat. Und im Prinzip ist in beiden Spielen der Verlauf sehr ähnlich gewesen. Ich finde, wir haben in den ersten Minuten ganz solide verteidigt und uns in der Offensiv auch Sachen erspielt – aber unsere Würfe nicht getroffen. Wenn man dann bei sieben Göttinger Fehlwürfen sechs Offensiv-Rebounds zulässt, aus denen dann Punkte kassiert werden, wird es einfach schwierig. Bei 21:26 sind wir im Spiel gewesen, kassieren dann aber einen 0:19-Lauf, während dem wir überhaupt keinen Zugang gefunden haben. Ich muss ehrlich sagen, dass es gerade sehr schwer ist, das zu erklären. In der zweiten Halbzeit waren wir dann besser. Natürlich ist es schwierig, wenn eine Mannschaft 14 von 18 Dreiern, dazu drei mit Foul, trifft. Aber für mich alles entscheidend ist, wie schon gegen Oldenburg, der Start ins Spiel, wo wir zweite Chancen zulassen. Und das tut unglaublich weh.“

RASTA Vechta – BG Göttingen 79:103 (36:69)
Die Viertel im Überblick: 21:34, 15:35, 22:11, 21:23
BG Göttingen: Booker (23 Punkte/3 Dreier, 6 Assists), Weidemann, Nelson (17/3), Vargas (10/2), Onwuegbuzie (n.e.), Kramer (n.e.), Omuvwie, Lomazs (15/3, 6 Assists), Mönninghoff (6), Kamp (12, 9 Rebounds), Odiase (6), Dawkins (14/4).
RASTA Vechta: Peno (6 Punkte), Hasbargen (16/2 Dreier, 9 Rebounds), Kalu (n.e.), Young (19/3), Sosa (5), Hundt (5/1), Rohwer (n.e.), Christen (5), Hunt (10/1), Vorhees (6), Clifford (7, 5 Assists).