Veilchen touren vier Tage durch Süddeutschland

Die Veilchen um Mathis Mönninghoff (rechts mit Ex-Bayern-Spieler Mathias Lessort und dem Münchener Vladimir Lucic) stehen am Sonntag, wie schon beim Final-Turnier 2020, gegen den FC Bayern München auf dem Parkett. Bild: Ulf Duda

2. Dezember 2020 – Nach der Länderspielpause geht es für die BG Göttingen am Wochenende mit einem Auswärts-Doppelspieltag in der easyCredit Basketball Bundesliga weiter. Das Team von BG-Headcoach Roel Moors begibt sich am morgigen Donnerstag auf die Reise nach Ilshofen, wo am Freitag, 4. Dezember, die Partie gegen die HAKRO Merlins Crailsheim auf dem Programm steht (20:30 Uhr, Arena Hohenlohe, live auf SPORT1 und MagentaSport). Von Baden-Württemberg aus geht es dann am Samstag weiter nach München. In der bayerischen Landeshauptstadt treffen die Veilchen am Sonntag, 6. Dezember, auf den FC Bayern München (20:30 Uhr, Audi Dome, live auf MagentaSport). „Momentan konzentrieren wir uns erst einmal auf das Spiel gegen Crailsheim, und dann sehen wir weiter“, sagt BG-Co-Trainer Thomas Crab. „Anders geht es nicht.“

Die „Zauberer“ aus Crailsheim sind mit zwei Niederlagen im MagentaSport BBL Pokal gegen den SYNTAINICS MBC (94:99) und den FC Bayern München (63:80) in die Saison gestartet. Das Pokal-Nachholspiel gegen medi bayreuth entschieden die Crailsheimer knapp für sich (81:77) und nahmen diesen Schwung mit in die Liga. Dort revanchierte sich das Team von Merlins-Headcoach Tuomas Iisalo, der aufgrund seiner Corona-Quarantäne von seinem Bruder und Assistant Coach Joonas Iisalo vertreten wurde, für die Pokalniederlage gegen Weißenfels und besiegte den SYNTAINICS MBC deutlich 84:66. Den dritten Sieg in Folge gab es vor der Länderspielpause gegen Brose Bamberg (101:95).

„Crailsheim spielt in der Offensive mit viel Selbstvertrauen und bewegt den Ball extrem gut“, analysiert Crab. „Sie werfen auch sehr gut. Das alles zusammengenommen macht aus ihnen ein sehr starkes Team.“ Keine andere Mannschaft in der Liga wirft öfter von der Dreier-Linie auf den Korb als die Süddeutschen (im Schnitt 31 Mal pro Partie). Das Iisalo-Team trifft von jenseits der 6,75-Meter-Marke auch am häufigsten – 12,5 Dreier sind es durchschnittlich pro Spiel. Spitze sind die Merlins auch von der Freiwurflinie: 22 Punkte erzielen sie im Schnitt von dort. Mehr als die Hälfte dieser Freiwürfe kommen vom kanadischen Aufbauspieler Trae Bell-Haynes (12,5 pro Spiel). „Er spielt im Moment sehr, sehr gut“, sagt der BG-Assistenztrainer.

26,5 Punkte erzielt Bell-Haynes im Schnitt pro Partie (57 Prozent Dreier-Trefferquote), gibt 10,5 Assists und steht rund 34 Minuten auf dem Parkett – alles Spitzenwerte im Merlins-Kader. Zweitbester Crailsheimer Punktesammler ist der nach-verpflichtete Bogdan Radosavljevic (15,5 Zähler), gefolgt von US-Forward Tim Coleman und dem Ex-Veilchen Elias Lasisi (je 10,0 Punkte). Die meisten Merlins-Rebounds holt US-Center Jamuni McNeace (5,0). „Wir müssen wie immer die Spieler kennen und wissen, wo ihre individuellen Stärken liegen“, so Crab.

Eine noch schwerere Aufgabe kommt auf die Veilchen in München zu. „Um ein Spiel wie gegen München zu gewinnen, brauchst du einen perfekten Tag“, weiß Crab. „Sie haben die Physis, können punkten, rebounden und so verteidigen, wie es kein anderes Team in der Liga kann.“ In den ersten drei Liga-Spielen, die alle gewonnen wurden, erzielte der Meisterschafts-Favorit im Schnitt rund 20 Punkte mehr als sein Gegner. Ebenso ließ die Mannschaft von Bayern-Headcoach Andrea Trinchieri nur 27 Rebounds und rund 13 Assists des Gegners zu.

Aufgrund der hohen Belastung durch den Euroleague-Spielplan leisteten sich die Münchener einen kleinen Ausrutscher im MagentaSport BBL Pokal, wo sie gegen medi bayreuth 89:95 verloren, aber dennoch ins TOP FOUR einzogen. „München hat so viele gute Spieler auf jeder Position und einen sehr tiefen Kader. Man weiß nie, welche Spieler auflaufen werden“, sagt Crab. 15 Akteure setzte Trinchieri in den ersten drei easyCredit BBL-Partien ein – sechs kamen jedes Mal zum Einsatz.

Paul Zipser (durchschnittlich 12,0 Punkte pro Spiel), JaJuan Johnson (10,7 Punkte/5,7 Rebounds), Nick Weiler-Babb (10,3/5,3), Zan Sisko (5,3 Assists), Robin Amaize und Sasha Grant haben noch kein Liga-Spiel verpasst. Bester Bayern-Punktesammler ist Neuzugang Wade Baldwin (13,5 Zähler pro Spiel). „Er ist ein Schlüsselspieler, weil bei ihm vieles anfängt“, so der Göttinger Assistant Coach. „Wenn ich einen zweiten nennen müsste, wäre es Vladimir Lucic, weil er offensiv und defensiv so vielseitig ist.“

Nach zwei Siegen in Folge haben die Veilchen die Länderspielpause genutzt, um an bestimmten Dingen zu arbeiten – bis Dienstag ohne Luke Nelson, der in den EM-Qualifikationsspielen für die britische Nationalmannschaft auflief. Seit Dienstagnachmittag darf BG-Neuzugang Will Rayman nach zwei negativen Corona-Tests mittrainieren.