Veilchen verlieren Derby in Braunschweig

Jeremiah Martin war bei seinem Debüt Veilchen-Topscorer. Bild: Christian Schlüter

3. April 2022 – Die BG Göttingen hat auch das dritte Derby in dieser Saison nicht für sich entschieden. Die Mannschaft von BG-Headcoach Roel Moors verlor am Sonntagnachmittag bei den Basketball Löwen Braunschweig deutlich 64:101 (31:55). Vor 1.730 Zuschauern in der Volkswagen Halle – darunter auch 100 lautstarke Veilchen-Fans – fanden die Gäste aus Göttingen zu keinem Zeitpunkt ins Spiel und offenbarten immense Probleme gegen die aggressive Löwen-Defensive. So entschieden die Hausherren alle vier Abschnitte für sich und gingen nach dem MagentaSport BBL Pokalspiel und der Hinrundenpartie zum dritten Mal als verdienter Sieger vom Parkett. Bester BG-Werfer war Neuzugang Jeremiah Martin mit 16 Punkten. Für Braunschweig traf Arturs Zagars am häufigsten (17 Zähler).

Die Veilchen, die auf Mathis Mönninghoff (Bänderriss) und Kamar Baldwin (Teilabriss des Brustmuskels) verzichten mussten, gerieten schnell durch drei Löwen-Dreier 2:9 in Rückstand (4.). Die BG musste für jeden Punkt hart kämpfen, weil es ihr die Braunschweiger in der Verteidigung schwer machten. Nach Punkte von Jeff Roberson zum 6:11 trafen Zagars und der wieder genesene Tookie Brown zwei weitere Dreier zum 8:17 (8.). Moors nahm kurz darauf seine erste Auszeit, nach der Harald Frey den ersten Veilchen-Dreier zum 11:19 versenkte. Acht Punkte betrug der Rückstand zur Viertelpause (13:21).

Im zweiten Abschnitt machte das Team von Löwen-Headcoach Jesus Ramirez da weiter, wo es im ersten aufgehört hatte und traf Dreier. Erneut war es Frey, der von außen dagegenhielt, doch kurz nach seinem Dreier zum 16:30 kassierte der Norweger sein drittes Foul und musste erst einmal auf der Bank Platz nehmen. Auch auf einen Dreier von Jake Toolson, der in der zweiten Hälfte einen Ellbogen ins Gesicht bekam und aufgrund von Schwindelgefühl und Übelkeit nicht mehr eingesetzt werden konnte, antworteten die Gastgeber ebenfalls von außen zum 21:38 (15.). Was die BG, die während des gesamten Spiels von ihren Anhängern laut angefeuert wurde, auch versuchte – nichts wollte gelingen. Kurz vor der Halbzeitpause musste auch Martin sein drittes Foul hinnehmen; da betrug der Göttinger Rückstand bereits 20 Punkte (25:45/17.). Zum Ende des Abschnitts erarbeiteten sich die Veilchen ein paar leichte Punkte unter dem Korb, schafften es allerdings weiterhin nicht, die Löwen zu stoppen (31:51/20.). Eine Ramirez-Auszeit zeigte Wirkung – vier Punkte vom ebenfalls wieder genesenen David Krämer sorgten für den 31:54-Halbzeitstand.

Gleich nach dem Seitenwechsel verschärften sich die Foulprobleme der Göttinger, als Harper Kamp sein drittes hinnehmen musste und sich daraufhin vehement bei der Schiedsrichterin beschwerte, die zusätzlich ein technisches Foul verhängte. Nate Grimes und Roberson zwangen gleich darauf durch vier Zähler in Folge Ramirez zu seiner nächsten Auszeit (35:57/23.). Im Anschluss zogen die Gastgeber wieder davon (35:61), und Frey bekam sein viertes Foul verhängt (25.). Grimes verkürzte durch einen Dreier auf 40:62, doch die Löwen ließen erneut einen Lauf folgen, den Ex-Veilchen Benedikt Turudic zum 43:73 abschloss (29.). Mit einem 30-Punkte-Rückstand gingen die Gäste ins Schlussviertel (49:79).

Auch im letzten Abschnitt blieb ein Aufbäumen der BG aus. Zwar setzte Philipp Hartwich durch seinen Dunk zum 51:82 ein Zeichen – es rüttelte seine Teamkollegen aber nicht wach genug. Es vergingen fast drei weitere Minuten, bis die nächsten Veilchen-Zähler auf der Anzeigetafel erschienen – Roberson traf zum 53:88 (34.). Doch die Löwen bauten ihren Vorsprung immer weiter aus (55:97/38.). Am Ende sorgten Martin und Haris Hujic noch für ein wenig Ergebniskosmetik, der bei dem hohen Rückstand aber keine Rolle mehr spielte.

Stimmen zum Spiel
Roel Moors (Headcoach BG Göttingen): „Braunschweig hat das Spiel von Beginn an sehr stark dominiert, und wir hatten von Anfang an große Schwierigkeiten. Es gab einen großen Unterschied in der Intensität und damit fängt alles an. Wir können taktisch machen, was wir wollen. Aber wenn die Intensität so unterschiedlich ist, dann wird nichts funktionieren. Braunschweig hat so Basketball gespielt, wie er gespielt werden muss. Wir haben in keinem Moment eine Reaktion gezeigt, und das ist das, was mich am meisten enttäuscht.“

Jesus Ramirez (Headcoach Basketball Löwen Braunschweig): „Zuallererst bin ich froh, dass unsere Mannschaft wieder komplett ist. Tookie und David sind nicht bei 100 Prozent, aber sie wollten unbedingt spielen. Und ich freue mich auch für die beiden verbunden mit der Hoffnung, dass sie diese Saison in der richtigen Richtung beenden können. Zudem haben wir in diesem Spiel aus unterschiedlichen Gründen zu unserer Identität und Intensität zurückgefunden. Wir sind seit dem Pokal nicht mehr so aufgetreten. Wir hatten in der Vergangenheit schon gute Reaktionen gezeigt, wenn wir von mehreren harten Niederlagen kamen. Und auch heute hat die Mannschaft eine starke Reaktion und Einstellung gezeigt. Aber jetzt ist es wichtig, wie wir das nächste Training am Dienstag und die restlichen Spiele in dieser Saison angehen. Was ich vor allem sehen will, ist, dass wir unsere Identität zeigen.“

Basketball Löwen Braunschweig – BG Göttingen 101:64 (55:31)
Die Viertel im Überblick: 21:13, 34:18, 24:18, 22:15
Zuschauer: 1.730
BG Göttingen: Martin (16 Punkte), Toolson (3/1), Frey (8/2), Roberson (6), Vargas, Hujic (3/1), Hartwich (3), Kamp (4), Brown Jr. (5, 6 Assists), Grimes (13, 6 Rebounds), Giotis (3/1).
Basketball Löwen Braunschweig: Brown (9 Punkte/1 Dreier), Krämer (14/2), N. Tischler (2), van Slooten (8/2), Klassen (11), Roosch, Fru, B. Tischler (9/1, 8 Rebounds), Peterka (12/2), Sehnal (16/3, 9 Assists), Zagars (17/5), Turudic (3).