Veilchen verlieren in Ulm

Dennis Kramer (links mit Ulms Gavin Schilling) und die Veilchen fanden gegen die starke Ulmer Verteidigung zu selten den Weg zum Korb. Bild: Harry Langer

8. Dezember 2018 – Die BG Göttingen hat ihr easyCredit BBL-Auswärtsspiel in Ulm verloren. Bei ratiopharm ulm musste die Mannschaft von BG-Headcoach Johan Roijakkers am Samstagabend eine 74:86 (35:37)-Niederlage hinnehmen. Vor 6.200 Zuschauern in der ratiopharm arena begegneten sich beide Teams zu Beginn der Partie auf Augenhöhe. Nach der Anfangsphase war das Spiel dann von Läufen geprägt. Immer wieder setzten sich die schwäbischen Hausherren etwas ab, doch die südniedersächsischen Gäste kämpften sich zurück. Nachdem der Veilchen-Rückstand in der 36. Minute wieder nur noch drei Punkte betrug, setzten die Ulmer zum entscheidenden Lauf an. Auf diesen hatten die Göttinger keine Antwort mehr. Bester Veilchen-Werfer war Penny Williams mit 17 Punkten. Für Ulm traf Dwayne Evans am häufigsten (26 Zähler).

Die Veilchen gingen durch einen krachenden Dunk von Dennis Kramer und den ersten von insgesamt vier Dreiern von Derek Willis 7:6 in Führung (3.). Bis Mitte des Abschnitts blieb die Partie eng (10:11/5.), doch dann intensivierten die Ulmer ihre Verteidigung. Die Göttinger ließen sich davon zunächst beeindrucken und fanden im Angriff keine Lösung. So betrug der Rückstand zum Viertelende 14:22.

In den zweiten Abschnitt startete die Roijakkers-Truppe mit einem 6:0-Lauf, den Kramer zum 20:22 abschloss (12.). Allerdings ließ das Team von ratiopharm-Headcoach Thorsten Leibenath die Göttinger nicht lange so gewähren und zog schnell wieder auf 20:29 davon (14.). Das Spiel wiederholte sich. Dominic Lockhart brachte die Veilchen durch zwei Freiwürfe auf 27:29 heran (15.), aber erneut schafften es die Hausherren, ihren Vorsprung wieder zu vergrößern (27:34/16.). Die BG brachte das nicht aus der Ruhe, sodass wiederum Lockhart kurz vor der Pause den Ausgleich zum 35:35 besorgte. Vor der 15-minütigen Unterbrechung traf Ulms Patrick Miller noch zum 35:37.

Nach dem Seitenwechsel mussten sich die Veilchen-Anhänger rund drei Minuten gedulden, bis ihr Team die ersten Punkte erzielte: Willis traf erneut von jenseits der 6,75-Meter-Marke zum 38:44 (23.). Die Göttinger leisteten sich gegen die gute Ulmer Verteidigung ungewöhnlich viele Ballverluste und kamen zunächst nicht näher heran (46:55/26.). Aber wie schon in den beiden vorherigen Abschnitten warteten Williams und Co. auf ihre Chance und schlugen dann zu. Angeführt vom US-Guard und Darius Carter folgte ein 9:2-Lauf zum 55:57 (30.). Ins Schlussviertel gingen die Göttinger mit einem Drei-Punkte-Rückstand (55:58).

Nachdem Kramer die Veilchen auf einen Zähler herangebracht hatte, schaltete das Leibenath-Team in der Verteidigung erneut einen Gang nach oben. In der Offensive übernahm Evans Verantwortung und baute den Vorsprung fast im Alleingang wieder auf 57:66 aus (32.). Doch auch das steckten die Göttinger weg und blieben im Spiel (66:69/36.). Nach einem unsportlichen Foul von Mihajlo Andric kassierte die BG bis zur 37. Minute fünf Punkte in Folge (66:74) und schaffte es danach nicht mehr, die Partie endgültig zu drehen, zumal in Kramer, Willis und Andric gleich drei Spieler aufgrund von fünf Fouls in der Schlussphase nicht mehr mitwirken konnten.

Stimmen zum Spiel:

Johan Roijakkers (Headcoach BG Göttingen): „Ich bin nicht komplett unzufrieden. Wir waren eigentlich die ganze Partie über im Spiel – das war unser Ziel. Wir haben gut gereboundet, aber am Ende zu viele Fehler gemacht. Wenn man einer Mannschaft 33 Freiwürfe in einer Halbzeit gibt, dann sind das zu viele, um ein Eurocup-Team auswärts zu schlagen.“

Thorsten Leibenath (Headcoach ratiopharm ulm): „Man hat gesehen, warum Göttingen bis heute in der Tabelle vor uns stand. Sie haben mit einer unglaublichen Physis gespielt und unglaublich gekämpft. Außerdem haben sie uns beim Rebound dominiert. Trotzdem überwiegen bei mir die positiven Eindrücke. Wir haben in der Verteidigung das eine oder andere Mal gepennt, dennoch haben wir nur 74 Punkte zugelassen. Wir haben ein Team, das in der Liga die drittwenigsten Turnover hat, zu 19 Ballverlusten gezwungen. Wir haben den Kampf angenommen. In der Offensive haben wir nicht prickelnd gespielt, aber gegen diese sehr gute Mannschaft trotzdem 86 Punkte erzielt. Deshalb bin ich mit Abstrichen zufrieden. Wir sind auf einem guten Weg.“

ratiopharm ulm – BG Göttingen 86:74 (37:35)

Zuschauer: 6.200

Die Viertel im Überblick: 22:14, 15:21, 21:20, 28:19

BG Göttingen: Lockhart (9 Punkte), Albrecht (n.e.), Kramer (7), Williams (17/1 Dreier), Carter (9, 7 Rebounds), Andric (9/3), Mönninghoff, Stockton (8, 6 Assist), Willis (12/4, 7 Rebounds), Haukohl (3/1), Grüttner Bacoul (n.e.).

ratiopharm ulm: Reinhardt, Miller (13 Punkte, 8 Assists), Evans (26/2 Dreier, 9 Rebounds), Green (11/1), Günther (6/2), Thompson (7/1), Akpinar (8/1), Radosavljevic (2), Ugrai, Schilling, Fotu (9), Krämer (4).