Berlin lässt Veilchen keine Chance

Mihajlo Andric (links) war mit elf Punkten Topscorer der Veilchen. Bild: Tilo Wiedensohler

18. Juni 2020 – Die BG Göttingen hat dem hohen Favoriten im Viertelfinalhinspiel des easyCredit BBL Final-Turniers 2020 nicht zum Stolpern gebracht. Am Donnerstagabend verlor die Mannschaft von BG-Headcoach Johan Roijakkers gegen ALBA BERLIN 68:93 (29:52). Die Südniedersachsen hielten mit den starken Hauptstädtern im ersten Viertel mit, mussten Berlin dann aber davonziehen lassen. Die deutlich überlegenen Berliner bauten ihren Vorsprung zwischenzeitlich auf 46 Punkte aus (33.). Danach schonte ALBA-Headcoach Aito Garcia Reneses seine Leistungsträger, sodass die Göttinger noch einmal aufspielen konnten und den letzten Abschnitt für sich entschieden. Bester Veilchen-Werfer war Mihajlo Andric mit elf Punkten. Für Berlin traf Peyton Siva am häufigsten (15 Zähler). Das Rückspiel wird am Samstag, 20. Juni, (20:30 Uhr) ausgetragen. Um das Ausscheiden aus dem Turnier zu verhindern, müssen die Veilchen dieses mit 26 Punkten Unterschied gewinnen.

Die Veilchen kämpften von Beginn an und kamen durch einen Dreier vom gebürtigen Berliner Bennet Hundt auf 6:7 heran (3.). Mitte des Abschnitts legte die Reneses-Truppe dann einen kurzen Zwischenspurt ein und zog auf 9:22 davon (8.). Im tief besetzten Berliner Kader pausierten Landry Nnoko und Martin Hermannsson, dafür standen Tyler Cavanaugh und Stefan Peno wieder auf dem Parkett. Die Göttinger antworteten auf Berlins Lauf durch zwei Dreier von Leon Williams und Alex Ruoff zum 15:22 (9.). Marvin Omuvwie verkürzte durch zwei Freiwürfe auf 17:22 – in die Viertelpause ging es mit einem 17:23-Rückstand.

Im zweiten Abschnitt dauerte es mehr als zwei Minuten, bis die ersten BG-Punkte fielen. Dominic Lockhart versenkte einen Dreier zum 20:31 (13.). Doch ALBA zeigte, dass es den Veilchen in allen Belangen überlegen war. Nachdem Lockhart sein drittes Foul kassiert hatte und somit erst einmal auf der Bank Platz nehmen musste, hatten die Göttinger nicht mehr viel entgegenzusetzen. So wuchs der Rückstand bis Mitte des Viertels auf 21 Punkte an (20:41/16.). Die Roijakkers-Truppe stemmte sich allerdings weiterhin dagegen und schaffte es, bis zur Halbzeitpause keinen Berliner Lauf mehr zuzulassen. Nach einem technischen Foul von Cavanaugh, der sich etwas zu vehement bei den Schiedsrichtern beschwerte, verkürzte Hundt durch den fälligen Freiwurf auf 29:49. Doch Jonas Mattisseck gelang zur Pause ein Dreier aus der eigenen Hälfte zum 29:52-Halbzeitstand.

Nach dem Seitenwechsel konterte Hundt Punkte von Johannes Thiemann per Dreier zum 32:54. Aber bei den Göttingern schwanden die Kräfte gegen schnell spielende Berliner nun immer mehr – die hohe Belastung der vergangenen Tage war dem Kader anzumerken. Bis zur 27. Minute mussten die Veilchen warten, bis sie erneut punkteten, sodass die Berliner ihren Vorsprung auf 32:74 ausbauten (26.). Terry Allen beendete die BG-Durststrecke und traf zum 34:74. Die Südniedersachsen schafften es zum Viertelende, die ALBA-Defensive noch ein paar Mal zu durchbrechen, doch den Schlusspunkt setzte erneut Mattisseck durch einen Dreier zum 40:81.

Auch im letzten Abschnitt gaben sich die Veilchen nicht auf. Nachdem Cavanaugh ein Drei-Punkte-Spiel (Korberfolg plus Freiwurf) zum 46:89 getroffen hatte, starteten die Göttinger einen Lauf (33.). Andric, Omuvwie und Ruoff trafen drei Dreier hintereinander zum 52:89. Auch wenn Reneses seine Leistungsträger nun schonte, zeigte die BG in diesem Viertel eine beherzte Leistung. Jito Kok legte zum 54:89 nach und schloss den 11:0-Lauf ab (36.). Niels Giffey beendete die punktelose Zeit der Berliner, aber die Göttinger waren nun kaum noch zu stoppen. Insgesamt legten Ruoff und Co. einen 25:2-Lauf hin und ließen das Endergebnis nicht mehr ganz so schlimm aussehen.

Stimmen zum Spiel
Johan Roijakkers (Headcoach BG Göttingen): „Berlin hat verdient gewonnen. Ich denke, dass wir alles versucht haben, um so lange wie möglich im Spiel zu bleiben. Die Qualität von Berlin war entscheidend dafür, dass wir nicht noch länger im Spiel geblieben sind. Meine Mannschaft verdient ein Kompliment dafür im letzten Viertel gekämpft und es gewonnen zu haben. Wir müssen so weitermachen, wie wir dieses Spiel beendet haben und hoffentlich gibt es dann im zweiten Spiel ein Wunder.“

Aito Garcia Reneses (Headcoach ALBA BERLIN): „Wir haben gut begonnen und ein gutes Spiel gezeigt. Aber dann haben wir uns zurückgelehnt und Göttingen ist zurückgekommen. Wir haben zwar mit vielen Punkten Unterschied gewonnen, aber es war nicht in Ordnung, wie wir am Ende gespielt haben.“

BG Göttingen – ALBA BERLIN 68:93 (29:52)
Die Viertel im Überblick: 17:23, 12:29, 9:26, 30:15
BG Göttingen: Kok (10 Punkte), Lockhart (10/2 Dreier), Williams (3/1), Ruoff (8/2, 8 Assists), Ersek, Kramer (6, 8 Rebounds), Omuvwie (7/1), Andric (11/3), Mönninghoff (2), Allen (2), Hundt (9/2).
ALBA BERLIN: Siva (15 Punkte/3 Dreier, 6 Assists), Giffey (11/1), Delow (2), Eriksson (8/2), Mattisseck (9/3), Brenneke, Ogbe (5), Giedraitis (7/1), Thiemann (8), Cavanaugh (13), Sikma (11/1), Peno (4).