BG gewinnt in letzter Sekunde in Ulm

Topscorer unter sich: Veilchen-Kapitän Akeem Vargas (rechts) und Jaron Blossomgame erzielten für ihre beiden Teams die meisten Punkte. Bild: Harry Langer

30. Dezember 2021 – Die BG Göttingen hat das Basketballjahr 2021 mit einem Sieg abgeschlossen. Die Mannschaft von BG-Headcoach Roel Moors gewann am Donnerstagabend bei ratiopharm ulm 88:86 (43:39) und baute ihre Siegesserie auf fünf aus. In der ratiopharm arena, in der aufgrund der Corona-Bestimmungen keine Zuschauer zugelassen waren, zeigten die Gäste aus Südniedersachsen eine starke Leistung in der Offensive. In der spannenden Partie wechselte die Führung in der zweiten Halbzeit hin und her, elf Sekunden vor dem Ende glichen die Hausherren zum 86:86 aus. Den letzten Angriff übernahm Göttingens Topscorer Kamar Baldwin, der den Ball mit der Schlusssirene zum 88:86 in den Korb legte. Bester BG-Werfer war Kapitän Akeem Vargas mit 17 Punkten. Für Ulm traf Jaron Blossomgame am häufigsten (23 Zähler).

Die Veilchen brauchten ein bisschen Zeit, um offensiv in der Partie anzukommen. Nach fast drei Minuten gelangen Jeff Roberson die ersten Göttinger Zähler zum 3:4 (2.). Es dauerte fast eine weitere Minute bis zu den nächsten BG-Punkten, aber die Gäste machten es den Ulmern ebenfalls schwer im Angriff. So erzielte Jake Toolson durch seinen Dreier die 6:4-Führung (4.). Die Partie blieb zunächst eng, weil die Hausherren sich immer wieder unter dem Korb durchsetzten (10:8/5.). Im Gegenzug hatten sie dann aber Probleme, die Südniedersachsen zu stoppen. Philipp Hartwich schloss einen 12:3-Lauf zum 22:11 ab und zwang Ulms Headcoach Jaka Lakovic zu seiner ersten Auszeit (9.). Danach lief es besser für die Baden-Württemberger, die das Viertel mit einem 0:6-Lauf zum 22:17 abschlossen.

Im zweiten Abschnitt ließen die Ulmer ihre Qualitäten aufblitzen und verkürzten durch einen Dreier von Fedor Zugic auf 25:23. Doch Haris Hujic konterte von außen zum 28:23 (12.). Im Anschluss schaffte es die Moors-Truppe die Ulmer etwas auf Distanz zu halten – durch ihre Treffsicherheit von jenseits der 6,75-Meter-Marke, insbesondere erneut von Vargas. Auf zwei Freiwürfe von Semaj Christon zum 33:30 antwortete der Kapitän mit einem Dreier zum 36:30 und legte gleich zum 39:32 nach (18.). Doch auch der Ulmer Kapitän kann von außen treffen – Per Günther schloss erneut einen kleinen Lauf per Dreier zum 41:39 ab. Die letzten vier Sekunden des Abschnitts reichten Stephen Brown Jr. und Hartwich, um zum 43:39-Halbzeitstand für Göttingen zu treffen.

Nach dem Seitenwechsel spielten beide Mannschaften auf Augenhöhe. Blossomgame brachte die Hausherren erstmals seit der 4. Minute durch einen Dreier wieder in Front (43:44/22.). Aber die BG zeigte, dass sie nicht ohne Grund das beste Team von jenseits der Dreier-Linie ist und holte sich die Führung zurück (51:46/24.). Die Ulmer kämpften, doch die Göttinger hatten zunächst immer eine Antwort parat (56:51/27.). Allerdings deutete sich dann schon an, dass die Veilchen mit ihrer kurzen Rotation Foul-Probleme, insbesondere auf der Center-Position bekommen würden. Nach Hartwichs viertem Foul gelang Blossomgame das 56:57 (29.). Mathis Mönninghoff konterte mit dem zwölften BG-Dreier zum 59:57, doch Nicolas Bretzel glich vor dem Schlussviertel zum 59:59 aus.

Im letzten Abschnitt lieferten sich beide Mannschaften ein spannendes Duell. Erneut verschaffte Vargas den Gästen durch seinen vierten Dreier zum 67:63 etwas Luft, aber die Ulmer konterten und holten sich die Führung Mitte des Viertels zurück (69:70/35.). Philipp Herkenhoff verwandelte die beiden Freiwürfe, die er durch Hartwichs fünftes Foul zugesprochen bekommen hatte. Die Führung wechselte nun hin und her, keine Mannschaft konnte sich Vorteile verschaffen. Auf einen Blossomgame-Dreier antwortet Baldwin mit einem Distanztreffer zum 79:78 (38.). In derselben Szene bekam Harper Kamp ein technisches Foul, sein fünftes, sodass die BG die restlichen zweieinhalb Minuten ohne Center überstehen musste. Die Moors-Truppe machte dies gut und kämpfte aufopferungsvoll. Brown Jr. ließ die Veilchen durch seinen Dreier zum 84:80 an den Sieg glauben (40.). Aber Ulm gab sich noch nicht geschlagen und glich elf Sekunden vor Schluss zum 86:86 aus. Moors nahm eine Auszeit und gab seinem Team den richtigen Spielzug mit auf den Weg. Baldwin wartete, zog im richtigen Moment zum Korb und traf mit dem Buzzer zum knappen 88:86-Erfolg.

Stimmen zum Spiel
Roel Moors (Headcoach BG Göttingen): „Ich bin unglaublich stolz auf meine Spieler, sie haben wirklich hart gekämpft. Es war ein schwieriges Spiel, gegen einen sehr starken Gegner. Einen Gegner, den ich sehr hoch einschätze. Ich habe Ulm schon sehr viel spielen sehen, auch im EuroCup – deshalb habe ich sehr viel Respekt davor, was Ulm macht. Wir haben einen guten Rhythmus, den wir heute genutzt haben. Ich glaube, wir haben verdient gewonnen, da wir die meiste Zeit über die Kontrolle hatten. Aber das hätte mit den Ulmer Qualitäten natürlich auch in die andere Richtung gehen können.“

Jaka Lakovic (Headcoach ratiopharm ulm): „Ich bin der Meinung, dass Göttinger verdient gewonnen hat. Wie ich es schon vor dem Spiel gesagt habe, spielt Göttingen einen starken Basketball, das haben sie auch heute wieder bewiesen. Sie haben die Partie angeführt und hatten zum größten Teil die Kontrolle. Wir hatten nicht genug Energie, und uns fehlten die guten Entscheidungen in der Offensive, das haben die Göttinger ausgenutzt. Der entscheidende Spielzug am Ende kommt einfach durch Talent und Qualität, wir haben aber nicht deshalb verloren. Wir haben verloren, weil Göttingen gut gespielt hat und wir in der Defensive eben nicht.“

ratiopharm ulm – BG Göttingen 86:88 (39:43)
Die Viertel im Überblick: 17:22, 22:21, 20:16, 27:29
BG Göttingen: Toolson (13 Punkte/3 Dreier), Roberson (16/2, 5 Rebounds), Vargas (17/5, 5 Rebounds), Boakye (n.e.), Hujic (3/1), Wüllner (n.e.), Hartwich (4), Mönninghoff (6/2, 5 Rebounds), Kamp, Brown Jr. (16/2), Giotis (n.e.), Baldwin (13/1, 8 Assists).
ratiopharm ulm: Christon (13 Punkte/1 Dreier, 10 Assists), Felicio (6), Blossomgame (23/3, 7 Rebounds), Günther (6/1), Thornwell (8), Stoll (n.e.), Herkenhoff (9/1), Bretzel (6), Klepeisz (1), Krimmer, Jallow (3), Zugic (11/2).