BG kämpft sich gegen Hamburg fast zum Sieg

Nelson Weidemann (links mit Hamburgs Bryce Taylor) und die Veilchen haben gegen den Favoriten bis zum Schluss mitgehalten.  Bild: Swen Pförtner

20. Dezember 2020 – Die BG Göttingen hat trotz einer kämpferischen Leistung die nächste Niederlage hinnehmen müssen. Gegen die Hamburg Towers verlor die Mannschaft von BG-Headcoach Roel Moors am Sonntagnachmittag 94:98 (47:49). Zuschauer waren aufgrund der Corona-Pandemie in der Sparkassen-Arena nicht zugelassen. Der easyCredit Basketball-Bundesligist aus Südniedersachsen zeigte in der ersten Halbzeit eine gute Vorstellung und leistete sich gegen die Defensiv-Spezialisten aus Hamburg nur sechs Ballverluste. Auch in der zweiten Hälfte kämpften die Göttinger und kamen nach einem zweistelligen Rückstand zurück. Am Ende agierten beide Teams auf Augenhöhe – die BG hatte sogar die Chance, eine Sekunde vor Spielende in Führung zu gehen. Aber der Dreier von Aubrey Dawkins verfehlte sein Ziel. Bester Veilchen-Werfer war gegen sein Ex-Team Jorge Gutiérrez mit 25 Punkten. Für Hamburg traf – ebenfalls gegen sein Ex-Team – Terry Allen am häufigsten (28 Zähler).

Die Veilchen mussten neben Mathis Mönninghoff (Bänderriss im Sprunggelenk) auch auf Luke Nelson (Muskelfaserriss im Oberschenkel) verzichten. Dafür war Aufbauspieler Gutiérrez nach überstandenen Adduktorenproblemen wieder dabei. Moors änderte seine Start-Aufstellung gleich auf drei Positionen und ließ Nelson Weidemann sowie Will Rayman zum ersten Mal beginnen. Die Göttinger starteten mit viel Intensität gegen den Favoriten und gingen durch sechs Rayman-Punkte in Folge 6:3 in Front. Aber die Hanseaten antworteten mit einem Dreier von Ex-Veilchen Allen zum 6:6 (2.). Die Hausherren agierten viel besser als am vergangenen Wochenende und setzten sich durch einen Gutiérrez-Dreier etwas ab (13:9/4.). Aber die individuelle Klasse der Towers sorgte dafür, dass die Partie eng blieb. Zac Cuthbertson traf von jenseits der 6,75-Meter-Marke zur ersten Hamburger Führung (19:20/7.) Die Gastgeber gaben alles, um das Team von Towers-Headcoach Pedro Calles nicht davonziehen zu lassen und schafften dies auch. Marvin Omuvwie gleich durch ein Drei-Punkte-Spiel (Korberfolg plus Freiwurf) zum 24:24 aus (8.). Zum Viertelende traf Weidemann von außen zum 29:30.

Im zweiten Abschnitt kamen die Gäste offensiv immer besser in die Partie und trafen hochprozentig von der Dreier-Linie. Jordan Swing und Allen schraubten den BG-Rückstand innerhalb von nicht einmal drei Minuten auf elf Punkte (30:41/13.). Doch Gutiérrez schien sich gegen sein ehemaliges Team einiges vorgenommen zu haben. Der mexikanische Aufbauspieler erzielte sechs Zähler in Folge und konnte auch von einer Calles-Auszeit nicht gestoppt werden. Dawkins verkürzte kurz darauf zum 38:42 (15.). Allerdings leisteten sich die Göttinger immer wieder kleine Unaufmerksamkeiten und liefen dem Rückstand so weiter hinterher (40:47/16.). Doch auch die Hanseaten ließen dann in ihrer Präzision nach und vergaben einige Würfe. Im Gegenzug brachte Tai Odiase sein Team durch sechs Punkte in Folge auf 46:47 heran und zwang Calles zu seiner nächsten Auszeit (19.). In die Halbzeitpause gingen die Hausherren mit einem Zwei-Punkte-Rückstand (47:49).

Den Start in die zweite Halbzeit verschliefen die Göttinger und kassierten einen 2:8-Lauf zum 49:57 (22.). Aber die Veilchen fingen sich wieder und verkürzten durch ein Drei-Punkte-Spiel von Gutiérrez auf 54:59 (24.). Beiden Mannschaften bewegten sich nun wieder auf Augenhöhe, sodass die BG zunächst nicht weiter herankam (60:67/27.). Aber die Hausherren gaben weiterhin alles. Nach einem Dawkins-Dreier zum 63:67 hatte der US-Forward die Chance auf einen Zähler zu verkürzen, aber sein nächster Distanzwurf verfehlte das Ziel. Kurz vor der letzten Viertelpause drehte dann aber Harper Kamp auf. Durch seine sechs Punkte in Folge ging die Moors-Truppe mit nur zwei Zählern Rückstand in den Schlussabschnitt (69:71).

Die Towers zwangen Moors durch einen 0:5-Lauf zu einer schnelle Auszeit (69:76/31.). Diese wirkte, denn sein Team ließ einen 8:2-Lauf folgen, den Dawkins durch einen Dreier zu 77:78 abschloss (33.). Zwar konterte Allen ebenfalls von außen, doch die Göttinger spielten mit Selbstvertrauen. Weidemann riss die Veilchen-Fans zu Hause vor den Bildschirmen von den Sitzen, als der Guard mit seinem Dreier zum 83:81 die erste BG-Führung seit der 7. Minute erzielte. Aber auch Calles‘ anschließende Auszeit zeigte Wirkung. Die Gäste holten sich die Führung zurück und bauten diese auf 85:92 aus (38.). Doch die Moors-Truppe gab noch lange nicht auf. Wiederum Weidemann und Odiase trafen zum 91:92. Die Partie entwickelte sich in den Schlussminuten zu einem Krimi. T.J. Shorts brachte seine Team 30 Sekunden vor Schluss 91:96 in Front – aber Gutiérrez konterte mit einem Dreier zum 94:96. Nach zwei vergebenen Shorts-Freiwürfen traf die BG keine gute Entscheidung und verpasste den Ausgleich. Doch Allen gab seinem Ex-Team noch eine Chance, indem auch er zwei Freiwürfe vergab. Aber der Dawkins-Dreier zum möglichen Sieg zwei Sekunden vor dem Ende verfehlte sein Ziel, sodass die Hamburger das Parkett als glückliche Gewinner verließen.

Stimmen zum Spiel
Roel Moors (Headcoach BG Göttingen): „Wir haben die meiste Zeit mit viel Energie gespielt, aber wir machen zu viele Fehler, um ein Spiel zu gewinnen. Wir haben bei den Rebounds keinen guten Job gemacht. Die freien Bälle hat sich alle Hamburg gesichert. Wenn man sich dann den Unterschied in der Dreier-Quote anschaut, ist das zu viel. Wenn wir die Rebounds und die freien Bälle kontrolliert hätten, hätten wir eine echte Chance gehabt, das Spiel zu gewinnen.“

Pedro Calles (Headcoach Hamburg Towers): „Ich gratulieren meinen Spieler für ihren physischen Einsatz. Für mich ist der Ausgang des Spiels sehr einfach: Keine gesunden Spieler, keine Qualität im Training. Keine Qualität im Training, keine Verbesserung. Keine Verbesserung, keine gute Performance. Wir müssen einen Weg finden, gesund zu bleiben, um daran arbeiten zu können, besser zu werden.“

BG Göttingen – Hamburg Towers 94:98 (47:49)
Die Viertel im Überblick: 29:30, 18:19, 22:22, 25:27
BG Göttingen: Weidemann (11 Punkte/3 Dreier), Gutiérrez (25/2), Vargas (4), Onwuegbuzie (n.e.), Kramer, Omuvwie (7), Kamp (8), Rayman (11/1), Odiase (9), Dawkins (13/2), Robinson Jr. (6).
Hamburg Towers: Shorts (17 Punkte, 6 Assists), Swing (15/3 Dreier, 8 Rebounds), DiLeo (2), Rich, Kotsar (10), Hollatz (7/1), Allen (28/5), Ogunsipe (2), Cuthbertson (4), B. Taylor (13/3).