BG reist zu angeschlagenen, aber kämpferischen Würzburgern

Der Ex-Göttinger Jonas Weitzel ist ein Nutznießer des Würzburger Verletzungspechs. Bild: Ulf Duda

4. Februar 2021 – Nach vier Heimspielen in Folge muss die BG Göttingen jetzt dreimal nacheinander auswärts in der easyCredit Basketball Bundesliga ran. Und der Spielplan hat es in sich: Diese drei Partien absolviert das Team von BG-Headcoach Roel Moors innerhalb von nur sieben Tagen. Den Auftakt der Auswärtsreisen macht die Begegnung mit s.Oliver Würzburg am kommenden Samstag, 6. Februar (20:30 Uhr, s.Oliver Arena, live bei MagentaSport). Danach geht es weiter mit den Duellen bei medi bayreuth am 10. Februar und ratiopharm ulm am 12. Februar. Zwischen den letzten beiden Partien kehren die Veilchen nicht nach Göttingen zurück, sondern fahren von Bayreuth gleich weiter nach Ulm. Die volle Konzentration gilt jetzt aber erst einmal den Würzburgern. „Ihre Stärken sind das Bewegen abseits des Balls und das Schneiden“, sagt BG-Co-Trainer Thomas Crab. „Es ist schwer vorherzusagen, wo der Ball sein wird und von wo die Würfe kommen.“

Das Team von s.Oliver-Headcoach Denis Wucherer war ebenso wie die BG auch unter der Woche im Einsatz. Nach der knappen 70:74-Niederlage gegen den FC Bayern München am gestrigen Mittwoch haben die Franken einen Tag weniger Zeit, um sich auf die Göttinger vorzubereiten, dafür entfallen bei ihnen aber auch die Reisestrapazen. Die durch Verletzungspech stark dezimierten Würzburger zeigten am Mittwoch eine couragierte Leistung und brachten den Meisterschafts-Favoriten an den Rand einer Niederlage. „Sie haben sich gestern defensiv sehr ins Zeug gelegt und immer versucht sich zusammenzuziehen, wenn der Ball in die Zone ging. Sie haben sehr hart gearbeitet, sodass München ein schweres Spiel hatte“, analysiert Crab.

Gleich drei große Würzburger Spieler verletzten sich in den vergangenen Wochen schwer. US-Forward Zach Smith zog sich im Dezember eine Schulterverletzung zu und fällt mehrere Monate aus. Mitte Januar verabschiedete sich der gerade erst wieder genesene US-Center Justin Sears mit einer schweren Knieverletzung mindestens bis Saisonende ins Lazarett; eine Woche später traf es US-Forward Brekkott Chapman, der mit einer Achillessehnenverletzung ebenfalls längerfristig nicht zum Einsatz kommen kann. Somit musste Wucherer handeln und hat Perry Jones nachverpflichtet. Am Mittwoch stand der NBA-erfahrene US-Forward rund 19 Minuten auf dem Parkett (fünf Punkte, fünf Rebounds). „Gestern war er noch nicht so sehr involviert, aber sein Talent und seine Athletik werden zu einem großen Vorteil für das Team führen“, so der Veilchen-Assistenztrainer.

Ein Nutznießer der Ausfälle ist Jonas Weitzel. Der 22-jährige Center durfte gegen Berlin, Oldenburg und München jeweils rund 25 Minuten aufs Parkett; erzielte 20, 16 und elf Punkte. In der Saison 2016/17 stand der gebürtige Kasseler beim Göttinger NBBL-Team im Kader, bevor ihn sein damaliger Trainer Sepehr Tarrah im Sommer 2017 mit nach Würzburg nahm. Die meisten s.Oliver-Punkte im Schnitt erzielt US-Guard Cameron Hunt (12,3 – 42 Prozent Dreier-Trefferquote) gefolgt von US-Forward Tyson Ward (8,6) und Liga-Veteran Alex King (8,0). Hunt gibt auch die meisten direkten Korbvorlagen (3,1 Assists pro Spiel). Die meisten Rebounds holt der deutsche Forward Felix Hoffmann (5,3).

Die Franken haben einen Sieg mehr auf dem Konto als das Moors-Team, sodass die Göttinger am Samstag durch einen Erfolg an den Würzburgern vorbeiziehen könnten. „Wir müssen versuchen Ward und Hunt einzuschränken und ihnen das Bewegen abseits des Balles wegnehmen“, sagt Crab. Für die Veilchen ist es wichtig, dass sie die angeschlagenen, aber sehr kämpferischen Franken ernst nehmen und konzentrierter als die Münchener am Mittwoch agieren. „Ich denke nicht, dass die Gefahr besteht, Würzburg zu unterschätzen. Wir sind nicht in der Position, irgendeinen Gegner zu unterschätzen“, weiß der Belgier.