Mark Smith war mit 28 Punkten in Ulm bester Veilchen-Werfer. Bild: Harry Langer

5. Oktober 2022 - Die BG Göttingen ist mit einem Sieg in die easyCredit BBL-Saison 2022/23 gestartet. Die Mannschaft von BG-Headcoach Roel Moors gewann am Mittwochabend bei ratiopharm ulm 93:84 (51:47). Vor 4.186 Zuschauern in der ratiopharm arena zeigten beide Teams in der ersten Halbzeit ein rasantes Offensiv-Spektakel. Im ersten Viertel erarbeiteten sich die Hausherren ein paar Vorteile, im zweiten waren die Südniedersachsen dann kaum zu stoppen. Nach dem Seitenwechsel mussten die Veilchen nur einmal kurz ihre Führung abgeben, behielten aber die Ruhe und trafen wichtige Würfe. Bester BG-Werfer war Mark Smith mit 28 Punkten. Für Ulm traf Devin Robinson am häufigsten (18 Zähler).

Die Personalsorgen der Göttinger waren vor dem Tip-off noch ein bisschen größer geworden. Nach Mathis Mönninghoff (Schulterverletzung) musste Moors auch auf Tazé Moore (Vertragsauflösung) und Max Wüllner (Bänderriss im Sprunggelenk) verzichten. Von Nervosität war bei den Veilchen aber nicht zu spüren. Die Gäste zogen gleich ihr schnelles Spiel auf und lieferten sich mit den Schwaben einen Wettlauf. Aus einem 0:5-Rückstand machte die BG in der 3. Minuten nach einem Smith-Dreier ein 8:7. Doch die Göttinger gestatteten den Gastgebern zu viele einfache Punkte, sodass diese sich die Führung zurückholten und wieder ausbauten (11:16/6.). Nach einer Moors-Auszeit lief es wieder etwas besser für die BG (18:21/7.), doch zum Viertelende wuchs der Rückstand wieder an (22:28).

Auch im zweiten Abschnitt blieb die Partie von der Offensive geprägt. Die Veilchen hatten weiterhin Schwierigkeiten, die Ulmer am Punkten zu hindern, sodass der Rückstand sich nicht verringerte (30:37/14.). Doch die Südniedersachsen verließen sich weiter auf ihre Stärken und ließen die Schwaben nicht noch weiter wegziehen. Im Angriff war Smith dann nicht zu stoppen und brachte sein Team zunächst auf 39:41 heran (17.). Die Mannschaft von Ulms neuem Headcoach Anton Gavel schien erst einmal immer wieder eine Antwort zu haben, geriet aber nach und nach in Bedrängnis. Kurz vor der Halbzeitpause war es Geno Crandall, der die BG wieder in Front brachte und sogar noch einen Dreier zum 51:47-Halbzeitstand nachlegte.

Nach dem Seitenwechsel setzten sich die Ulmer zur Wehr, doch der Ex-Ulmer Till Pape und Harald Frey bauten die Führung auf 56:50 aus (23.). Die sehr jungen, aber sehr talentierten Gastgeber ließen ihr Können allerdings immer wieder aufblitzen und arbeiteten sich Stück für Stück heran. Das spanische Nachwuchstalent Juan Nunez brachte Ulm durch ein Drei-Punkte-Spiel in der 28. Minute wieder in Front (60:61) – die Antwort der BG folgte sofort. Frey und Rayshaun Hammonds trafen von jenseits der 6,75-Meter-Marke zum 66:61; Crandall stellte ebenfalls von außen den 69:63-Viertelendstand her.

Im letzten Abschnitt erhöhte Pape den Veilchen-Vorsprung durch einen Freiwurf nach einem technischen Foul von Fedor Zugic auf 72:63 (31.). Die BG verpasste die Chance, die Führung nach weiter auszubauen – im Gegenzug hielten Robin Christen und Zugic die Ulmer Hoffnungen am Leben (74:69/34.). Weil die Göttinger sich davon aber nicht beeindrucken ließen, wuchs der Vorsprung nach einem Frey-Dreier zweieinhalb Minuten vor dem Ende wieder auf neun Zähler an (86:77/38.). Die anschließende Gavel-Auszeit wirkte – Christen und dos Santos verkürzten auf 86:82 (39.). Aber die Veilchen behielten die Nerven: Smith traf einen schwierigen Dreier zum 89:82; Pape legte zum 91:82 nach und brachte die BG endgültig auf die Siegerstraße.

Stimmen zum Spiel
Roel Moors (Headcoach BG Göttingen): „Ich bin unglaublich stolz auf mein Team, da wir eine schwierige Vorbereitung hatten. Wir haben uns hier gut präsentiert, hatten im ersten Viertel Schwierigkeiten mit der Geschwindigkeit ihrer Guards. Dennoch ist es uns gelungen, Lösungen zu finden. Mit viel Selbstbewusstsein haben wir gegen ein Team gespielt, das auch jung ist, aber auch viele weitere Qualitäten besitzt. Es ist natürlich immer gut, die Saison so zu beginnen.“

Anton Gavel (Headcoach ratiopharm ulm): „Wenn man 93 Punkte in der eigenen Halle bekommt, braucht man nicht an einen Sieg zu denken. Das erste Viertel konnten wir zu unseren Gunsten gestalten, die restliche Spielzeit war dann aber nicht so, wie wir uns das vorgestellt haben. Als wir im dritten Viertel vier bis fünf Stopps infolge generieren konnten, haben wir nichts daraus kreiert, hatten selbst einige Turnover. Göttingen hat das dann clever zu Ende gespielt.“

ratiopharm ulm – BG Göttingen 84:93 (47:51)
Die Viertel im Überblick: 28:22, 19:29, 16:18, 21:24
Zuschauer: 4.186
BG Göttingen: Hammonds (7 Punkte/1 Dreier), Frey (18/4), Crandall (17/3), Boakye, Hemschemeier (n.e.), Smith (28/3, 8 Rebounds, 7 Assists), Ani (n.e.), Kamp (4), Pape (12/1), Bess (7), Giotis.
ratiopharm ulm: Robinson (18 Punkte, 9 Rebounds), Mobley (12/2 Dreier), dos Santos (7, 7 Assists), Christen (8/2), Bretzel, Nunez (6), Klepeisz (6/2), Hawley (6), Jallow (14/1), Zugic (7/1), Fuchs.

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